„Ich glaube, darum rede ich“
„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“ (1. Tim. 6,12). Paulus war mit dem Kampf des Glaubens gut vertraut.; er stand darin, solange er lebte, und im gleichen Geist des Glaubens vollendete er seinen Lauf. Gott hatte ihm gründlich überzeugt davon, was er durch die Gerechtigkeit erreichen konnte, die aus dem Gesetz kam.. Er prahlte nie mehr mit dieser Art von Gerechtigkeit und nutzte sie nie mehr als Grundlage für seinen Dienst. Die Gerechtigkeit aus dem Glauben wurde die tragende Kraft in Paulus‘ Leben, und sein Wirken und Reden hatte ihren Ursprung in dieser Gerechtigkeit. Er betrachtete sich selbst als den größten aller Sünder. Dadurch konnte er sich unter alle beugen und ihnen das Wort des Glaubens verkünden. Er beschreibt, wie es mit einigen derjenigen gewesen war, mit denen er gearbeitet hatte: „Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1. Kor. 6,9-–1)
Durch den Glauben an Jesus Christus hatte Paulus eine neue Grundlage für seinen Dienst bekommen. Dieser Geist des Glaubens, den er erhalten hatte, weil er seine eigene Unzulänglichkeit nach dem Fleisch erkannte, ließ ihn unbegrenzt an das glauben, was Gott in einem Menschen tun kann. Er erlebte die verwandelnde Kraft des Glaubens: vom Pharisäer, der vor Wut und Todeshass sprühte, hin zu einem, der so erfüllt war von der Liebe Christi, dass er von Ort zu Ort zog, um den Menschen diese befreiende und wundervolle Botschaft des Kreuzes zu verkünden. In diesem Geist des Glaubens redete und diente er so eifrig, dass er einmal als „Schwätzer“ bezeichnet wurde. (Apg. 17,18).
Sobald der Geist des Glaubens in ein Menschenherz einzieht, verjagt er Hoffnungslosigkeit und Zweifel. Er räumt altes Gedankengut und alle Selbstgerechtigkeit beiseite. Der wichtigste Schauplatz im Leben eines Menschen ist das eigene Herz. Dort spielt sich der Kampf ab, dort steht oder fällt man. Der Glaube ist eine Gabe Gottes, doch er kann nur durch Kampf bewahrt werden. Deshalb ist der gute Kampf des Glaubens der wichtigste Kampf, den ein Mensch führen kann. Entscheidend ist, welche Stimme wir in unseren Herzen zulassen.
„Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht so: „Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren?“ – nämlich um Christus herabzuholen; oder: „Wer will hinab in die Tiefe fahren?“ – nämlich um Christus von den Toten heraufzuholen. Aber was sagt sie? „Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen.“ Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen.“ (Röm. 10,6–8)
Die Gerechtigkeit aus dem Glauben macht das Wort Gottes für uns zugänglich. Sie gibt uns einen Geist ins Herz, der diese Worte des Glaubens verkündet. „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Deshalb ist es ganz natürlich, dass wir über das sprechen, was uns selbst geholfen hat. Der Ankläger beruft sich auch auf Gottes Wort, doch die Gerechtigkeit aus dem Glauben hält ihm entgegen: „Wiederrum steht auch geschrieben ...“ Wir können den Ankläger niemals besiegen, solange wir auf unsere eigene Gerechtigkeit vertrauen, weil wir das Gesetz zu halten meinen. Denn das Gesetz sagt: „Du sollst nicht begehren“. Die Gerechtigkeit aus dem Glauben hingegen besiegt ihn, denn darin sind Christi Blut und Sterben wirksam.
Lasst uns immer in diesem gesegneten Geist des Glaubens leben! Dann werden Ströme lebendigen Wassers von uns ausgehen, die einer sterbenden Welt Hoffnung bringen und unsere Nächsten erquicken.