Verborgene Schätze

Lust zur Selbsterkenntnis

Februar 2025

Lust zur Selbsterkenntnis

„Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leitenund bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung ...“ (Ps. 43,3)

Der Psalmist hatte offensichtlich Lust und Verlangen nach Gott. Er bat um Licht, Wahrheit und Wegleitung.

„... dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.“ (Vers 4)

Im Alten Bund wurde man durch äußere Opfer frei von Sünde und Schuld. Ein Moment der Freude und Erleichterung, verbunden mit Versöhnung und Hoffnung, der aber ständiger Wiederholung bedurfte, da es keinen endgültigen Weg heraus aus der Sünde gab. Dennoch war es eine feierliche Begebenheit mit Musik und Danksagung – ein richtiges Fest – eine Herrlichkeit.

Im neuen Bund besteht aber durch den neuen und lebendigen Weg durch das Fleisch die Möglichkeit, nicht nur von bewusster, sondern auch von unbewusster – in unserem Sündenleib wohnender – Sünde für immer befreit zu werden (Röm. 8,13), indem ich durch den Geist die Sünde töte. Welch fantastische Möglichkeit! Die Herrlichkeit ist so viel größer, dass Paulus in 2. Korinther 3,10 und 11 davon schwärmt, dass die Herrlichkeit des alten Bundes gar nicht als solche bezeichnet werden kann im Vergleich zu der des neuen Bundes.

Jesu Geist und seine Worte der Wahrheit machen mich frei von der Sünde, sofern ich darauf höre und an Jesu Rede bleibe (Joh. 8,33-36 und Kap. 16,13).

Bin ich in meinem Sinn darauf eingestellt, suche ich im täglichen Leben, z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie oder der Gemeinde, dass Jesu Leben durch mich sichtbar wird. Dabei begegne ich zwangsläufig meiner eigenen Natur, meinem Wesen, den Taten des Sündenleibes: Ich sehe mich selbst. Und statt enttäuscht und frustriert zu sein, kann ich mich in Hoffnung freuen und die offenbar gewordene Sünde von Herzen hassen und damit auch töten. Es gibt also Fortschritt auf dem neuen und lebendigen Weg statt Entschuldigungen und Erklärungen und Verteidigungsmechanismen. Nein, es sind eben nicht „die anderen“ und die Schwierigkeiten – es ist meine Sünde und meine Torheit, die offenbar wurde und deren letzte Stunde jetzt geschlagen hat. Meine Lust bleibt es, hindurchzuschauen in das vollkommene Gesetz der Freiheit (Jak. 1,25). So werde ich mich weiter selbst erkennen und kann weiter in Gottes Wort beharren und selig werden in dem, was ich tue.

Wenn ich Erlösung und Befreiung suche und ohne sie nicht leben kann und will, so finde ich den Ausgang durch das Opfer, das mir vom Geist der Wahrheit aufgezeigt wurde. Ehre von Menschen suchen, sich selbst wichtig nehmen, Besserwisserei, Rechthaberei und dergleichen werden gekreuzigt. Ich sehe besser, wie erbärmlich ich bin und werde abhängiger von Gott. Meine egoistisch geprägte Stärke und „Weisheit“ werden mehr und mehr zerbrochen. Ich suche Zuflucht bei Gott und in seinem Wort.

Und der Umgang mit mir wird für meine Mitmenschen immer gesegneter. Gottes Wort wird Fleisch. Ein herrliches Leben – ein fantastisches Evangelium, durch das jeder Wahrheitsliebende und Demütige sich lebenslang entwickelt und so zur Ehre Gottes wird. Jesu Leben und seine Tugenden werden sichtbar und betastbar.