Vor Gottes Angesicht
„Hier vor Gott wir alle steh‘n, Jugend hoffnungsvoll!“, schreibt Johan O. Smith im Lied Nr. 218 im Liederbuch „Wege des Herrn“. So sollte es für uns alle sein – für Jung und Alt, in schöner Eintracht. Mit dieser Einstellung und mit reinen Herzen bekommen wir die Herrlichkeit des Herrn zu sehen und werden in sein Bild verwandelt. „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ (Mt. 5,8). Wenn es unser ganzes Verlangen ist, diese Herrlichkeit Gottes unverdeckt zu sehen, wird der Drang geweckt, seinen Willen durchzuführen, und wir werden Stück für Stück verwandelt, getrieben vom Geist des Herrn (2. Kor. 3,18).
„Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der Herr zu Abram: Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du bist, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen.“ (1. Mose 13,14). Abram sah ein weites und offenes Land vor sich und traf die richtige Entscheidung: Er zog mit seinen Zelten in den Hain von Mamre bei Hebron und baute dort einen Altar für den Herrn (Vers 17–18). An diesem Altar hatte Abram eine Begegnung mit Gott, und Gott zeigte ihm, was er opfern sollte. Lot hingegen zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.
Gott sagte auch zu Jeremia: „Jeremia, was siehst du?“ (Jer. 1,11). Jeremia sah einen erwachenden Zweig, und Gott bestätigte, dass er richtig gesehen hatte. Gott wollte über sein Wort wachen und es tun (Vers 12). Daraufhin gürtete Jeremia seine Lenden, stand auf und predigte dem Volk alles, was der Herr ihm geboten hatte.
Lasst uns in dieser Zeit, in der sich die Finsternis der Nacht auf unsere Erde senkt, die Ermahnung Jesu beherzigen, aufzuschauen und unsere Häupter zu erheben, weil sich unsere Erlösung naht (Lk. 21,28). Mögen die Vorbilder Abrams und Jeremias bleibenden Eindruck bei uns machen, damit wir die richtigen Entscheidungen treffen. Schlage deine Zelte nicht bei der Welt auf – nahe bei Sodom – dort ist nur Verderben zu finden! Baue stattdessen dem Herrn einen Altar, da, wo du bist. Dort wird dir Gott begegnen und seinen Willen für dich offenbaren. Er wird dir den Weg zeigen und in deinem Leben Opfer erwählen, die dich zur Herrlichkeit führen und zur Gleichgestaltung mit dem Bild des Sohnes. Das sollen wir überall verkündigen, nicht zuletzt bei uns daheim, unseren Kindern und Enkeln, so wie Jeremia es tat. Dann werden auch sie den erwachenden Zweig sehen, das Wort, das im Fleisch offenbart wurde – auch in uns.
David schreibt: „Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten.“ (Ps. 34,5–7)
Möge Gott uns jetzt in der Endzeit Gnade schenken, dass die Finsternis der Nacht unsere himmlische Schau nicht trübt und zerstört, sondern dass wir am Ende, wenn alles hier auf Erden vorbei ist, zu ihm aufschauen können und nicht vor Scham erröten.