Wo wohnt Gott?
„Denn so spricht der Hohe, der Erhabene, der ewig thront und dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum, bei denen, die zerschlagen und niedergeschlagen sind, um den Geist der Niedergeschlagenen wiederzubeleben und das Herz der Zerschlagenen lebendig zu machen.“ (Jes. 57,15)
Was für ein Trost ist das doch für einen treuen Jünger, der in jeder Hinsicht mitten in den Prüfungen des Lebens steht! Man kennt ja die eigenen Grenzen, die eigene Armut, und man spürt Gottes Zucht über seinem Leben. Bin ich demütig und lasse mich beugen und formen, dann nimmt niemand Geringeres als Gott selbst in mir Wohnung. Dann kann Gott sein Werk in meinem Inneren beginnen, er wirkt eine Verwandlung – ein Wunder. Ich gehe auf dem Weg, auf dem ich die Tugenden Christi gewinne – das Größte, was ein Mensch auf Erden erreichen kann.
Gott hat die alleinige Macht! Er teilt seine Wohnung nicht mit Menschen, die eine andere Agenda haben. Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer (Hebr. 12,29). Alle Sünde und Ungerechtigkeit werden dort, wo Gott wohnt, vernichtet. Darum gilt es für uns, die wir uns entschieden haben, Gott zu dienen, dass wir unser Herz zu jeder Zeit rein bewahren. Das erfordert einen täglichen Kampf, indem ich jeden Tag mein Kreuz auf mich nehme und mich selbst verleugne. Nehme ich den Kampf von ganzem Herzen auf, kann ich trotz aller Prüfungen und Bedrängnisse des Lebens mitsingen bei dem Lied (Mandelblüte Nr. 639): „Nein, niemals allein! Nein, niemals allein! So hat der Herr mir verheißen, niemals lässt er mich allein“!