Ein so großes Heil

Jesus als Bürge für einen besseren Bund

Ein so großes Heil

Jesus als Bürge für einen besseren Bund

Hebräer 7 und 9

Jene sind ohne Eid Priester geworden, dieser aber mit dem Eid, durch den, der zu ihm spricht: „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit.“ So ist Jesus eines viel besseren Bundes Bürge geworden. Und jener sind viele, die Priester wurden, darum dass sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber hat darum, dass er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch vollkommen erlösen, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt immerdar und bittet für sie.

Wir haben früher von der Ausbildung Jesu zum Hohepriester gelesen, wie er versucht wurde, aber die Sünde im Fleisch tötete und nicht sündigte. Darum konnte der Tod ihn nicht halten. Er lebt immerdar vor Gottes Angesicht, um für uns Fürbitte zu tun. Wenn er uns dazu berufen hat, ihm zu folgen, dann bürgt er auch dafür, dass das gelingen wird, wofür der neue Bund Hoffnung gibt. Wofür gibt der neue Bund uns Hoffnung? Wir lesen weiter: „Denn ein älteres Gebot wird außer Kraft gesetzt, weil es schwach und unnütz war - denn das Gesetz konnte nichts zu Vollkommenheit führen - und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen.“ Hier sehen wir die bessere Hoffnung. Diese besteht darin, dass wir zu dem Vollkommenen geführt werden können.

Der alte Bund war mangelhaft, da er nicht zur Vollkommenheit führte. Die ganze religiöse Welt ist um diese „bessere Hoffnung“ und „den besseren Bund, für den Jesus Bürge geworden ist“, betrogen. Der Grund dafür ist, dass sie nie gehört haben von Jesus, der Teil bekam an Blut und Fleisch wie die Kinder, und dass er den neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, der sein Fleisch ist, eingeweiht hat. Weil er als Menschensohn leibhaftig teil an der ganzen Fülle Gottes bekam, bürgt er auch dafür, dass es allen denen gelingt kann, die ihm gehorchen. Kol. 2, 9; K. 5, 9.

Wir lesen in Kapitel 5: „Denn ein jeglicher Hohepriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, auf dass er opfere Gaben und Opfer für die Sünden.“ Er kann mitfühlen mit denen, die da unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst, opfern für die Sünden. Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern er wird berufen von Gott gleich wie Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hohepriester zu werden, sondern der hat es getan, der zu ihm gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Hier sehen wir deutlich, dass Jesus von den Menschen kommen und für die Menschen eingesetzt werden musste. Wir sehen auch, dass er nicht Hohepriester wurde, weil er Gottes Sohn war, sondern weil er das Sündopfer darbrachte, das ihn in den Tagen seines Fleisches zur ganzen Fülle Gottes brachte und welches auch uns zur Vollkommenheit führen kann. Darum ist er Bürge für diese Hoffnung - für diesen Bund, der uns zur Vollkommenheit führt.

Wir lesen weiter: „Denn einen solchen Hohepriester sollten wir haben, der da ist heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, als der Himmel ist. Ihm ist nicht täglich not, wie jenen Hohepriestern, zuerst für die eigenen Sünden Opfer zu tun, danach für des Volkes Sünden: Denn das hat er getan ein für alle Mal, da er sich selbst opferte. Denn das Gesetz macht zu Hohepriestern Menschen, die da Schwachheit haben; dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt ward, setzt den Sohn ein, der für alle Ewigkeit vollendet worden ist.“

Hier steht deutlich geschrieben, dass Jesus vollendet wurde, um Hohepriester zu sein. Wir lasen zuerst, dass er Gehorsam lernte durch das, was er litt. Wir lesen in der gleichen Verbindung: „und er hat in den Tagen seines Fleisches“, als Menschensohn in Blut und Fleisch wie die Kinder; wurde er vollendet als Hohepriester und Bürge für einen neuen Bund, um die zur Vollkommenheit führen zu können, die durch ihn zu Gott kommen. Denn er lebt, um für uns Fürbitte zu tun.

