Verborgene Schätze

Die Traurigkeit nach Gottes Willen

Februar 2025

Die Traurigkeit nach Gottes Willen

Traurig zu sein ist ein unvermeidlicher Bestandteil der menschlichen Existenz. Von der Wiege bis zum Grab durchlebt jeder von uns das immer wieder. Es ist jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, welcher Art seine Betrübnis ist. Das Evangelium, das Jesus uns gebracht hat, gibt uns die Möglichkeit, unsere Traurigkeit zu ewigem Gewinn und Vorteil zu nutzen. Wir dürfen lernen, über dieselben Dinge betrübt zu sein, die Gott betrüben.

In 2. Korinther 7,9–12 beschreibt Paulus zwei Arten von Traurigkeit: die Traurigkeit dieser Welt, die zum Tod führt, und im Gegensatz dazu die Traurigkeit nach Gottes Willen, die zu Reue und danach und zur Heiligung führt. Welch ein Unterschied!

Die Traurigkeit der Welt lenkt unseren Blick auf die Welt, auf das Sichtbare. Sich mit dem Sichtbaren abzugeben, kann auf unzählige Arten zum geistlichen Tod führen, z.B. durch Anklagen, Selbstrechtfertigung, Rache, Selbstmitleid, Mutlosigkeit, Angst, Unaufrichtigkeit, Heuchelei, Hoffnungslosigkeit uvm. Diese Art von Traurigkeit isoliert und trennt die Menschen voneinander.

Dagegen führt die Traurigkeit nach Gottes Willen zur Buße, zur Verwandlung und zu neuen Gedanken. Der Heilige Geist Christi vermag unseren Sinn in eine Traurigkeit zu führen, die von Gott kommt. Diese Traurigkeit lenkt unsere Aufmerksamkeit nach innen, auf die Sünde, die in unserem Fleisch wohnt, und nach oben, auf die Hoffnung des Evangeliums. Lassen wir diese Traurigkeit zu und erlauben dem Geist der Wahrheit, die verborgene Sünde in uns zu finden, hat das wunderbare Früchte zur Folge. Wir können zum Beispiel mit einem echten Hass gegen die Sünde erfüllt werden. Dadurch nehmen wir an Gottesfurcht zu, wir empfangen Vergebung und können anderen vergeben; wir werden frei von Menschenfurcht und bekommen Hoffnung, Kraft und Eifer, die nötig sind, um der Sünde bis aufs Blut Widerstand zu leisten. Die Traurigkeit nach Gottes Willen erleuchtet uns, sodass wir in Demut und Dankbarkeit wandeln können.

Jesus trug unsere Krankheiten und lud unsere Schmerzen auf sich (Jes. 53,4). Er ist imstande, uns den Weg zu weisen, damit wir durch diese Traurigkeit tiefere Befreiung, Freude und Frieden erlangen. Durch sein Leben hat Jesus uns den Weg der Demut, der Erkenntnis und des Vertrauens zu seinem ewigen Vater gezeigt. Möge die Liebe Christi uns dazu dringen, ihm nachzufolgen, die Wahrheit zu lieben und nach Gottes Willen betrübt zu sein.

Viele gottesfürchtigen Menschen im Alten Bund geben uns inspirierende Beispiele dafür, was göttliche Traurigkeit bedeutet. Eines der leuchtendsten Vorbilder ist David. In den Psalmen bringt er seine Sünden, Nöte, Bürden und Ängste immer wieder vor Gott zum Ausdruck. Er hört nicht auf, Gott eindringlich zu suchen, bis er bei ihm Trost findet und zu Lobgesang, Vertrauen und Geborgenheit durchbricht.

Es ist bemerkenswert, was Paulus in 2. Korinther 7,10 schreibt, nämlich dass diese göttliche Traurigkeit „zur Seligkeit eine Reue bewirkt, die niemand gereut“. Mit anderen Worten: Wenn wir in dieser göttlichen Traurigkeit Buße getan haben, ist uns vergeben! Wir brauchen also nicht immer wieder gedanklich zurückzugehen und dieselben Sünden wieder und wieder zu bereuen. Die Traurigkeit nach Gottes Willen führt zu Gottesfurcht, sie führt zu Hass und brennendem Eifer gegen die Sünde, zu einer Reinigung von unserem Egoismus. Sie führt dazu, dass wir wachsam sind, und sie warnt uns, wenn die Begierden, die uns früher gefangen hielten, sich wieder regen. Wir sind kampfbereit, glühend eifrig und voller Entschlossenheit, gegen sie anzugehen.

Diese Traurigkeit ist anfangs schmerzhaft, aber betrachten wir doch einmal, wohin sie führt: auf einen schnurgeraden, ungetrübten Weg himmelwärts. Wir müssen die Züchtigung des Geistes so tief wirken lassen, dass unsere Traurigkeit in Wahrheit nach Gottes Willen ist. Das Resultat ist ewiges Leben!