Der Eckstein, der die Richtung weist
„Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden.“ (1. Petr. 2,6) Petrus schreibt weiter, dass dieser kostbare Eckstein auch zu einem Stolperstein und Ärgernis für die Ungläubigen geworden ist. Sie stolpern aufgrund ihres Unglaubens gegenüber dem Wort (Vers 7–8).
Der Grundstein wurde in Zion gelegt – weit weg von der Denkweise und Vernunft der Herrscher dieser Welt. Er liegt außerhalb des Lagers, und die Aufforderung lautet, zu ihm hinauszugehen und seine Schmach zu tragen (Hebr. 13,13). Dort draußen finden diejenigen, die glauben, ihr Heil durch das Wort vom Kreuz – die Torheit der Verkündigung. Diese glauben an den Eckstein und richten das Bauwerk ihres Lebens nach ihm aus – und sie werden nicht zuschanden. All diese Bauwerke werden zu einem heiligen Tempel des Herrn zusammengefügt (Eph. 2,19–22). Kein anderes Bauwerk kann in diesen Tempel eingefügt werden, denn sein Fundament liegt anderswo als in Zion.
Die Ausrichtung des Ecksteins ist das Leben Jesu, und sein Name ist das Wort Gottes (Offb. 19,13). Als Paulus auf dem Weg nach Damaskus Jesus in einer Vision begegnete, fragte er: „Wer bist du, Herr?“ Im weiteren Verlauf seines Lebens erfuhr er dann wirklich, wer Jesus war, und bekam ein tiefes Verständnis vom Eckstein Jesus Christus (Phil. 3,7–10). In Paulus brannte ein unstillbares Verlangen, den Eckstein besser kennenzulernen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tod gleichgestaltet zu werden. Er jagte nach dem vollkommenen Leben.
Paulus fasst den Lebensweg Jesu in der Erniedrigung in Kap. 2,6–8 zusammen. In Vers 5 werden wir dazu ermahnt, die gleiche Gesinnung zu haben. Seine Sehnsucht nach dem Leben Jesu und der Nachfolge ermöglichte es ihm, wie ein kluger Baumeister das Fundament zu legen, und er ermahnte uns, darauf zu achten, wie wir darauf weiterbauen (1. Kor. 3,10). Das ist das Fundament der Apostel und Propheten, mit Jesus Christus selbst als Eckstein, sicher verankert in Zion!
Die Mächtigen dieser Welt reden so schön über Demut, aber wer will sich selbst erniedrigen und in dieser Welt ehrlos werden? Wer hat die Kraft, sich selbst eine Geißel zu machen und die Geldwechsler und alle möglichen Händler aus den innersten Kammern des Herzens zu vertreiben?
Lasst uns die Wahrheit lieben und die Gebote, die der Meister in unsere Herzen schreibt, damit wir nicht durch Unglauben über das Wort stolpern. Dieses Bleilot in Serubabels Hand wird uns durch Gehorsam auf dem richtigen Weg bewahren (Sach. 4,10). Dann wollen wir als Gefäße der Barmherzigkeit seine Größe verkünden, der uns aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen hat (1. Petr. 2,9–10). Möge die Sehnsucht nach diesem Leben in Gerechtigkeit, das uns zu einem heiligen Tempel zur Ehre des Namens Jesu zusammenfügt, in meinem und in unser aller Leben zunehmen!