Verborgene Schätze

Die Sorglosen und Selbstsicheren

Juni/Juli 2026

Die Sorglosen und Selbstsicheren

In Amos 6,1 (EÜ) steht: „Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria, den Vornehmen des Ersten unter den Völkern, zu denen das Haus Israel kommt.“ In der Gemeinde geht es uns fantastisch gut, sowohl geistlich als auch irdisch gesehen. Doch müssen wir in unserem persönlichen Leben darauf achten, dass sich nicht Selbstsicherheit und Sorglosigkeit einschleichen. Denn das würde unser geistliches Wachstum zum Stillstand bringen. Wenn wir Sieg über offenbare Sünden haben und somit eine bestimmte geistliche Stufe im Leben erreicht haben, neigen wir schnell zu einem oberflächlichen und sorglosen Leben. Eine Art Paradiesleben, in dem die Armut im Geist und der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit verschwunden sind. Wir „surfen“ gewissermaßen durch die Wellen des Lebens, ohne dass dabei eine ständig tiefergehende Heiligung stattfindet. Es fehlt die Armut im Geist und das Anerkennen der eigenen Sünde.

In 1. Korinther 10,1–12 ermahnt uns Paulus dazu, das, was mit Israel und den Juden geschah, als Vorbild und Warnung für uns zu verstehen, damit wir nicht am Bösen unsere Lust haben. Er schreibt zum Beispiel in Vers 7: „So werdet nicht Götzendiener, wie einige von ihnen es wurden, wie geschrieben steht: „Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, um zu spielen.“ Wenn Ernsthaftigkeit und Gottesfurcht verloren gehen, sollten bei uns einige rote Warnlampen aufleuchten, denn dann droht Gefahr für unser geistliches Leben. Da brauchen wir ein echtes geistliches Erwachen, damit wir nicht die Möglichkeiten verschlafen, die uns durch das Evangelium gegeben wurden, und die Zukunft, die Gott für uns vorgesehen hat, die wir eine himmlische Berufung haben.

Als Mose und Josua mit den Gesetzestafeln vom Berg Sinai zurückkehrten und sich dem Lager näherten, wie es in 2. Mose 32 zu lesen ist, hörten sie Gesang. Es waren keine Siegesrufe, die sie hörten. Und als sie näher kamen, sahen sie, wie die Menschen um das goldene Kalb herumtanzten und dass Aaron sie in Götzenverehrung hatte abfallen lassen. Da wurde Mose zornig, warf die Gesetzestafeln weg und zerbrach sie. Dann nahm er das goldene Kalb, zermalmte es zu Staub und warf es ins Feuer. Dann stellte er sich an den Eingang des Lagers und rief: „Her zu mir, wer dem Herrn angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi.“ An jenem Tag wurden sie zu Priestern für den Herrn geweiht. Mögen wir wirklich diese Einstellung der Söhne Levi haben, damit wir uns von allem losreißen, was uns fesseln und unseren Lauf behindern will! Es darf nichts geben auf dieser Erde, das wir bewundern oder anbeten. Das würde uns nämlich daran hindern, dem lebendigen Gott mit ganzem und brennendem Herzen zu dienen.

In Jesaja 52,1–2 steht eine wunderbare Ermahnung: „Wach auf, wach auf, Zion, zieh an deine Stärke! Schmücke dich herrlich, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn es wird hinfort kein Unbeschnittener oder Unreiner zu dir hineingehen. Schüttle den Staub ab, steh auf, setz dich auf den Thron, Jerusalem! Mach dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion!“ Es kann ja sein, dass wir in eine trügerische Sicherheit, in Nachlässigkeit und vielleicht auch in schlechte Gewohnheiten abgeglitten sind. Wir empfinden, dass unser Leben nicht dem entspricht, wie es angesichts unserer hohen und heiligen Berufung sein sollte. Dann lautet die Aufforderung: „Mach dich los von den Fesseln deines Halses!“ Wenn man mit dem Auto aus Spurrillen herauskommen will, muss man kräftig gegenlenken, um wieder auf die richtige Fahrbahn zu gelangen. So ist es auch in unserem Leben: Es braucht Eifer und Tatkraft, damit alles in rechten Bahnen verläuft. Dann erleben wir Frieden und Freude im Heiligen Geist und bekommen die Gewissheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So halten wir Kurs und steuern gemeinsam mit allen Heiligen auf die ewige Herrlichkeit zu!