Seid getrost, ich habe die Welt überwunden!
Diese Worte Jesu in Johannes 16,33 sind eine der befreiendsten Botschaften, die die Menschheit je erreicht hat. Die Zeit war gekommen, wie Jesaja in Kapitel 61,1–3 prophezeit, dass er den Gefangenen und Gebundenen die Freiheit verkündigte, ein Gnadenjahr des Herrn und einen Tag der Rache unseres Gottes, um alle Trauernden in Zion zu trösten.
Die ganze Schöpfung sehnt sich nach der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, schreibt Paulus in Römer 8,19–21. Wir können uns fragen, nach welcher Art Freiheit die Schöpfung sich sehnt. Sie sehnt sich nach Befreiung von dem, was sie versklavt, Freiheit von dem Schmerz, den die Sünde in die Menschheit, in die Gesellschaft, in Familien und Ehen gebracht hat, Freiheit von unserer sündigen Natur. Sie sehnt sich nach Befreiung von dem Geist, der in den Kindern des Unglaubens wirkt.
In der Welt ruft man heutzutage laut nach Freiheit, doch das ist eine falsche Freiheit. Man möchte die Freiheit haben, zu denken, was man will, zu tun, was man will, und so zu leben, wie es einem Spaß macht. Menschlicher Wille ist nicht in der Lage dazu, vollkommenen Frieden, vollkommene Einheit und Freiheit für die Menschen zu schaffen. Wir sehen, wie die Welt sich abmüht, das hinzubekommen, und es werden enorme Mittel dafür eingesetzt – ergebnislos. Stattdessen herrscht Hoffnungslosigkeit und Chaos; der Gott dieser Welt hat die Menschen verblendet.
Was uns wirklich befreien kann, ist Gottes Wille, und dieser Wille wirkt durch das Wort vom Kreuz. Nur wenn wir dem prophetischen Wort folgen, können zur Erlösung der Schöpfung beitragen. Petrus schreibt in seinem zweiten Brief in Kapitel 1,21: „Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.“ Hier sehen wir, dass menschlicher Wille im Reich Gottes nichts ausrichten kann.
Gott sagt zum Propheten Jeremia: „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?“ (Kapitel 23,29). Dieses Wort Gottes setzte Jesus jeden Tag in die Praxis um; es zerschmiss und vernichtete, damit das Göttliche zum Vorschein treten konnte. Gehorsam gegenüber Gottes Wort brachte ihn dazu, dass er eines Tages sagen konnte: „Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16,33). Und genau deshalb nahm er Fleisch und Blut an wie die Kinder, erniedrigte sich selbst und nahm jeden Tag sein Kreuz auf sich, damit er den Geist der Wahrheit seinen Brüdern senden konnte.
Jetzt ist es an der Zeit, dass dasselbe Wort die Felsen aus Fleisch in meinem Leben zerschmeißt, all das Harte und alles, was sich um „ich, meiner, mir, mich“ dreht. Damit das geschehen kann, ist es notwendig, dass ich mich unter seinen Willen demütige. Das führt mich in die Leiden Christi hinein. Und da findet dann die Heiligung statt. Wenn ich mit ihm leide, werde ich auch mit ihm leben.
Alle, die Jesus nachfolgen wollen, sehnen sich nach dieser Freiheit. In der Nachfolge geht es genau darum: Selbst frei werden und anderen helfen, frei zu werden, mithelfen, die Auserwählten zu Christus und seinem Leib zu führen, alle, welche eine himmlische Berufung haben!