Verborgene Schätze

Durch die Liebe tätig sein

Juni/Juli 2026

Durch die Liebe tätig sein

„Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“ (Gal. 5,6) „Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ (1. Kor. 13,2)

Daran sehen wir, wie zentral die Liebe ist und dass sie zusammen mit dem Glauben Großes bewirken kann. In der lebendigen Gemeinde Gottes erleben wir eine kräftige Glaubensverkündigung – und der Glaube kommt durch die Verkündigung, wenn sie aus Gottes Wort kommt (Röm. 10,17). Woran liegt es dann, dass ich relativ wenig erreicht habe, obwohl ich Gottes Wort schon seit vielen Jahren höre? Ich habe die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen. Hätte ich das getan, wäre der Glaube viel wirksamer gewesen, denn der Glaube kann Wunder bewirken. Durch den Glauben baute Noah, durch den Glauben opferte Abraham, durch den Glauben bekam Sara Kraft, und durch den Glauben segnete Isaak.

Sie alle bekamen ein Zeugnis für ihren Glauben, und es war die Liebe zu Gott, die in ihnen wirkte, diese Werke des Glaubens auszuführen. Glaube ohne Werke ist tot, und Jakobus geht hart mit denen ins Gericht, die meinen, sie hätten Glauben, die aber keine Werke vorzuweisen haben (Jak. 2,14–20).

Wenn Gottes Wort im Geist und in der Wahrheit verkündet wird, überführt der Heilige Geist die Menschen der Sünde – ihrer eigenen Sünde (Joh. 16, 8–1). Meistens sieht es in Wirklichkeit schlechter aus, als man dachte. Da stehen wir vor einer Entscheidung. Wer die Liebe zur Wahrheit annimmt, erlebt, dass das Wort wirksam ist und die verborgenen Gedanken und Ratschläge des Herzens richtet (Hebr. 4,12). Tief im Innersten des Herzens werden die allerwichtigsten Entscheidungen getroffen, die nur Gott mitverfolgen kann, doch dort wird die Grundlage für den Fortschritt in Gott und das Wachstum in den Tugenden Christi gelegt. Die Liebe zur Wahrheit macht den Glauben wirksam, und Gott kann etwas schaffen, was es zuvor nicht gab. Eine wunderbare Entwicklung in Gnade und Erkenntnis.

Die Thessalonicher hatten von Gott gelernt, einander zu lieben. Daher war es für Paulus nicht nötig, ihnen über die Bruderliebe zu schreiben (1. Thess. 4,9). Die brüderliche Liebe war warm, innig und brennend. Der Umgang mit Gott hatte sie gelehrt, dass seine Barmherzigkeit sehr groß war, und sie hatten gelernt, ihre Brüder so zu behandeln, wie Gott sie selbst behandelte. Sie waren zur Heiligung geführt worden. Sie fügten sich als Glieder am herrlichen Leibe Christi ein.

Der Glaube der Römer war in der ganzen Welt bekannt geworden, weil Paulus ihnen den Glaubensgehorsam verkündet hatte (Röm 1,8). Er verkündete, dass sie in die Fußstapfen Abrahams treten müssten, die er hinterlassen hatte, als er seinen Sohn auf dem Altar opferte. Damals gab es in Rom vermutlich Christenverfolgungen, und viele lebten in Höhlen und in der Wüste und mussten aus ihren Häusern fliehen, um ihr Leben zu retten. Ihr Glaube wurde auf die Probe gestellt, und er wurde weithin bekannt. Paulus schreibt in Römer 8,18: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

Die Liebe zu Gott ließ Paulus die Dinge so sehen, und voller Zuversichtlich ging er seinem Ende entgegen. Er konnte sagen: „Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!“ (1. Kor. 11,1) Der Glaube seiner Brüder in Rom war durch die Liebe tätig geworden, und dadurch konnte Paulus sie so ermahnen, wie er es im 12. Kapitel tut.

Lasst uns denen nachfolgen, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben (Heb. 6,12).