Verborgene Schätze

Doch kannst du ihnen helfen ...?

März 2025

Doch kannst du ihnen helfen ...?

Unsere Berufung ist es, uns gegenseitig zu helfen und einander mit aller Güte und Weisheit im Leibe Christi zu dienen. Als Menschen wollen wir gerne einander korrigieren und unsere Mitmenschen verändern, damit wir mit so wenig Leiden wie möglich davonkommen. „Brüder und Schwestern, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid. Und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.“ (Gal. 6,1)

„Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, meine Brüder und Schwestern, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt.“ (Röm. 15,14). Daraus ersehen wir, dass wir nicht imstande sind, andere zu ermahnen oder ihnen zu helfen, wenn unser Herz nicht voller Güte ist. Wenn hinter dem, was wir auf dem Herzen haben, ein Vorwurf oder eine Forderung steckt, dann verschließen sich die Herzen der anderen in der Regel. Vielleicht kämpfen wir auch „im Namen der Gerechtigkeit“, aber in der eigenen Mannesstärke. Ein Diener verlangt nichts – er muss nur dienen. Dafür ist nötig, so tief hinabzusteigen, dass die Herzen der Menschen offen sind. Dann kann er beinahe sagen, was er will, und es wird angenommen.

Wenn wir an das Wesen Gottes denken, sehen wir, dass Gott in der Lage ist, alle Bosheit und alle Arten von Torheit ohne Schwierigkeiten zu ertragen. Es zeigt sich, dass wir als Menschen große geistliche Kraft und Gnade von Gott brauchen, um das Böse ertragen zu können, ohne selbst böse zu werden. Gottes Absicht ist es, dass wir im Laufe der Zeit immer mehr aushalten und ertragen können, „... denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (Mt. 5,45). Welch ein Überflussleben, erfüllt von Gottes Güte, und welch eine Tragfähigkeit! „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst.“ (Gal. 6,2–3). Wir sind dazu berufen, die Lasten des anderen zu tragen – die Natur des anderen und die Art und Weise der anderen, ohne dass es für uns ein Problem wird. Wir alle haben einen Leib der Sünde, aber innerhalb des Leibes Christi soll die Liebe Christi herrschen, die eine Vielzahl von Sünden bedeckt.

Die Liebe duldet alles, erträgt alles, glaubt alles, hofft alles (1. Kor. 13,7). Die Liebe hört niemals auf, wenn es darum geht, eine Seele zu gewinnen und dieser Seele zu Hilfe zu eilen. Das Normale ist, dass die Liebe erkaltet, wenn die Ungerechtigkeit überhand nimmt. Man hat das Gefühl, dass die Umstände unseren Mangel an Liebe zu Christus rechtfertigen. Aber wenn in unseren Herzen nicht die Liebe herrscht, sind wir nichts, egal wie viel wir leisten (1. Kor. 13,1–2). Wie können wir anderen helfen, wenn wir nicht in der Lage sind, sie mit Freude zu ertragen, so wie Gott auch uns erträgt? Wie weit sind wir willig zu gehen? „Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei.“ (Mt. 5,41). Wenn wir dazu bereit sind, sind wir auf dem Weg, die Breite, die Länge und die Tiefe der Liebe Christi zu erkennen (Eph. 3,18)! Die Liebe Christi zwingt uns, unser Leben füreinander zu geben – und das ist ein wunderbarer Zwang!

Paulus sah sich selbst als einen Mann, der in tiefer Schuld stand. „Griechen und Nichtgriechen, Weisen und Nichtweisen bin ich es schuldig“. (Röm. 1,14). Es ist seltsam, wenn wir wirklich darüber nachdenken, wie viel uns vergeben wurde und was man von uns ertragen hat. Dann sehen wir uns geringer und haben nicht so viele Ansprüche an diejenigen, denen wir dienen. Wir sehen, dass Paulus seine Schuld nicht vergessen hatte, wenn er in 1. Korinther 9,19 schreibt: „Denn obwohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, auf dass ich möglichst viele gewinne.“ Und in Vers 22 fährt er fort: „Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.“

Er erkannte, dass er Menschen nach Sympathie und Antipathie einordnete, er sah seinen Neid, seinen Stolz, seine Sturheit, seine Ehrsucht, seine Größe, seine Ungeduld, seine Spießigkeit, seinen Ehrgeiz, seinen Mangel an Christi Liebe zu allen ... Er tötete all das, um dadurch allen dienen zu können. Die Liebe Christi zerschlägt alle Ausreden und reißt alle trennenden Mauern nieder, sodass die Macht Satans zerstört und die Seelen, die Gott lieben, befreit werden!