Salomos Wegweisung für junge Menschen
„Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht, und dein Herz behalte meine Gebote, denn sie werden dir langes Leben bringen und gute Jahre und Frieden.“ (Spr. 3,1–2)
Diese Worte stammen von Salomo, und es ist gut möglich, dass er sie oft von seinem Vater David gehört hatte. David lebte ein Gott hingegebenes Leben und deshalb hatten seine Worte Gewicht. Er setzte schon in seiner Jugend voll auf Gott – so sehr, dass er bereits damals dieses Zeugnis bekam: „Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen.“ (1. Sam. 13,14)
Salomo fährt mit seinen Ermahnungen in Sprüche 3,3–5 fort: „Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. Hänge meine Gebote an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Freundlichkeit und Klugheit erlangen, die Gott und den Menschen gefallen. Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“
Es ist mein eigener Verstand, der mich von Gottes Segen und Kraft ausschließt. „Denn des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er die stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind.“ (2. Chr. 16,9) König Asa vertraute mehr auf seinen Verstand als auf Gott und wollte mit eigener Vernunft Frieden für sich und sein Volk schaffen. Das Ergebnis war genau das Gegenteil, denn es heißt später: „Du hast töricht getan, darum wirst du auch von nun an Krieg haben.“
Warum herrscht in meinen Gedanken oft Krieg und Unfrieden? Warum bringen mich die Umstände und die Worte und Handlungen anderer aus der Ruhe? Woher kommen all diese Sorgen? Die Antwort ist einfach und die Wahrheit messerscharf: Mein Herz war nicht ganz für Gott. Ein ganzes Herz kann nicht geteilt werden oder von jemand anderem als Gott geleitet werden, nicht einmal von meinen Gefühlen oder dem Verstand. Wenn wir Gott steuern lassen, verändert sich meine Sicht der Dinge. Ich werde wie der Adler, der seine Flügel ausbreitet, und aus der Höhe erkenne ich, was im Reich Gottes tatsächlich wichtig und wertvoll ist.
Diese Wegweisung kann ich mit meinem Verstand nicht nachvollziehen. Ich muss sie im Glauben ergreifen und auf die Tafel meines Herzens schreiben. „Aber ohne Glauben ist‘s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.“ (Hebr. 11,6)
Die ganze Welt bewundert einen klugen Verstand, und von klein auf wird man dazu erzogen, den Verstand zu nutzen, um sich irdische Güter, Ehre und Macht zu verschaffen. Auch die meisten Christen leben so, dass die Vernunft sie steuert und nicht Gott. Nur durch Glauben kann ich mich von dieser Art vernünftigen Christentums absondern und dem lebendigen Gott näherkommen. Jenseits dessen begegne ich meinen Herrn, finde Frieden und Glück. Mit Gott an meiner Seite kann ich Prioritäten setzen und an den vielen Wegkreuzungen des Lebens die richtigen Entscheidungen treffen. Er hat versprochen, für mich zu sorgen. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt. 6,33)
Salomo sagt in Sprüche 3,6–7 weiter: „Sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.“
Diese Ermahnung brauchen wir alle. Salomo wurde später stark, reich und weise in eigenen Augen und fiel von Gott ab. Er hatte seine eigene Weisung vergessen. Sie ist aktuell, nicht nur für die Jugend, sondern für uns alle, unser ganzes Leben hindurch. Wenn der Herr in unserem Herzen wohnt, lernen wir ihn kennen. Alle unsere Wege werden dann eben! Nicht, dass die vielfältigen Prüfungen des Lebens verschwinden, sondern durch Gottesfurcht werden unsere Gedankengänge ausgerichtet, und wir bleiben in Gott bewahrt – in Glück und Frieden – inmitten der Stürme des Lebens.
Lasst es uns halten wie David, schon von unserer frühesten Jugend an: „Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!“ (Ps. 18,2–3)