Verborgene Schätze

Zum Gedenken an Emil Borch

März 2026

Zum Gedenken an Emil Borch

Emil Borch, unser lieber Bruder und Hirte in Kopenhagen, ging am 22. Januar 2026 im Alter von 82 Jahren plötzlich heim zu Gott. Er war in der Stadt Roskilde bei Kopenhagen zusammen mit seiner Frau Lene, die dort einen Arzttermin hatte. Während er allein auf einer Bank vor dem Dom wartete, wurde er plötzlich in die himmlischen Wohnungen heimgerufen. Emil war bereit. Dennoch wird sein plötzlicher Tod von denen, die ihm am nahestanden, und von der Gemeinde in Kopenhagen als ein großer Verlust empfunden.

Als Emil sieben Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Tønder in Südjütland. Seine Eltern führten ein gottesfürchtiges und gastfreundliches Heim. Sie hatten einander in einer christlichen Gemeinde kennengelernt, die damals „White Fields“ hieß. Dort besuchte Emil die Kindergottesdienste. In Tønder kam die Familie Borch in Kontakt mit der Gemeinde. Von da an nahm sie an Hausversammlungen teil und beteiligte sich später regelmäßig am Gemeindeleben. Als Emil zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach Seeland und damit näher nach Kopenhagen.

Während seiner Militärzeit lag Emil eines Nachts in der oberen Koje im Stevnsfortet (einem dänischen Militärstützpunkt) – dort gab er Gott sein ganzes Herz. Es war eine stille Entscheidung, aber sie war unerschütterlich und hatte bis zum Ende seines Lebens Bestand. Im Alter von 23 Jahren heiratete Emil Lene, die Tochter von Erna und Georg Riis Pedersen. Gemeinsam bauten sie ein Heim, das von Wärme und Gastfreundschaft geprägt war. Emil verdiente seinen Lebensunterhalt als Elektriker und war fleißig und gründlich in kleinen wie in großen Dingen – nicht zuletzt auch, was das Finanzielle betraf.

Emils Frau Lene war Mark in seinen Gebeinen, und ihr Zuhause wurde zum großen Segen. Ihre 13 Kinder sind mit ihren Familien an ihren jeweiligen Wohnorten zur Freude und Erbauung.

Mit 27 Jahren schrieb Emil den Artikel „Gastfreundschaft“ in Skjulte Skatter. Darin heißt es: „Gastfreundschaft ist mehr als Kaffeebesuch, der oft ein Gegenbesuch ist. Gastfreundschaft bedeutet, rund um die Uhr ein offenes Haus zu haben und stets das Beste zu servieren, was das Haus zu bieten hat. Welch ein Segen über ein solches Haus kommt, in dem die Geschwister sich wirklich willkommen fühlen und sich auch beim Weggehen wieder willkommen wissen. „‚Denn durch sie haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.‘“ Der Inhalt dieses Artikels war für Emil nicht nur Theorie, sondern in höchstem Maße gelebte Praxis.

Wir haben Emil als einen sehr sachkundigen Mann erlebt, der Vergangenheit und Gegenwart in großen Zusammenhängen sehen konnte. Seine Demut verlieh ihm etwas Hoheitsvolles und Edles – er hatte einen erhabenen Geist. Zugleich stand er jedem Einzelnen nahe. Mit seinem warmen Humor und dem Geist des Glaubens konnte er uns alle aufrichten, sodass wir in dieselben Spuren der Liebe treten konnten. Wenn Emil sprach, sammelte er zu Christus und zur Gemeinde – nicht zu sich selbst. Er predigte das einfache und klare Wort vom Kreuz.

„Gedenkt eurer Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt dem Beispiel ihres Glaubens.“ (Hebr. 13,7) Emil war wahrlich ein Wegleiter zum Guten. Als in den 1990er-Jahren eine Erweckung über die Gemeinde ging, hatte er eine klare und prophetische Sicht und unterstützte Kåre J. Smith. Das ist den Gemeinden in Dänemark zum großen Segen geworden, da Emil einen klaren Blick für das hatte, was Gott segnet. Kein Wunder, dass die Gemeinde hier dadurch so reichlich von Gott gesegnet ist.

Dankbar sind wir auch dafür, dass unser lieber Bruder Keld Borch, Emils Sohn, die Hauptverantwortung in Kopenhagen übernommen hat und im Geiste seines Vaters den Geschwistern hier mit viel Eifer und Liebe dient und das Vertrauen der Geschwister hat.

Am 29. Januar hatten wir eine schöne und würdige Beerdigung für Emil Borch, bei der auch Kåre J. Smith und viele Geschwister aus Nah und Fern anwesend waren. Kåre Smith las aus Prediger 10,17: „Wohl dir, Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur rechten Zeit tafeln, sich zu stärken und nicht, um zu saufen.“ Ja, wir dürfen uns glücklich schätzen, Emil als Wegleiter gehabt zu haben. Er hielt am Wort Gottes fest und suchte nicht das Seine. Er hatte ein Leuchten in den Augen und ein verschmitztes Lächeln, und sein Geist strahlte eine besondere Schönheit aus. Er liebte es, zu segnen und Gutes zu tun. Emil bewahrte, was von Anfang war – das Wort des Lebens, in dem Gottes schöpferische Kraft liegt.

Wenn das Wort Fleisch wird, entsteht eine gewaltige Herrlichkeit, dann bekommen Gottes Wort und Wille Beine. Das Heim ist dann nicht nur ein Heim in der Gemeinde, sondern ein Gemeindeheim! Wenn das Wort im Heim Raum gewinnt und regiert, wohnt da ein himmlischer Geist.

Emil kam zu einem neuen Leben – einem gerechten Leben in Gedanken, Worten und Werken. So wurde er auch ein Freudenbote Zions, so wie in es Jesaja 40,9 geschrieben steht. Ein Freudenbote hat das geistliche Zeugnis vom Leben, das von Sieg über die Sünde zeugt. Er wandelt in Gerechtigkeit und tut, was recht ist. Er redet zur rechten Zeit, und wir sollen auf ihn hören. Und nur wer um der Gebote willen gelitten hat, kann auf Zion hervortreten und seine Stimme erheben. Das konnte Emil.

Peter Riis Pedersen, der mehr als 50 Jahre eng mit Emil zusammengearbeitet und gedient hat, las aus Hiob 29,12–16. „Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und die Waise, die keinen Helfer hatte. Der Segen des Verlassenen kam über mich, und ich erfreute das Herz der Witwe. Gerechtigkeit war mein Kleid, und wie Mantel und Turban umhüllte mich das Recht. Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß. Ich war ein Vater der Armen, und der Sache des Unbekannten nahm ich mich an.“ Dies wurde oftmals bestätigt, als viele bei der Beerdigung von Emils persönlicher Fürsorge und Wärme in Freude und Leid Zeugnis gaben.

Die Beerdigung bewirkte eine Erweckung in den Herzen, die die Zeit danach und unsere Zusammenkünfte in Kopenhagen deutlich geprägt hat.

Nun ist Emil selig und vereint mit den Treuen in der Wolke der Zeugen. Er betet mit ihnen und mit Jesus für uns, die wir noch im Kampf stehen.

Mögen wir, die wir leben, seinem Glauben nachfolgen!