Das Blut des Bundes
„Der Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Bundes, unsern Herrn Jesus, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was vor ihm gefällig ist, durch Jesus Christus; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
Durch das Blut des Bundes führte Gott unseren großen Hirten von den Toten heraus. Ohne diesen Zeugen hätte er ihn nicht herausführen können. Er wurde also nicht herausgeführt, weil er Gottes Sohn war, nein, Gott sandte seinen eingeborenen Sohn, um ein Werk zu tun, um einen neuen Bund zu errichten und um für uns Menschen einen Weg ins Heiligtum einzuweihen, damit wir seine Brüder werden können und Teil bekommen an göttlicher Natur.
Dieser Bund bestand darin: „Da sprach ich: Siehe, ich komme - im Buch steht von mir geschrieben -, dass ich tue, Gott, deinen Willen. Zuerst hatte er gesagt: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. Dann aber sprach er: Siehe, ich komme, zu tun, Gott, deinen Willen. Da hebt er das erste auf, damit er das andere einsetze. In diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, dass er alle Tage seinen Dienst tue und oftmals die gleichen Opfer bringe, welche doch nimmermehr können die Sünden wegnehmen. Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden geopfert, sitzt nun für immer zur Rechten Gottes ...“ Kap. 10, 7-12.
Alle diese Gaben, Opfer und Sündopfer mussten dargebracht werden als eine Notverordnung - bis die Zeit kam, in der alles in die rechte Ordnung kommen sollte. Gott hatte an diesen Notverordnungen kein Gefallen. Sie waren eingesetzt, weil die Menschen nicht Gottes Willen taten. Damit war Gott nicht zufrieden. Darum kam Jesus, um alles in die rechte Ordnung zu bringen.
Anstelle all dieser Gaben, Opfer und Schlachtopfer kam er mit einem Leib gleich dem unsrigen und diesen, indem er sich selbst opferte. In seinem Leib wurde ein Altar errichtet. Gott selbst bestimmte die Opfer, die auf diesen Altar gelegt werden sollten. Er verdammte die Sünde im Fleisch, welche die Menschen daran hinderte, Gottes Willen zu tun. Dadurch wurde das möglich, was dem Gesetz unmöglich war. „Auf dass die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt würde, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.“ Röm. 8, 4.
„Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer haltet die Becher und Schüsseln auswendig rein; aber euer Inwendiges ist voll Raub und Bosheit. ... Gebt doch zum Almosen das, was inwendig ist, siehe, so habt ihr alles rein. Du blinder Pharisäer, reinige zum ersten, was inwendig im Becher ist, auf dass auch das Auswendige rein werde.“ Luk. 11, 39-41 und Matth. 23, 26.
Ständig damit beschäftigt zu sein, das Gefäß nur äußerlich zu reinigen, ist nur Vorhofsdienst. In diesem Dienst geschieht nie Entwicklung und Wachstum. Wenn aber das Innere gereinigt wird, dann entsteht neues Leben. Das neue Leben besteht darin, dass man mit seinem Leib den Willen Gottes tut. „Dass ihr eure Leiber gebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer geistlicher Gottesdienst.“ Röm. 12, 1.
Diesen Gottesdienst hat Jesus aufgerichtet - es war der neue Bund mit seinem Vater. Es musste eine Reinigung des Inneren stattfinden, ein Tod über die Sünde im Fleisch. Jesus opferte sich selbst durch einen ewigen Geist. Das Blut, das durch diese Opferung hervorkam, war das Blut des Bundes. Dieses Blut bezeugte, dass Jesus nie seinen eigenen Willen getan, sondern den Bund mit seinem Vater gehalten hatte.
Seine Speise war, Gottes Willen zu tun. Darum steht von ihm geschrieben: „Dieser ist’s, der da gekommen ist mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut; und der Geist ist’s, der da Zeugnis gibt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind’s, die da Zeugnis geben: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist Gottes Zeugnis, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn. Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis in ihm. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn.“ 1. Joh. 5, 6-10.
