Deiner Berufung würdig wandeln
„So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertraget einer den andern in Liebe.“ (Eph. 4,1–2)
Paulus schrieb das aus der Gefangenschaft in Rom. Man kann sich vorstellen, dass die Behandlung, die er dort erfuhr, nicht immer besonders freundlich und angenehm war, aber Paulus konnte darauf mit Sanftmut, Geduld und Liebe reagieren. Was ihn dazu befähigte, war, war Demut! Es ist mir unmöglich, auf eine solch unangenehme und ungerechte Behandlung so zu reagieren, wenn auch nur ein Funken Stolz in meinem Herzen ist. Und genau unter solchen Umständen erwacht der Stolz in meinem Fleisch. Aber das gibt mir die Möglichkeit, ihn zu überwinden, indem ich mich noch tiefer erniedrige, damit ich noch mehr vom ewigen Leben, von Sanftmut, Geduld und Liebe ergreifen kann. Man kann ungerechte Behandlung und ungerechtes Verhalten ertragen, indem man sich damit abfindet, aber es ist etwas ganz anderes, es in Liebe zu ertragen. Dafür braucht es dieses Sterben! Bei Letzterem hat man Freude im Herzen, bei Ersterem hat man keine Freude.
Paulus stellt sich hier als der Gefangene im Herrn vor. Diese Umstände waren vom Herrn so bestimmt worden, und der Zweck war, dass der Herr in dieser Situation verherrlicht werden sollte, indem Jesu Leben an Paulus‘ Leib offenbar wurde.
Mögen wir diese Ermahnung zu Herzen nehmen und stets darauf bedacht sein, in jeder Situation, in die wir kommen, unserer himmlischen Berufung würdig zu leben.