Wir haben gelesen: „Ihm ist nicht täglich not, wie jenen Hohepriestern, zuerst für die eigenen Sünden Opfer zu tun, danach für des Volkes Sünden: Denn das hat er getan ein für alle Mal, da er sich selbst opferte.“ „So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen.“ Jesaja 53, 10.

Alles Verderben in der Welt kommt von der Lust. 2. Petr. 1, 4. Die Sünde im Fleisch hat Schuld an allem Verderben in der Welt. Diese hat der Vater in Jesu Fleisch verurteilt. Röm. 8, 3. Wäre Jesus in den Leiden, als er versucht wurde, nicht gehorsam gewesen, hätte er sich selbst nicht geopfert, d. h., die Sünde, die der Vater verurteilte, in den Tod gebracht, hätte er selbst auch gesündigt. Er musste dieses Schuldopfer bringen - erst für sich selbst, um nicht zu sündigen - und dadurch wurde es zur Erlösung für das ganze Volk, für alle die, die ihm gehorchen.

In Verbindung mit diesem Schuldopfer können wir von dem Kampf in Jesaja 63 lesen: „Denn ich hatte einen Tag der Vergeltung mir vorgenommen; das Jahr, die Meinen zu erlösen, war gekommen.“ Vers 4 - Er, der von Bozra kam, hatte die Macht zu erlösen. In Vers 8 steht: „Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Söhne, die nicht falsch sind. Darum ward er ihr Heiland in aller ihrer Not.“

Es steht in 1. Petr. 3, 18, dass Christus einmal für die Sünder litt, ein Gerechter für Ungerechte, um uns zu Gott zu führen. Christus, der den Tod im Fleisch litt, aber im Geist lebendig gemacht wurde.

Das Schuldopfer lag ja im Fleisch. Als das vollbracht war, war der Schuldbrief bezahlt, und er konnte es an das Kreuz nageln. Die Strafe wurde auf ihn gelegt, auf dass wir Frieden haben sollten. Jesaja 53, 5. Damit hat er uns losgekauft - mit seinem teuren Blut, das Blut eines unsträflichen und untadeligen Lammes - von unserem schlechten Wandel, den wir von den Vätern geerbt haben. 1. Petr. 1, 18-19. Dadurch können wir die Vergebung der Sünden bekommen. Er hat uns mit ihm lebendig gemacht, indem er uns alle unsere Übertretungen vergab. Kol. 2, 13-14.

Er trug unsere Sünden auf das Kreuz - nicht nur, damit wir Vergebung der Sünden erhalten sollen, sondern damit wir von unseren Sünden absterben, für die Gerechtigkeit leben und in seinen Fußspuren wandeln sollen. 1. Petr. 2, 24.

Dann kommen wir auf den neuen und lebendigen Weg, der durch das Fleisch geht, wo das Sündopfer liegt, und Christi Tod fällt das Urteil über das Schuldopfer in uns. Sonst verursacht die Sünde im Fleisch, dass wir weiter sündigen, wie vorher. Sind wir aber vom Geist zur Opferung im Leib getrieben, kommen wir in Jesu Blut und haben die Freimütigkeit, in das Heiligtum zu gehen. Dann wird auch der Wille des Herrn durch unsere Hand Fortschritte tun, und wir können die Menschen zu Gott führen. So lange die Gnadenzeit währt, sind wir der Leib Christi hier auf der Erde.