Das Wasser reinigt den Leib äußerlich, und das Blut reinigt inwendig. Jesus kam nicht nur mit dem Wasser - einer äußerlichen Reinigung, sondern er kam auch mit dem Blut - der inwendigen Reinigung. Das, womit er kam, war für uns. Dieses Blut war sein Blut Es war der Beweis dafür, dass er nicht selbst lebte, sondern der Vater lebte in ihm. In diesem Blut Jesu haben wir die Freimütigkeit, in das Heiligtum hineinzugehen. Dazu kommen wir, wenn wir mit Christus gekreuzigt sind und nicht selber leben, sondern Christus in uns lebt. Wenn du nicht treu bist in diesem neuen Bund, sondern deinen eigenen Willen tust, kannst du nur die Vergebung der Sünden bekommen, das ist die äußerliche Reinigung - das Zeugnis des Wassers - geheiligt durch Jesu Blut.
„Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis in ihm.“ Wer an Gottes Sohn glaubt, folgt ihm nach. Er kommt auch in diesen Bund und in das Leben Jesu hinein. Dann hat auch er das Zeugnis Gottes über den Sohn. „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Röm. 8, 16. Das ist weit mehr als das Zeugnis der Menschen. Weil man dieses Zeugnis des Geistes nicht hat, bedeutet es so viel, was die Menschen von einem sagen; bald ist man betrübt, bald freut man sich - je nachdem. Ruhe wird erst dann, wenn man zum Blut des Bundes gekommen ist.
„So lasset uns nun Fleiß tun, hineinzukommen zu dieser Ruhe, auf dass nicht jemand zu Fall komme in gleichem Ungehorsam. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn ein zweischneidig Schwert und dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor Gottes Augen, mit ihm haben wir es zu tun.“ Kap. 4, 11-13.
Die Menschen bemühen sich eifrig, diesem und jenem zu gefallen. So tat es der Engel der Gemeinde zu Sardes. Es wurde von ihm gesagt, dass er lebe, aber er war tot. Er hatte vor Menschen gelebt und ein gutes Zeugnis von ihnen bekommen - aber wir haben es mit Gott zu tun. In dem neuen Bund haben wir es mit ihm zu tun, und er beurteilte den Engel als tot. Sucht man Ehre von Menschen, dann lebt man selbst und ist vor Gott tot. Dies hat uns Jesus gründlich gelehrt. „Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, auf dass ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.“ Matth. 6, 1. „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen und wisset, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus!“ Kol. 3, 23-24.
„Aber du hast etliche zu Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind’s wert. Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Offb. 3, 1-5.
Man kann nicht in dem neuen Bund leben und gleichzeitig den Menschen gefallen. Wir brauchen den Altar im Leib, wo die Sünde im Fleisch getötet wird. Dann bekommen wir die Speise - seinen Willen zu tun und sein Werk zu vollbringen. Der Sardes-Engel war aus dieser Treue herausgekommen und hatte somit das Zeugnis des Geistes, dass er ein Kind Gottes sei, verloren.
„Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet! Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit schöner reiner Leinwand. Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Offb. 19, 7-8.
Das ist die Braut, die dem Lamme folgt, wohin es geht. Sie war treu in dem neuen Bund und lebte nicht sich selbst. Sie hatte nicht ihre Kleider - ihre Werke - mit Augendienst beschmutzt. Sie hatte, gleich wie Jesus, es nur mit Gott zu tun. Sie wird auch durch das Blut des Bundes entrückt, wenn Jesus wiederkommt, um die zu holen, die ihm angehören. 1. Kor. 15, 23. Er kommt wie ein Dieb, aber er ist kein Dieb. Er holt keine anderen, als die ihm angehören.
„Der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was vor ihm gefällig ist, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Kap. 13, 21.
Wenn Gott in uns wirken will, dann wirkt er durch das Haupt des Leibes, Christus, und das Haupt fügt uns zusammen, und jedes Glied „wächst in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am anderen hanget durch alle Gelenke, dadurch ein jegliches Glied dem anderen kräftig Handreichung tut nach seinem Maße und macht, dass der Leib wächst und sich selbst auferbaut in der Liebe.“ Eph. 4, 15-16.
Wenn wir nicht Verbindung mit dem Haupt haben, können wir nicht an dieser Erlösung teilbekommen. Um mit dem Haupt Verbindung zu bekommen, müssen wir auch in diesen neuen Bund hineingehen. Jesus gibt uns klare und deutliche Bedingungen, die wir erfüllen müssen, um seine Jünger sein zu können, unter anderem: alles aufgeben und sein eigenes Leben hassen. Luk. 14, 25-27 und 33.
