Verborgene Schätze

Wie Paulus den Einzelnen liebte – ein Vorbild zur Nachfolge

März 2025

Wie Paulus den Einzelnen liebte – ein Vorbild zur Nachfolge

Philemon war ein enger Freund und Mitarbeiter von Paulus. In seinem Brief an Philemon lobte er ihn zunächst für seine Liebe und seinen Dienst an den Gläubigen: „Denn ich hatte große Freude und Trost durch deine Liebe, weil die Herzen der Heiligen erquickt sind durch dich, lieber Bruder.“ (Phil. 7). Gewiss erwärmten diese Worte Philemons Herz und öffneten seinen Sinn für die eigentliche Botschaft des Briefes. Paulus machte dann deutlich, dass er Philemon aufgrund seiner geistlichen Autorität auch einfach Anweisungen geben könnte, doch stattdessen bat er ihn liebevoll (Phil. 8–9). Während seiner Gefangenschaft war Paulus nämlich mit Onesimus in Kontakt gekommen, einem Knecht Philemons. Onesimus hatte sich durch die Verkündigung von Paulus bekehrt und wurde dessen geliebter Diener. Doch mittlerweile musste Paulus ihn aufgefordert haben, wieder zu Philemon zurückzukehren (Phil. 12).

Paulus verstand, dass es für Philemon schwierig werden würde, Onesimus wieder aufzunehmen, da es nicht nur darum ging, sich mit seinem zurückgekehrten Knecht wieder zu versöhnen, sondern ihn jetzt auch als echten, gleichberechtigten Bruder und Mitarbeiter zu akzeptieren (Phil. 15–17). Paulus wusste, dass dies für die weitere innere Entwicklung von Onesimus als Jünger Jesu unbedingt notwendig war. Darum tat er alles in seiner Macht stehende, um dem neu bekehrten Knecht zu helfen. Paulus erklärte sich sogar bereit, für altes Verschulden von Onesimus aufzukommen (Phil. 18–19). Es muss Philemon und die Gläubigen in seiner Umgebung tief beeindruckt haben, Paulus‘ immense Liebe zu einem einfachen, gläubigen Menschen zu erleben.

Die Ermahnungen von Paulus, seine Opferbereitschaft und seine beispielhafte Liebe für die Gläubigen sind in unseren Tagen genauso aktuell. Wie begegnen wir Menschen, die für ihre himmlische Berufung aufgewacht sind? Ziehen wir sie herunter, indem wir sie an Verfehlungen aus ihrer Vergangenheit erinnern und begegnen ihnen mit einer Erwartungshaltung? Dann sind wir möglicherweise im Begriff, den frischen Keim eines Lebens im Glauben und Vertrauen auf Gott zu ersticken. Durch Gottes Gnade können wir stattdessen wie Paulus alles in unserer Macht stehende tun, um sie zu segnen, zu stärken und ihnen zu helfen, wo Gott uns daran erinnert. Durch Fürbitte, in Gedanken und mit Worten und nicht zuletzt durch unser Tun. Paulus war ganz und gar geopfert und allezeit bereit, den Heiligen zu dienen. Möge es auch bei uns immer so sein! Dann bauen wir als Mitarbeiter Gottes weiter an diesem herrlichen Bauwerk, seiner Gemeinde.