Darum können wir wie Paulus verkündigen: „So sei es nun euch kund, liebe Brüder, dass euch verkündigt wird Vergebung der Sünden durch diesen; und von dem allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht konntet freigesprochen werden, ist der gerechtfertigt, der an ihn glaubt“ Apg. 13, 38-39. Die Vergebung der Sünden wurde auch unter dem Gesetz verkündigt, aber sie konnten nicht von ihrem schlechten Wandel, welchen sie von ihren Vätern geerbt hatten, freigemacht werden. Aber jetzt können wir durch Jesus als Hohepriester und Bürge diese bessere Hoffnung verkündigen - die Freimachung von dem schlechten Wandel, Sieg über die Sünde und die Möglichkeit, teilzubekommen an göttlicher Natur. „Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Und wenn ihr den als Vater anrufet, der da richtet ohne Ansehen der Person nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, solange ihr hier als Fremdlinge lebt, mit Furcht.“ Wo findet man diese Furcht in unseren Tagen?

„Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, dass ihr heilig werdet, das Ende aber ist ewiges Leben.“ Röm. 6, 22 Versucht werden ist nicht Sünde, aber bringen wir dann nicht das Schuldopfer, sündigen wir und können nicht des Herrn Diener sein. Haben wir aber Jesus als Hohepriester, dann werden wir vom Geist geleitet und wir vollbringen nicht die Begierden der Sünde. Gal. 5, 16. Dann können wir ein Werk für Gott tun.

„Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken. Denn wenn du solches tust, wirst du dich selbst retten und die dich hören.“ 1. Tim. 4, 16.

Ja, wo hörst du solche Ermahnungen, wie Paulus seinem teuren Mitarbeiter, dem „Mann Gottes“ gibt? Wenn du diesen Ermahnungen Pauli folgen solltest, würden sie fast überall rufen: Irrlehre, du willst dich selbst erlösen! Darum ist es schwierig, wenn du heute solche Ermahnungen hörst. Das kommt daher, dass sie Jesus nur als Sündopfer kennen und nicht als Hohepriester. Sie kennen ihn nicht als „Vorläufer und Bürge für eine bessere Hoffnung“. Der neue Bund gibt uns diese bessere Hoffnung; freigemacht zu werden von der Sünde. Joh. 8, 36.

Der Apostel schreibt von dem alten Gottesdienst: „Sie ist ein Gleichnis auf die gegenwärtige Zeit: Es werden da Gaben und Opfer geopfert, die doch nicht können im Gewissen vollkommen machen den, der da Gottesdienst tut. Es sind nur Satzungen äußerlicher Heiligkeit über Speise und Trank und mancherlei Waschungen, die auferlegt sind bis auf die Zeit, da die richtige Ordnung kommt.“ Hebr. 9, 9-10 „Christus aber ist gekommen, dass er sei ein Hohepriester der zukünftigen Güter“, usw. Dann entstand also etwas ganz Neues. Es wurde Schluss damit, im alten Wesen des Buchstabens zu dienen, nur weil das Gesetz dieses auferlegte. Jetzt kann unser Gewissen von diesen toten Werken gereinigt werden, diese die kein Wachstum und keine Entwicklung geben. Jetzt ist die Zeit gekommen, dem lebendigen Gott zu dienen und an der Heiligung teilzubekommen - Wachstum und Entwicklung.

„Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen.“ Und die Ermahnung lautet weiter: „Darum wollen wir jetzt lassen, was im Anfang über Christus zu sagen ist und dem Vollkommenen entgegenschreiten.“ „Und das wollen wir tun, wenn Gott dazu Erlaubnis gibt.“ K. 6, 1 und 3.

Was bedeutet es, dem Vollkommenen entgegen zu schreiten? Das, was Paulus in Eph. 3, 18-19 schreibt: „... und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet werdet, auf dass ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe; auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit aller Gottesfülle.“

Hast du diese Verkündigung jemals irgendwo gehört? Ich bezweifle es, denn sie kennen nicht Jesus in den Tagen seines Fleisches als unseren Vorläufer, als Hohepriester und Bürge für diese „bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen“, Gerade von dieser Hoffnung heißt es in Kap. 6, 18-20: „... an ihr haben wir einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang. Dahin ist als Vorläufer für uns eingegangen Jesus, der ein Hohenpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“

