Verborgene Schätze

Innig

März 2025

Innig

„Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan;du bist mir sehr (norw. innig) lieb gewesen! Wunderbar war mir deine Liebe, mehr als Frauenliebe!“ (2. Sam. 1,26 SLT). Das sagte David, als Jonathan starb.

Das Wort „innig“ hat mit dem Innersten zu tun, mit dem Herzen. „Mit meiner Stimme flehe ich innig zum Herrn.“ (Ps. 142,2 norw. Üb.) Wenn ich auf diese Weise zu Gott flehe, lasse ich mich nicht ablenken.

Von Jesus steht an mehreren Stellen geschrieben, dass er inniges, herzliches Mitleid mit den Menschen hatte. Zum Beispiel als er die Menschen sah, die zu ihm gekommen waren, um ihm zuzuhören, ohne dass sie vorher gegessen hatten (Mk. 6,34). Er war in seinem Innersten davon berührt. Auch bei uns geschieht etwas, wenn wir im Innersten berührt sind, denn aus dem Herzen quillt das Leben (Spr. 4,23). Jesus schritt daraufhin zur Tat: Er heilte die Kranken und sorgte dafür, dass die Menschen – und das waren nicht wenige – Essen erhielten. Er hätte auch weiterziehen können, nachdem er ihnen die gute Botschaft verkündigt hatte, aber in seinem Innersten regte sich etwas, als er bemerkte, dass sie hungrig waren. Dies veranlasste ihn, sich auch um dieses praktische Problem zu kümmern und es zu lösen.

Man kann wohl ein Gebet zum Himmel schicken, doch wenn die Not groß ist, entsteht daraus ein inniges Flehen (Apg. 12,5). Wir werden ermahnt, inniges Erbarmen, innige Freundlichkeit, innige Demut, innige Sanftmut und innige Geduld anzuziehen. Die Tugenden wachsen aus unserem Inneren hervor – wir können das nicht herbeiführen – sie kommen aus einem reinen Herzen.

Und auch die Wiedergeborenen werden von Paulus ermahnt, sich gegenseitig innig von Herzen zu lieben: „Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig (norw. innig) lieb aus reinem Herzen.“ (1. Petr. 1,22). Doch ohne dass wir uns reinigen, ist dies nicht möglich. Wir nehmen unsere Gedanken und Gefühle wahr, Sympathie und Antipathie, wir sind für den einen und somit gegen den anderen. Das liegt in unserer Menschenseele.

„Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche (norw. innige) Liebe!“ (1. Petr. 4,8). Nur dann können wir einander mit unseren Gnadengaben dienen, eine Vielzahl von Sünden zudecken und ohne Murren gastfrei sein. Paulus schreibt den Thessalonichern, dass es nicht nötig sei, noch mehr über die Bruderliebe zu schreiben, sie hätten das ja verstanden, aber dennoch erhielten sie die Ermahnung, darin zuzunehmen (1. Thess. 4,9–10). Könnte die Liebe nicht noch inniger sein?