Lebe ein gekreuzigtes Leben!
Der Apostel Paulus schreibt in Gal. 2,19–20 ein sehr kräftiges persönliches Zeugnis: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.” Nicht alle können ein solches persönliches Zeugnis über sich selbst abgeben. Paulus hatte es so; darum konnte er das mit Gewissheit schreiben. Er verkündigte das Wort vom Kreuz mit Kraft, weil er täglich darin lebte.
Bei allen, die gekreuzigt leben, ist das „Ich, mir, mich und mein“ gekreuzigt. Sie suchen das, was Jesus Christus angehört, und leben im Glauben an den Sohn Gottes.
Paulus schreibt auch von sich selbst, dass es fern von ihm sei, sich etwas anderes zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den ihm die Welt gekreuzigt war und er der Welt. Das Kreuz bewirkt eine klare Trennung zur Welt (Gal. 6,14).
Jesus hatte eine Botschaft an alle (Luk. 9,23): „Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Auch Paulus ermahnt die Korinther: „Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!“ (1. Kor. 11,1)
In allen Briefen, die Paulus schrieb, finden wir Hilfe und Wegleitung. Darin lesen wir von Jesus, unserem Vorläufer, dem wir nachfolgen können. Er, der sein Kreuz auf sich nahm und gehorsam war bis zum Tod am Kreuz.
Die Galater waren unverständig, sodass Paulus ihnen schrieb: „Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?“ (Gal. 3,1) Mögen wir nicht zu den Unverständigen gehören, wenn es gilt, das Kreuz in unseren Verhältnissen anzuwenden. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft.“ (1. Kor. 1,18) Die Kraft des Kreuzes liegt darin, dass der Sündenleib zunichte gemacht wird und wir mehr und mehr in Jesu Bild verwandelt werden.
Paulus ermahnt uns in Phil. 3,17: „Ahmt mit mir Christus nach, Brüder und Schwestern, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt.“ Lasst uns solche Vorbilder sein, damit andere auch Lust bekommen und dazu angespornt werden, jeden Tag ihr Kreuz auf sich zu nehmen.
Zu der Zeit der Apostel gab es viele, die Feinde des Kreuzes Christi waren, darum schreibt Paulus in Vers 18: „Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi.“ Sie waren Feinde, weil sie das Wort, das sie hörten, nicht in ihrem persönlichen Leben anwendeten. Sie hatten nur einen gottesfürchtigen Schein, doch die Kraft verleugneten sie (2. Tim. 3,5).
Lebe ich ein gekreuzigtes Leben, dann ist Christus mein Haupt geworden, das mich leitet. Johan O. Smith singt in Lied WdH 361, Strophe 2: „Stets das Wort vom Kreuze lehrt mich, recht zu leben Stund für Stund.“ Dadurch werden Jesu Tugenden mehr und mehr in meinem Leben sichtbar. Möge das Wort vom Kreuz täglich bei uns sein, sodass wir Jesus Christus angehören und unser Fleisch samt Lüsten und Begierden gekreuzigt halten (Gal. 5,24). Stehen wir in diesem Lauf, dann kommen wir bereits hier zu einem herrlichen, inhaltsreichen und glücklichen Leben.