Jesus ist unser Vorläufer darin, dem Vollkommenen entgegenzuschreiten. In den Tagen seines Fleisches ist es ihm gelungen. Die Auferstehung von den Toten hat es bewiesen. Er ist der Erstling unter den Entschlafenen. 1. Kor. 15, 20-23. „So sollten wir durch zwei Stücke, die nicht wanken - denn es ist unmöglich, dass Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.“ Wir haben ja Jesus innerhalb des Vorhanges! „Weil wir denn einen großen Hohepriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasset uns halten an dem Bekenntnis“, - an dem Bekenntnis unserer Hoffnung!

Dann sagen die meisten wie folgt: „Ja, aber er war Gottes Sohn, mit ihm war es anders.“ Wir lesen aber weiter, warum wir an unserer Hoffnung festhalten können: „Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne jemals zu sündigen. Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur Hilfe zur rechten Zeit.“

Einen solchen Hohepriester haben die Religiösen nicht, und selbstverständlich können sie auch nicht eine solche Hoffnung bekennen. Sie reden nur von Jesus, der alles getan hat, wir sollen nichts tun. Kap. 4, 14-16. Weiter lesen wir in Kap. 5, 7-10 von seiner Schwachheit in den Tagen seines Fleisches, wie er kämpfte, um von dem Tod erlöst zu werden, der da kommt, wenn man nach dem Fleisch wandelt. Röm. 8, 13. Vom Kreuzestod auf Golgatha wurde er nicht erlöst. Diesen musste er für unsere Sünden sterben, um uns mit Gott zu versöhnen, damit er uns zu dieser herrlichen Hoffnung führen konnte, zu der wir unsere Zuflucht genommen haben. „Auch euch ... hat er nun versöhnt mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf dass er euch darstellte heilig und unsträflich und ohne Tadel vor seinem Angesicht, wenn ihr nur bleibet im Glauben, gegründet und fest, und nicht weichet von der Hoffnung des Evangeliums“, Kol. 1, 21-23.

Wenn wir dies lesen, sehen wir, dass wir wirklich einen Hohepriester haben, der unsere Schwachheit und unsere Prüfungen kennt. Lernen wir ihn kennen, dann bekommen wir auch - mitten in unserem Elend - Freimütigkeit, vor den Gnadenthron zu kommen. Wir wissen, dass dort Hilfe zu bekommen ist. Im Vertrauen zu ihm, als Bürge für diese Hoffnung, können wir mit großer Freimütigkeit unsere Hoffnung bekennen. Wir haben aber gelesen, dass wir an dieser Hoffnung des Evangeliums festhalten müssen, denn die ganze ungläubige Religiosität leugnet diese Hoffnung, und sie sehen es als Hochmut, auf so etwas zu hoffen. Das kommt daher, dass sie nie von dem Hohepriester gehört haben, den wir haben.

Wenn wir von diesem neuen und lebendigen Weg lesen, dann lesen wir auch: „... und weil wir einen großen Priester haben über das Haus Gottes, so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben, besprengt in unserem Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser. Lasset uns unerschütterlich festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat: und lasset uns aufeinander achthaben, uns anzureizen zur Liebe und guten Werken, und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern einander ermahnen; und das umso mehr, je mehr ihr sehet, dass sich der Tag naht.“ Kap. 10, 19-25.

Hier lesen wir, dass wir nicht nur an der Hoffnung festhalten sollen, sondern wir sollen „unerschütterlich festhalten an dem Bekenntnis unserer Hoffnung“. Unsere Versammlung ist dort, wo sie diese Hoffnung bekennen. Diese sollen wir nicht verlassen, um dann umherzugehen und uns allerlei religiöses Gerede anzuhören. Man wird leicht lau in seinem Eifer und von dem Geist des Unglaubens angesteckt. Warum sollen wir unsere Zeit mit religiösem Lesestoff und Unterhaltung in den verschiedenen religiösen Versammlungen vergeuden? Nein, der Tag naht! Dann kommt Jesus, um die zu holen, die auf ihn warten. Er kommt nicht, um Sünden zu vergeben oder Schuldopfer zu bringen. Er kommt, um das Resultat zu holen von dem Werk, das er vollbracht hat denen, die glauben. „So ist auch Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andern Mal wird er nicht um der Sünde willen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.“ Kap. 9, 28.

„Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht. In solchem Glauben haben die Alten Zeugnis empfangen.“ Kap. 11. Dort lesen wir weiter, was die Alten durch den Glauben erreichten. Alles das war den Menschen unmöglich, es wurde aber möglich denen, die glaubten. Dies alles ist für uns geschrieben, damit wir sehen können, was Gott in denen ausrichten konnte, die da glaubten. Den Ungläubigen war dies alles unmöglich. Ebenso ist es, wenn wir den neuen Bund und seine Hoffnung verkündigen. Dann schreit die Masse: Unmöglich!!! Für uns aber, die wir glauben, ist es möglich geworden.

Wir lasen: „Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft.“ Jemand dahin zu bringen, dass er etwas glaubt, was er nicht sieht, ist fast unmöglich. Finden wir aber jemanden, der auf ein solches Leben hofft, wie es uns das Evangelium verheißt, dann ist es nicht so schwierig, ihn zum Glauben zu führen. Darum soll man nie mit den Menschen diskutieren. Jesus sagte: „Selig sind, die geistlich arm sind; die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.“ Mit anderen lohnt es sich nicht zu arbeiten. Gelobt sei Gott, dass er die Trauernden zu Zion sammelt. Jes. 61, 1-3.

Wir lesen am Ende von Kap. 11: „Diese alle haben durch den Glauben das Zeugnis Gottes empfangen und doch nicht erlangt, was verheißen war, weil Gott etwas Besseres für uns zuvor ersehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet würden.“

Wenn wir lesen von dem, was sie für ihre Hoffnung aushalten und leiden mussten, wie sieht es dann mit uns aus? Sollten wir nicht viel mehr aushalten und leiden können für die bessere Hoffnung, die Gott für uns ersehen hat? Durch den Glauben werden unsere Augen geöffnet für die Herrlichkeit, die Gott an uns offenbaren will. „Denn ich halte dafür, dass dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden.“ Röm. 8, 18. Sehen wir diese Herrlichkeit, dann ist es nicht schwer zu leiden. 1. Kor. 2, 9.

Im 12. Kap. lesen wir weiter: „Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasset uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist.“

Diese Wolke von Zeugen ist ein Beweis der Herrlichkeit Gottes, die an ihnen offenbart wurde. Gott konnte sie gebrauchen, Dinge auszurichten, die für Menschen unmöglich waren. So will Gott auch an uns seine Herrlichkeit offenbaren und die Hoffnung des Evangeliums verwirklichen, von der fast alle Menschen sagen: Das ist unmöglich! Aber wer glaubt, wird nie zuschanden werden. 1. Petr. 2, 6-9. „Ablegen alles, was beschwert und die Sünde, die uns ständig umstrickt.“ Dann hat man ja Sieg bekommen und ist alles los, was beschwert. Dann hat man alles aufgegeben, um sein Jünger zu werden. Man ist frei geworden, so wie Jesus frei war, als er in die Welt trat und sagte: „Siehe Gott, hier bin ich, um deinen Willen zu tun!“ Dann könnten wir fragen: Was gibt es dann noch mehr? Doch es steht weiter geschrieben: „und mit Geduld laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.“ Das ist es, was Paulus schreibt: „Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, dass ihr heilig werdet, das Ende aber ist ewiges Leben“. Hier sehen wir, was wir tun, und woran wir teilbekommen, nachdem wir von der Sünde freigeworden sind.

