Habt nicht lieb die Welt – werdet reich in Gott!
„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1. Joh. 2,15–17)
Die Welt vergeht mit ihrer Lust, und wer dem Geist folgt, der jetzt wirksam ist in den Kindern des Unglaubens, wird zusammen mit der Welt vergehen. Doch denk nur, welche Gnade es ist, schon von Jugend an den genau entgegengesetzten Weg zu gehen!
Wir sind dazu berufen, himmlische Reichtümer zu sammeln – wahre Reichtümer, die unseren Geist erfüllen. Doch dazu müssen wir zuerst und zuletzt nach Gottes Reich trachten. „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Mt. 6,24) Wir müssen bereit sein, alles in dieser Welt hinter uns zu lassen, um die wahren Werte ergreifen zu können.
Die Ermahnung, die Welt nicht zu lieben, richtet sich nicht an Menschen, die tief in der Sünde stecken und sich bekehren müssen. Diese Ermahnung wird unter anderem den Vätern gegeben und den jungen Männern, die stark sind und in denen Gottes Wort bleibt und die den Bösen überwunden haben (1. Joh. 2,14–17).
„Aber du, Mensch Gottes, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut!“ (1. Tim. 6,11) Wir können diese himmlischen Schätze unmöglich erlangen, ohne „im Laufschritt“ unserem Egoismus zu entfliehen. Denn auch in uns selbst gibt es eine ganze Welt von Bosheit, Stolz, Arroganz, Ehrgeiz usw., die Gott uns gerne zeigen will. Diese Sünden müssen wir uns eingestehen und sie ausleiden, soweit wir sie zu sehen bekommen, damit sie immer mehr die Macht in unserem Leben verlieren.
Nur im Leib Christi können wir Christi Tugenden erlangen, und nur da werden diese Reichtümer groß gemacht. Da ist Kraft im Geist – ja Macht, die Macht Satans unter die Füße zu treten. „Und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke.“ (Eph. 1,19)
Wollen wir zu den wahren Schätzen gelangen, müssen wir in Geist und Wahrheit unser Leben hingeben und Jesus in die Niedrigkeit folgen. Die Früchte des Geistes hängen nicht hoch, sie hängen tief unten. Wir merken, dass wir Gottes Gnade brauchen, damit wir Jesus auf dem Weg nach unten folgen können. „In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ (Kol. 2,3)
Wir singen in WdH Nr. 59: „Tief unten man verborgne Schätze findet, tief unten gibt es Weisheit, Fried und Freud. Nur dort das Leben völlig wird ergründet, dort zeigt uns Gott verborgne Herrlichkeit.“ Dann wird das Herz durch diese Schätze so getröstet, dass die Welt und ihre Verlockungen immer mehr ihre Macht verlieren.