Dann können wir sagen, dass wir uns auf den Altar gelegt haben gleich wie Jesus, als er in diese Welt kam. Das ist die enge Pforte, die nur wenige finden. Das ist in Jesu Tod getauft zu werden, um ein neues Leben führen zu können. Dann antwortet Gott mit Feuer, und wir werden mit dem Heiligen Geist getauft und bekommen die Kraft, die wir brauchen, um Jesus zu folgen. Johannes taufte zur Vergebung der Sünden, aber wir werden in Jesu Tod getauft; und Jesus ist es, der mit dem Heiligen Geist und Feuer tauft. Apg. 19, 2-7 und Röm. 6, 1-5. Wie sollten wir dann mit der Sünde fortfahren? Das sei ferne.
„Und durch diesen Willen sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi ein für alle mal.“ Dadurch, dass Jesus sich dem Willen des Vaters übergab, brachte er durch einen ewigen Geist sich selbst als ein unsträfliches Opfer dar. Übergeben wir unsere Leiber demselben Willen, gehören wir seinem Leib an. Wir sind ein für allemal geheiligt durch die Opferung des Leibes Christi.
„Denn die Liebe Christi dringet uns, da wir dafür halten, dass wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit die, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ 2. Kor. 5, 14-15. Wir sehen, dass der Tod, der in Jesu Leib geschah, uns angerechnet wird, wenn wir aufgehört haben, für uns selbst zu leben, und wir nur ihn leben. Wir hassen dann unser eigenes Leben, und der Geist gibt uns Licht und leitet uns zu den gleichen Opfern, die in Jesu Leib vollbracht sind. Dann sind wir in dem Blut Jesu - in dem Blut des Bundes.
„Jeglicher Priester ist eingesetzt, dass er alle Tage seinen Dienst tue und oftmals die gleichen Opfer bringe, welche doch nimmermehr können die Sünden wegnehmen.“ Alle diese Opfer waren außerhalb des Leibes, sie konnten die Sünde nicht wegnehmen, und ihr Leben blieb unverändert. In diesem Sinne redet man in den religiösen Versammlungen von Opfern. Es sind so viele Opfer zu bringen. Zuerst muss man wenigstens den „Zehnten“ geben und darüber hinaus der Mission freiwillige Gaben geben. Man bekommt den Eindruck, wenn sie nur Geld genug hätten, könnten sie alle Menschen in dieser Welt erlösen. Aber die Veränderung in ihrem eigenen Leben geht nicht weiter, als dass sie ein ehrenvolles Leben vor den Menschen führen und oft glückt nicht einmal das.
Dies zeigt deutlich, dass alle ihre Opfer - zu denen sie gedrängt werden - die Sünde nicht wegnehmen können. Sie glauben nicht an die Art der Mission, um die Jesus bat: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und liebst sie, gleichwie du mich liebst.“ Joh. 17, 20-23. Ja, welch ein Gebet! Aus dieser Einheit heraus können wir missionieren.
Glaubst du, dass Jesus ins Blaue hinein betete? Glaubst du, dass die Erlösung unmöglich ist? Wenn du „nein“ sagst, müssen wir fragen: Warum verkündigst du es dann nicht! Warum hörst du in den religiösen Versammlungen nichts von diesem Heil und siehst nichts von der Erfüllung des Gebetes Jesu? Deshalb, weil sie den neuen und lebendigen Weg nicht kennen, den Jesus durch das Fleisch eingeweiht hat. Sie verstehen nicht, dass „wenn einer gestorben ist, so sind sie alle gestorben.“ Sie sind nicht durch die enge Pforte gegangen - sein eigenes Leben hassen sondern sie sind durch die breite Pforte gegangen er hat alles getan, und wir sollen nichts tun. Sie wissen nichts von dem Altar in dem Leib Christi, dessen Speise es ist, Gottes Willen zu tun und das Werk zu vollbringen, das er ihnen zu tun gibt. Darum ist immer Streit und Spaltung unter ihnen.
Sie bauen aber Missionsstationen und senden Missionare in Scharen aus. Zank, Spaltung und Eifersucht ist dort, wo sie herkommen und es entsteht dasselbe, wo sie hinkommen. Durch all ihre Opfer nimmt die Sünde doch kein Ende. „Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden geopfert und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes.“ Kap. 10, 12. „... der sich selbst als ein Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat“, sein Blut reinigt unser Gewissen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Alle, die mit Christus gekreuzigt sind, sind in seinem Blut und haben die Freiheit, ins Heiligtum hinein zu gehen. Dort gibt es keine Eifersucht, keinen Streit und keine Spaltung. Dort sind sie eins, gleichwie der Vater eins ist mit dem Sohn.
