herzlichen Glückwunsch zu eurem Hochzeitstag am 7. Juni (vermutlich der 40.) wie auch zu Vaters Geburtstag. Die Jahre rollen hin in die Ewigkeit und bald ist unser Stundenglas hier auf der Erde abgelaufen. Daher gilt es, alle unsere Werke mit dem Ewigen und Unbeweglichen vor Augen anzugehen. Und ob wir gleich sterben, werden wir doch leben. Unser Ausgang aus der Welt soll unser Ausgang aus dem Vergänglichen hinein in das Unvergängliche sein. Die grauen Haare sind eine schöne Krone auf dem Haupt des Gerechten. Darum können wir mit sicheren Schritten auf dem gebahnten Weg vorwärtsgehen, der auch noch hinter den Grenzen der Vergänglichkeit weitergeht und uns bis in die ewigen Wohnungen hineinführt. Nichts wird unser Vorwärtskommen auf diesem Weg hindern können, wenn wir nur selbst auf ihm vorwärts wollen.
Gestern hatte ich Landurlaub und war mit einigen wenigen, die nicht nach Moss gefahren waren, daheim in der Stube zusammen. Auch ein Mann aus Skien war anwesend. Wir sprachen über Römer 8 und Gottes Geist gab so herrliches Licht darüber, dass wir uns alle wunderten und jubelten. Hier in Horten gibt es jetzt mehrere, die sich in dem oberflächlichen Jubel nicht mehr wohlfühlen. Sie haben Verlangen, in Gottes eigenem Wort gegründet zu werden, und finden außerhalb davon keine Nahrung. Unsere besten Versammlungen sind daher die Gesprächsversammlungen, in denen uns Gottes Geist auf wundersame Weise Christi Herrlichkeit offenbart, sodass unsere Herzen anfangen zu brennen. Es sind große Ruhe und Selbstbeherrschung erforderlich, damit Christi Geheimnisse hervorkommen, doch einige haben jetzt die Kunst gelernt, es offen anzusprechen, wenn etwas Störendes das Werk Gottes hindern will. Nur in der allergrößten inneren Ruhe und durch das allergrößte Sehnen und Streben nach Gottes Licht in den Dingen kann uns der Geist seine Geheimnisse offenbaren. Der Geist zieht sich augenblicklich zurück, wenn der Unverstand herrscht. Der Geist als derjenige, der uns Weisheit von Gott offenbart, ist äußerst feinfühlig und weicht beim geringsten Misston. Man muss sich in einer Versammlung sehr in diesen Dingen üben in der Gottes Weisheit wirken soll. Gottes Geist kann bei dem schlimmsten Radau Jubel wirken, aber der Geist ist überaus empfindsam, wenn er Weisheit von Gott bewirken soll. Es ist äußerst notwendig, sich dies zu merken. Der Geist kann auf viele verschiedene Weisen zugegen sein. Unter den Kindern kann er Jubel wirken, unter den Vollkommeneren belehrend usw. Daher soll man sich nicht nur mit dem Jubel begnügen, dem oberflächlichen, sondern danach trachten, den Jubel der Weisheit zu ergreifen, den vollkommenen. Ich kann nur unvollkommen darüber schreiben, aber ich hoffe doch, dass es zwischen den Zeilen verstanden wird. Ich arbeite und ringe durch die Kraft, die mächtig in mir wirkt, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen, sagt Paulus. Auf diese Weise sollen auch wir ringen. Denn wir sind in die Gesetze der Entwicklung hineingekommen, die in Christus Jesus lebendigmachen. Die Blumen sind den Gesetzen der Entwicklung unterworfen; ebenso wir in Christus. Der Sünder ist den Gesetzen der Entwicklung zum Tode unterworfen; doch wir den Gesetzen der Entwicklung zum Leben. Welch eine Herrlichkeit! Wenn der Gottlose blüht, dann führt dies zum Tod. Wenn aber der Gerechte blüht, dann führt dies zum Leben. Die Herrlichkeit, die uns verändert, macht uns mit sich selbst identisch. Doch ebenso wie die Herrlichkeit im Leib wohnt, wohnt auch das Objektive im Leib. Aber der Leib gehört dem Herrn und er ist seines Leibes Heiland. Das Wasser reinigt den Leib auswendig (die Wasser Noahs), doch die Erde, die jetzt ist (der Sündenleib), wird für das Feuer aufbewahrt. Dasselbe gilt für die Erde, auf der wir uns bewegen und auf der wir wohnen. Petrus und die übrigen Apostel verstanden das, was sie verstanden, durch die Weisheit Gottes. Diese Weisheit wiederum wohnt leibhaftig in ihm. Durch denselben Geist können wir verstehen, was die Apostel verstanden, denn Gott sieht nicht die Person an. Denn Fleisch ist Fleisch und Geist ist Geist.
Die Kraft besteht in der Gemeinschaft mit Gott; aber die Gemeinschaft zerbricht durch Untreue, wodurch wiederum die Kraft verloren geht (denkt an Simson).
Innige Gemeinschaft setzt uns in den Rat Gottes; und durch Umgang mit der höchsten Instanz werden wir fest und selbständig und siegessicher.
Nur die Staatsräte sitzen im Rat des Königs. Sie wiederum sind Chefs von Ministerien.
Nun will ich für diesmal schließen. Gott gibt mir allezeit Sieg in Christus. Auch hier an Bord kann ich mich in seiner Gemeinschaft freuen.
Grüßt alle zuhause mit Ps. 19, 8-12. Euer Sohn und Bruder
JohanAdr.: Kanonenboot Sleipner, Horten. Ungefähr vom 20. bis 25 des Monats werden wir eine kurze Fahrt in die Ostsee machen. Zuerst nach Kopenhagen, dann nach Kiel und Libau in Russland.
Wir haben jetzt 10 Kronen Lohnerhöhung bekommen. Ich bekomme jetzt 135,00 im Monat + 24,00 hier an Bord.
Datum wie oben.
J.O.S.
