Folge du mir!
Jesus will, dass wir Menschen in unserem Gottesdienst glücklich sind. So war es bei den Schriftgelehrten nicht. In ihrer Selbstherrlichkeit waren sie stark, selbstgefällig, kalt und unbarmherzig. In Matthäus 16,24 wendet sich Jesus an seine Jünger, indem er sie zu einem neuen Leben einlädt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ Jesus spricht diejenigen an, die wollen – und für sie ist es ganz und gar möglich, seine Nachfolger zu werden. In seiner Einladung an die Menschen stellte Jesus keine Anforderungen an besondere Qualifikationen oder Eigenschaften, um ihm folgen zu können. Er fragt nur, ob wir willig sind, uns zu verleugnen und unser Kreuz auf uns zu nehmen. Jesus lockte seine Jünger nicht durch irdischen Reichtum oder sonstige Herrlichkeit dieser Welt. Er zeigte ihnen den Weg der Selbstverleugnung und der Leiden. Bin ich bereit, mit ihm zu leiden, dann werde ich ein wahrer Nachfolger Jesu. Ich kann in Jesu Fußspuren laufen: „... er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet.“ (1. Petr. 2,22–23)
In Johannes 21,18–22 ist Petrus damit beschäftigt, wie es dem Jünger ergehen werde, den Jesus liebte und der beim Abendmahl an seiner Brust gelegen hatte. Jesus antwortet: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“ (V. 22) Die Nachfolge sollte nicht darauf gründen, hier auf Erden irgendeine Hoffnung oder Stütze zu haben, sondern allein auf einer brennenden Liebe zu Christus. Etwas früher, im selben Kapitel, fragt Jesus Petrus dreimal, ob er ihn liebt. Es scheint, als wollte Jesus ganz sicher sein, dass Petrus ihn über alles und jeden auf der Welt liebte. Obwohl Petrus beteuerte, dass er Jesus lieb hat, fragte er Jesus trotzdem nach etwas, das ihn nicht betraf und letztlich unwesentlich war. Wie schnell ist man mit etwas beschäftigt, das keine Bedeutung hat oder an dem man sowieso nichts ändern kann. Das beschäftigt uns und nimmt unsere Zeit in Anspruch. Dann müssen wir uns an die Worte von Jesus erinnern: Was geht dich das an? Folge du mir!
Maria hatte das gute Teil erwählt; das sollte nicht von ihr genommen werden. Maria saß zu Jesu Füßen und hörte seine Worte, die so wertvoll waren und ihr etwas gaben, das ihr nichts und niemand jemals nehmen konnte. Vieles wird uns Menschen eines Tages genommen werden: Dienste, Gnadengaben, Reichtum usw. Die Unterweisung, die wir vom Meister bekommen, ist der Weg in die Erniedrigung. Durch Jesu Lehre in unserem Inneren erhalten wir Anteil an Weisheit, ja am Leben selbst – das Herrlichste und Größte, was ein Mensch je erhalten kann. An den sieben Gemeindedienern in der Offenbarung sehen wir, dass fünf von ihnen mitten in ihrem Dienst von ihrer einfachen Treue zu Christus abgekommen waren. Denken wir in unserem Dienst nur ein wenig an unseren Namen und unsere Ehre, so kommen auch wir schnell vom Kurs ab. Eines sollte uns immer klar sein: Folge du mir nach!