So Gott will
„Wohlan nun, ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun. Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. Aber nun rühmt ihr euch in eurem Hochmut. All solches Rühmen ist böse.“ (Jak. 4,13-16).
Die meisten Menschen sind so sehr mit ihren eigenen Ideen und Zukunftsplänen beschäftigt, dass in ihren Gedanken überhaupt kein Platz ist für Gottes Willen. Das ist Hochmut. Es ist Demut nötig, um zu erkennen, dass trotz meiner besten Bemühungen alles, was in meinem Leben geschieht, ganz und gar von Gott und seinem Willen abhängig ist.
„So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom Herrn. Der ist wie ein Strauch in der Wüste.“ (Jer. 17,5-6).
Wenn ich mich auf meine eigene Kraft und meine eigenen Fähigkeiten verlasse, weicht mein Herz vom Herrn ab, von meinem Schöpfer, der mir diese Fähigkeiten gegeben hat. Man glaubt, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu können, und ist allzeit bereit, die Lorbeeren dafür zu ernten und mit seinem Erfolg zu prahlen, solange die Dinge gut laufen. Aber wenn die Dinge für einen anderen besser laufen, kann man schnell neidisch und verbittert werden.
„Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt ... Er bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jer. 17,7-8).
Die Prüfungen und Schwierigkeiten des Lebens treffen alle Menschen, unabhängig davon, an wen oder woran sie glauben. Aber wer sich auf den Herrn verlässt und wessen Hoffnung der Herr ist, der braucht sich nicht zu fürchten. Mitten in der Hitze des Tages und in dürren Jahren wächst, blüht und gedeiht er. Während andere unter dem Druck ihrer irdischen Lebensumstände ängstlich und verzagt werden, treiben die Wurzeln derer, die auf Gott vertrauen, immer tiefer in Gott hinein. Ihr Vertrauen zu Gott wird gestärkt, die Tugenden Christi kommen immer mehr zum Vorschein und werden den Menschen in ihrer Umgebung zum Segen. Solche Menschen wissen, dass alles zu ihrem Besten dient, weil sie Gott lieben und nach seinem Ratschluss berufen sind.
Normalerweise will man am liebsten sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und versucht, so gut es geht, ein gewisses Maß an Sicherheit durch Ausbildung, Geld, Fitness, Beziehungen usw. zu erreichen. Man strebt nach einer gesicherten Zukunft hier auf der Erde, aber man rechnet nicht mit einem lebendigen Gott und bedenkt nicht, dass dieses Leben nur ein Dampf ist, der für eine kurze Zeit erscheint und dann wieder verschwindet. Statt Frieden und Glück zu finden, wird man von den Sorgen der Welt aufgefressen. Selbst diejenigen, die sich bester Gesundheit erfreuen und materiell erfolgsverwöhnt sind, machen sich Sorgen, weil all das eines Tages ein Ende haben kann.
„Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen... Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht, ... denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“ (Ps. 127,1-2).
Ich will meine eigene Schwachheit erkennen, in geringen Gedanken über mich selbst bewahrt werden und mein ganzes Vertrauen auf Gott und seine Allmacht setzen. (1. Petr. 5,6–7).