Außerhalb des Lagers
„Wir haben einen Altar, davon kein Recht haben zu essen, die der Stiftshütte dienen. Denn die Leichname der Tiere, deren Blut getragen wird durch den Hohepriester in das Heilige für die Sünde, werden außerhalb des Lagers verbrannt. Darum hat auch Jesus, damit er heiligte das Volk durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. So lasset uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer bringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen!“ Hebr. 13, 10-15.
Die am Zelt dienen, sind solche, die vor dem Volk stehen, um all das Äußere in Ordnung zu halten. „... und sollen in meinem Heiligtum Dienst tun als Hüter an den Türen des Hauses und als Diener des Hauses. Sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer für das Volk schlachten und sollen vor ihnen stehen und ihnen dienen.“ Hes. 44, 11.
Das Blut dieser Schlachtopfer wurde nicht in das Heiligtum getragen. 3. Mose 6, 23. „Aber die levitischen Priester, die Söhne Zadok, die den Dienst an meinem Heiligtum getan haben, als die Kinder Israel von mir abfielen, die sollen vor mich treten, um mir zu dienen, und vor mir stehen, um mir Fett und Blut zu opfern, spricht Gott der Herr. Sie sollen hineingehen in mein Heiligtum und vor meinen Tisch treten, um mir zu dienen, und sollen meinen Dienst tun.“ Hes. 44, 15-16.
„Darum litt auch Jesus außerhalb des Lagers, auf dass er durch sein eigen Blut das Volk heiligte.“ Aber wir wissen, dass als der Hohepriester in das Heiligtum ging, um mit dem Blut die Sünden des Volkes zu sühnen, kam das Volk nicht in das Heiligtum. Sie bekamen nur die Vergebung der Sünden, und die Opferungen konnten nicht „die vollkommen machen, die sie darbrachten.“ K. 10, 1-4. Aber Jesus ging mit seinem eigenen Blut ins Heiligtum und fand eine ewige Erlösung. „... der durch einen ewigen Geist sich selbst als ein unsträfliches Opfer darbrachte.“ Und durch ihn wird die Sündenvergebung verkündigt.
Aber die durch Jesu Blut geheiligt werden, kommen auch nicht in das Heiligtum. Hier lebt die religiöse Welt in einer großen Verirrung. Sie rechnen mit diesem Wort: „Weil wir denn nun, liebe Brüder, in dem Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heilige ...“ Hebr. 10, 19. Dann rechnen sie damit, dass sie dort hineingekommen sind, indem sie die Vergebung der Sünden bekommen haben. Nein, die die Vergebung der Sünden bekamen, wurden geheiligt durch Jesu Blut. Wir lesen weiter, dass Jesus uns einen neuen und lebendigen Weg ins Heiligtum eingeweiht hat. Und dieser Weg geht durch sein Fleisch. Ja, Paulus spricht davon, dass ihm ein großes Geheimnis offenbart wurde. Du hast dieses wohl oft gelesen, aber nie darüber nachgedacht oder bemerkt, was geschrieben steht.
Wollen wir also durch Jesu Blut ins Heiligtum hineinkommen, müssen wir den Weg gehen, den Jesu uns eingeweiht hat.
Wir haben gelesen: „So lasset uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.“ Wenn die religiösen Versammlungen sich spalten, dann wird von denen gesagt, die hinausgehen: Ja, wir müssen aus dem Lager gehen und seine Schmach tragen. Wenn dann unter ihnen eine neue Spaltung entsteht, glauben sie wieder, dass sie aus dem Lager gehen. Sie haben wohl übersehen, dass dort geschrieben steht: „… zu ihm“, Wo war er, als er außerhalb des Lagers starb? Er war gekreuzigt. Was bedeutet es also, zu ihm hinauszugehen? Es bedeutet das, was Paulus als ein persönliches Zeugnis sagt, Gal. 2, 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, ich lebe nicht länger selbst, sondern Christus lebt in mir, und das Leben, das ich jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an Gottes Sohn, der mich geliebt und sich selbst für mich gegeben hat.“
Unter dieser Schar, die zu ihm hinausgegangen ist, gibt es keine Spaltung. Dort am Kreuz hat er aus den zweien einen neuen Menschen geschaffen und den Zaun der Feindschaft niedergerissen - sein Fleisch. Eph. 2, 14-18. Paulus schreibt weiter: „Welche aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden gekreuzigt.“ Gal. 5, 24.
Sind wir mit einem Geist zu einem Leib getauft und haben unser Fleisch mit den Lüsten und Begierden gekreuzigt, dann sind wir Glieder am Leibe Christi.
Dann haben wir die Kraft seiner Auferstehung und wir lernen ihn und die Gemeinschaft seiner Leiden kennen. Dies geschieht, indem wir mit ihm in seinem Tod gleichwerden. Phil. 3, 10. Auf diesem Weg kommen wir in Jesu Blut und haben Freiheit, in das Heiligtum hineinzugehen. Die sich selbst leben, haben diese Freiheit nicht.
