Durchhalten bis zum Ende
Bei einem Rennen gibt es bekanntlich eine Start- und eine Ziellinie. Das Wichtigste ist, bis zum Ende durchzuhalten. Dazu sind bei einem Langstreckenlauf unbedingt Geduld und Ausdauer nötig. „Wisst ihr nicht, dass die, die in der Rennbahn laufen, alle laufen, aber nur einer den Siegespreis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!“ (1. Kor. 9,24). Es ist Durchhaltevermögen beim Laufen erforderlich, damit wir den Preis gewinnen. Dabei müssen wir uns im Klaren sein, dass der Herr selbst uns dazu auserwählt hat, unseren eigenen Lauf zu bestreiten. Es ist Gottes Sache, wie er unsere Rennbahn gestaltet. Wir können uns die Rennstrecke nicht selber aussuchen.
Es ist notwendig, dass wir zu einem lebendigen Glauben daran kommen, dass Gott uns diese Verhältnisse schickt, d. h. genau diese Rennstrecke für uns auswählt. Wie es bei einem Rennen sinnlos ist, über den eigenen Körper zu jammern, so verwerflich sind auch Klagen über Lebensumstände oder Mitmenschen, seien es unser Ehepartner oder unsere Kinder, unser Chef oder unsere Arbeitskollegen. Es ist Gottes Sache, mit wem er mich auf meiner Rennstrecke zusammenführt. Lasst uns daher Gott um den Heiligen Geist und um Kraft bitten zum Überwinden der Sünde, die in unserem alltäglichen Lauf zum Vorschein kommen will. Denn die Wahrheit ist doch, dass die Feinde in meinem eigenen Fleisch wohnen.
„Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“? (Jak. 1,13–15)
Das heißt doch, es hat nichts mit unseren äußeren Umständen oder anderen Menschen zu tun, wenn wir versucht werden. Darum brauchen wir ein Ohr, das auf den Heiligen Geist hört, den Geist der Wahrheit. Er wird uns leiten und uns den Weg zur ganzen Wahrheit zeigen. Damit ist in erster Linie die Wahrheit über uns selbst gemeint. „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden, sondern; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ (Joh. 16,13)
Ein weiterer Vers, der uns in diesem Zusammenhang zum Segen sein kann, steht in Galater 6,9: „Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.“ Der Heilige Geist wird uns auch die zukünftigen Dinge zeigen, nämlich die Früchte, die Tugenden Jesu, die uns zuteil werden, wenn wir in diesem Lauf durchhalten. Wir brauchen auch die Ermahnung in 1. Petrus 4,1–2, weil wir während dieses Laufs die Feinde in uns selbst finden: „Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn. Denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe von der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe.“
Mit diesen Versen in Herz und Sinn wissen wir, was wir in den Versuchungen zu tun haben. Je länger wir auf dieser Rennbahn laufen, desto mehr Feinde bekommen wir unter unsere Füße. Und so machen wir weiter bis ans Ende.