Timotheus war von der Sünde freigemacht, aber er sollte Acht haben auf sich selbst und auf die Lehre. Dann sollte er sich selbst erretten und die ihn hörten. Die Frucht seiner Arbeit war für ihn Heiligung. Sehr viele Prediger denken nie daran, dass das die Frucht ist. Aber sie sind auch nicht von der Sünde freigemacht. Sie haben vielleicht eine herrliche Bekehrung erlebt, vielleicht auch eine Geistestaufe, sie gehen in eine Bibelschule und studieren Theologie. Niemand fragt, ob sie von der Sünde freigemacht worden sind, auch nicht, ob sie an der Heiligung teilhaben. Das Ganze ist ein System, in das sie hineinkommen, nachdem sie durch die breite Pforte gegangen sind.

Nachdem wir durch die enge Pforte gekommen sind und Sieg über die Sünde bekommen haben, finden wir das, was Paulus „Werke des Leibes“ nennt, welche wir durch den Geist töten sollen. Die Werke des Leibes sind unsere menschliche Natur, die aus unserem Leib hervorkommt, weil ich Sünde habe, die ich noch nicht gesehen habe. Das ist das andere Gesetz in meinen Gliedern, das da streitet wider das Gesetz in meinem Sinn. Röm. 7, 23. Der Geist zeigt es mir, wenn ich Acht habe auf mich selbst und auf die Lehre. Durch das Wandeln im Licht töte ich diese Werke, und die göttliche Natur nimmt zu. Das ist geistliches Wachstum und Entwicklung - Heiligung. Eine herrliche Frucht in meinem Dienst! Dies ist ein Lauf - ein Kampf, der vor uns liegt - nachdem wir alles abgelegt haben, was uns beschwert und die Sünde, die uns ständig umstrickt.

„Und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher um der vor ihm liegenden Freude willen geduldig das Kreuz ertrug und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes.“ Jesus hat also diesen Glaubenslauf angefangen und vollendet, und wir sehen, wo er gelandet ist. Bist du zum Glauben gekommen an das Evangelium? Bist du mit in dem gleichen Lauf wie Jesus? Siehst du hin auf die Freude, die dich erwartet? „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron.“ Off. 3, 21. Zu seiner Zeit fragte Jesus: „Wenn aber der Menschensohn kommt, ob er dann wohl den Glauben auf der Erde finden wird?“

Wir lesen weiter im Kap. 12, dass alle echten Kinder an der Züchtigung teilhaben, und dass wir gezüchtigt werden, „damit wir an seiner Heiligkeit teilbekommen.“ Hast du das jemals gelesen, dass du an seiner Heiligkeit teilbekommst, wenn er dich züchtigt? „Darum achte nicht die Züchtigung des Herrn gering und werde nicht mutlos, wenn du von ihm gestraft wirst.“ „Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde!“

Hier sehen wir, wie der „Bürge“ - unser Hohepriester - mit uns arbeitet. Die Hebräer waren auf dem Weg zurückgeblieben. Nach der Zeit hätten sie schon Lehrer sein sollen, aber sie waren immer noch Kinder und vertrugen keine feste Speise. Woher kam es, dass sie nicht gewachsen waren? Sie waren träge geworden, vom Gehorsam zu hören! Ohne Gehorsam konnte aber Jesus ihnen nicht zur Erlösung dienen. Kap. 5. Es waren diese, die einen solch herrlichen und ganzherzigen Anfang gemacht hatten, wie wir in Kap. 10, 32 lesen. Obwohl sie aber in einem solchen Zustand waren, schreibt der Apostel von der himmlischen Berufung und von der Herrlichkeit Jesu Christi, an der sie teilbekommen konnten. „Ein so großes Heil“ war noch für sie möglich. Doch er erinnert sie daran: „Denn unser Gott ist ein verzehrend Feuer.“ Und er ermahnt sie: „Darum, weil wir empfangen ein unbeweglich Reich, lasset uns dankbar sein und also Gott dienen, ihm zu gefallen, in Zucht und Furcht.“