Wenn diese beiden Gruppen reden, ist es sehr leicht, den Unterschied zu hören. Diejenigen, die durch Jesu Blut geheiligt sind, reden davon, dass Jesus alles getan hat, wir sollen nichts tun. Er hat das Gesetz an unserer statt erfüllt, er hat für mich gelitten, er ist für mich gekreuzigt, Gott sieht uns durch Jesu Blut als vollkommen.
Die andere Gruppe redet davon, was Jesus für uns getan hat, von der Möglichkeit, die wir haben durch das Werk, welches der Vater durch seinen Sohn vollbracht hat. Sie reden davon, alles aufzugeben, um seine Jünger werden zu können und in dessen Fußspuren zu folgen, der keine Sünde tat. Sie reden davon, Teil zu haben an Christi Leiden, mit ihm gekreuzigt zu sein und seinen Tod mit uns in unserem Leib zu tragen, damit auch Jesu Leben in unserem Leib offenbar wird und die Forderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Ja, das sind zwei ganz verschiedene Reden. „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ Wir lesen in Offenbarung, dass die Rede des Geistes immer diese ist: „Wer da überwindet…“ usw.
„So lasset uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer bringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen!“ Kap. 13, 15.
„Ich lebe nicht mehr selbst, sondern Christus lebt in mir.“ Das war das Zeugnis von Paulus. Hatte er dann etwas zu murren, etwas, womit er unzufrieden sein könnte? Nein, er saß im Gefängnis und wartete auf sein Urteil ohne zu wissen, ob er zum Tode verurteilt werden sollte - und in dieser Situation schreibt er der Gemeinde: „Freuet euch im Herrn allezeit. Und abermals sage ich euch: freuet euch!“ Phil. 4, 4. Wie oft sollte er sich freuen? Allezeit! So haben diejenigen es, die aus dem Lager hinausgegangen sind - hinaus zu ihm. Sie leben nicht mehr selbst, sondern Christus lebt in ihnen. Die Frucht davon, dass Christus in ihnen lebt, ist diese: sie bringen immer Lobopfer hervor. Nichts anderes ist auf ihren Lippen.
„Diese murren und hadern mit ihrem Geschick, aber wandeln dabei nach ihren Lüsten und ihr Mund redet stolze Worte, aber um des Nutzens willen achten sie das Ansehen der Person.“ Judas 16. Man sollte glauben, hier sei die Rede von solchen, die nichts mit Gott zu tun haben wollen, aber so war es nicht. „Diese Schandtäter prassen bei euren Liebesmahlen ohne Scheu, weiden sich selbst; sie sind Wolken ohne Wasser, von dem Winde umgetrieben, kahle, unfruchtbare Bäume, zweimal erstorben und ausgewurzelt.“ Vers 12.
Man kann wirklich fragen: Wie konnten solche an dem Liebesmahl teilnehmen? Der Geist des Antichristen war so wirksam gewesen, dass die Gnade Gottes in Schamlosigkeit verwandelt war. Somit konnten sie weder klar sehen noch klar hören und auch nicht in den verschiedenen Dingen richten. Ja, so geht es unter den Religiösen, wenn sie verkündigen: er hat alles getan, wir sollen nichts tun, die Gnade in Christus deckt alles. Gott sieht uns durch Jesu Blut als vollkommen. Siehe zu, dass du nicht unter das Gesetz kommst, dass du dich nicht selbst erlösen willst. Siehe zu, dass du nichts in eigener Kraft tust! usw. usw. Eine furchtbare Verführung.
„Ihr Lieben, da es mir sehr am Herzen lag, euch zu schreiben von unser aller Heil, hielt ich’s für nötig, euch in meinem Briefe zu ermahnen, dass ihr für den Glauben kämpfet, der ein für alle Mal den Heiligen übergeben ist.“ Vers 3.
Ja, er war wirklich dazu gezwungen, so wie die Verhältnisse waren. Es war keiner unter ihnen, der das Wort führen konnte, welches schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert, um die Gottlosen auszuschließen. Kap. 4, 12; 2. Petr. 1, 9. Heutzutage aber ist es gewöhnlich, wenn jemand das Licht scheinen lässt und die Gottlosigkeit beleuchtet, dass die sogenannten Gottesdiener schreien: Richtet nicht, verkündigt Christus! Und somit wagt keiner, etwas zu sagen. 1. Joh. 2, 18-19 und 4, 1-6.
Es ist leicht zu verstehen, dass alle diese sogenannten Gottesdiener nicht außerhalb des Lagers sind - bei ihm. Du kannst es von weitem hören, dass sie nicht mit Christus gekreuzigt sind; denn diejenigen, die Gott lieben und nicht sich selbst leben, haben es so, dass alle Dinge ihnen zum Besten dienen. In allen Verhältnissen denken sie an die Heiligung. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch verordnet, dass sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf dass derselbe der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Röm. 8, 28-29. Kein Wunder, dass von solchen Menschen immer Lobgesang vor Gott zu hören ist und dass sie sich immer im Herrn freuen.
