Verborgene Schätze

„Wäre der Herr nicht bei uns ...“

Juni/Juli 2026

„Wäre der Herr nicht bei uns ...“

„Wäre der HERR nicht bei uns – so sage Israel –, wäre der HERR nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen, so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns entbrennt.“ (Ps. 124,1–3) Ehrsucht, das Vertrauen auf die eigene Leistung und auf unsere eigenen Werke liegen wie eine tiefe, schwarze Wurzel in unserer menschlichen Natur verankert. Besonders wenn es um Geld, menschliches Wissen oder geistliche Gnadengaben geht, passiert es schnell, dass man Gott zwar Ehre gibt, doch im selben Atemzug noch etwas hinzufügt, das sinngemäß bedeutet: „Ich auch“. Deshalb ist es so wichtig, die eindringliche Ermahnung zu beachten, die David an Israel richtet: innehalten und sich noch einmal bewusst machen, dass es Gottes Ehre ist und bleibt, wenn wir Erfolg haben.

Johan O. Smith ermahnt in einem Brief vom 27. Mai 1908: „Wir müssen siegen, wenn wir geschlagen werden, und siegen müssen wir, wenn wir schlagen, ...“ David war ein Beispiel dafür. Selbst als die Frauen und Kinder von den Philistern weggeführt worden waren, fragte er zuerst den Herrn um Rat, bevor er den Feind angriff (1. Sam. 30,6–8). Diese demütige Haltung und innere Armut vor Gott, verbunden mit seinem lebendigen Glauben, machten ihn unbesiegbar. Es ist unmöglich, einen lebendigen Glauben an Sieg zu haben und gleichzeitig nach Ehre von Menschen zu streben. „... sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.“ (1. Kor. 15,10) Durch diese Formulierung wird deutlich, dass Paulus sich bewusst war, dass er nicht automatisch einen „Anspruch“ auf die Gnade hatte. Aufgrund seiner außergewöhnlich geringen Gedanken über sich selbst konnte Gott ihm außergewöhnlich große Gnade zum Wirken schenken. Die Gnade war mit ihm, und deshalb war nicht er selbst es, der gewirkt hatte, sondern die Gnade, die mit ihm war. Ohne diese Gnade hätte Paulus nicht das ausrichten können, was er tat, und es hätte ihm auch nicht gelingen können.

Möge Gott uns bewahren, dass wir alles, was nach Selbstgefälligkeit riecht, hassen, kreuzigen und verurteilen und niemals von dieser wichtigen Erkenntnis abweichen. Dann wird auch Gottes Gnade reichlich über uns sein – unser ganzes Leben lang.