Wir lesen in 1. Kor. 13 von all den herrlichen Gnadengaben, die wir haben können, und von all dem Guten, das wir tun können, ohne die Liebe zu haben. Dann bin ich aber nichts, und es nützt mir alles nichts. Wir bekommen hier eine Beschreibung von der Liebe, was sie ist und was sie nicht ist. Dann verstehen wir, dass wir nicht die Liebe haben, wenn wir für uns selbst leben. Wollen wir in der Liebe verbleiben, der Liebe, die „nicht das Böse behält, alles aushält, alles glaubt, alles hofft, alles duldet“, dann brauchen wir den Altar in unserem Leib, der bewirkt, dass ich nicht mehr selbst lebe. Dann bin ich auf dem neuen und lebendigen Weg, der durch das Fleisch in das Heiligtum hineinführt. Durch diesen Altar komme ich in Jesu Blut. Das ruft besser als Abels Blut. Kap. 12, 24.
Wir können fragen, was sollen wir dort im Heiligtum tun? Dort ist der Thron der Gnade. Wir können um Gnade bitten für unser eigenes Leben, so dass wir in der Versuchung ohne Sünde bleiben. Aber nicht nur das, Jesus ist dort vor dem Angesicht des Vaters, um für uns Fürbitte zu tun. Das tat auch der Hohepriester im alten Bund. Wir verstehen, dass wir nicht wahre Fürbeter sein können für einen, den wir nicht dulden können oder gegen den wir etwas haben. Das muss alles getötet sein, denn Jesu Blut klagt nicht an. Es ruft nach Gnade und Erlösung.
Wenn wir nicht in der Liebe sind, haben wir keine Freimütigkeit vor dem Vater; denn dort bringen wir Gott immer Lobopfer dar. Bin in ich in Jesu Blut, habe ich auch eine Aufgabe - die gleiche, die Jesus hat und zu der Paulus uns in Eph. 6, 18-20 ermahnt.
„Wir haben einen Altar, davon kein Recht haben zu essen, die der Stiftshütte dienen.“ Kap. 13, 10. Wo ist dieser Altar? Dieser Altar ist in dem Leib. „Allezeit das Sterben Jesu in unserem Leibe tragend, auf dass auch das Leben Jesu in unserem Leibe offenbart werde.“ Hier sehen wir, dass die Opferungen in dem Leib vollbracht werden.
„Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.“ Joh. 4, 34. „Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen des, der mich gesandt hat.“ Joh. 6, 38. Er „brachte sich selbst dar als ein unsträfliches Opfer vor Gott“. Hier sehen wir die Opferung seines Willens - seiner selbst -, um den Willen Gottes zu tun. Er hatte einen Altar in seinem Leib. Dadurch bekam er die Speise zu essen, die die Jünger damals nicht kannten, nämlich Gottes Willen zu tun und Gottes Werk zu vollführen, für das er gesandt war.
Dadurch, dass wir aus dem Lager hinausgehen, hinaus zu ihm, und mit ihm gekreuzigt werden, wird sein Tod auch in uns wirksam. Dieser Altar bewirkt, dass Gottes Wort uns lebendig wird. Dann verstehen wir, Gottes Willen zu tun, und wir bekommen ein Werk auszuführen. Kein Wunder, dass wir dann immer Gott Lobopfer darbringen.
„Darüber freuet euch, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde als das vergängliche Gold, ...“ „Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der ist fertig mit der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht der Menschen Lüste, sondern dem Willen Gottes lebe.“
„Ihr Lieben, lasset euch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt, dass ihr versucht werdet. Meinet nicht, es widerführe euch etwas Seltsames. Sondern freuet euch, dass ihr mit Christus leidet, auf dass ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget.“ 1. Petr. 1, 6-7 und 4, 1-2 und 12-13.
Hier sehen wir, dass der Altar im Leib deutlich hervorkommt. Das Selbstleben wird geopfert, dieses Ichleben, das alle Verhältnisse verdirbt und bewirkt, dass Satan Macht bekommt. Wir müssen erst die Leiden Christi am Altar auf uns nehmen, dann kommen wir zu dem Leben Christi, das unsere Speise ist, und zu dem Werk, das wir als Glieder an seinem Leib ausführen sollen. Wir bekommen Teil an dem „Freudenöl“, mit dem Jesus vor seinen Mitbrüdern gesalbt wurde denn alle seine Brüder werden mit dem gleichen Öl gesalbt. Kap. 1, 9.
Dass wir die Leiden zuerst auf uns nehmen müssen, bedeutet, dass es ein Leben im Glauben ist, und dass Jesus der „Anfänger und Vollender des Glaubens“ ist. Kap. 10, 38-39. Dies kommt deutlich hervor durch das, was wir im Petrusbrief gelesen haben. Der Glaube bewirkt, dass wir uns in den Leiden freuen, so wie Mose: „… Sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes Ungemach leiden, als den vergänglichen Genuss der Sünde haben, und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah hin auf die Belohnung.“ Kap. 11, 25-26. Dieses Leben wirst du nie bei denen finden, die nicht mit Christus gekreuzigt sind, die sich selbst leben.
