Verborgene Schätze

„Knechtsgestalt“ bewahren

Dezember 2025

„Knechtsgestalt“ bewahren

In Philipper 2,7 steht: „... sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.“ Jesus nahm Knechtsgestalt, die Gestalt eines Dieners, an, als er auf die Erde kam. Und er bewahrte diese Dienergesinnung bis zum Schluss. Am Ende seines Lebens, in Gethsemane, betete er: „… doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt. 26,39) Um diese Dienergesinnung bewahren zu können, musste er sich selbst erniedrigen und der Stimme des Vaters in seinem Inneren gehorsam sein (Phil. 2,8). Damit eröffnete Jesus den Weg des Heils, die Rettung von all dem Hochmut, der durch den Sündenfall ins Fleisch gekommen war. Er sagt: „Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.“ (Joh. 12,26) Im Fleisch wirken starke Kräfte, die uns dazu drängen, uns zu überheben. Wenn wir uns in der Dienergesinnung bewahren wollen, müssen wir der Stimme Jesu in unserem Inneren Folge leisten und da sein, wo er ist. Da heißt es immer: „Nicht mein Wille“ – nicht meine Vorstellungen, keine eigenen Gedankenkonstrukte oder Ideen, wie andere sich verhalten sollten oder wie die Dinge eigentlich laufen sollten usw.

Jesus ist das Haupt, ich bin sein Diener. Diese Haltung soll ich bis an mein Lebensende bewahren. Ständig kommt einer dieser hochmütigen Gedanken hoch, der gekreuzigt werden muss. Die Frage ist, ob ich die Gnade bekomme, mein Selbstleben zu erkennen. Denn erst dann kann ich es durch seine Kraft verlieren.

Jesu Kampf wird in Hebräer 5,7 beschrieben: Er, der niemals sündigte und in dessen Mund sich kein Trug fand, kämpfte bis ganz zum Schluss. Es steht dort so ermutigend: „… und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.“ In dieser Gottesfurcht soll auch ich leben, um in der Dienergesinnung bewahrt zu bleiben. Dazu muss ich mir der beträchtlichen Gefahr bewusst sein, aus der Haltung eines Dieners herauszufallen.

Es gibt verschiedene Phasen im Leben und unterschiedliche äußere Umstände. Paulus schreibt von Überfluss, Armut, Verfolgung, Ehre, Schande usw. Doch in all dem erwies er sich als Diener Gottes (2. Kor. 6,4–10). Die Gottesfurcht bewahrt mich davor, die Dienergesinnung zu verlassen, die mich in den wechselnden Zeiten und Lebensumständen bewahren kann. Durch sie habe ich teil an dem gewaltigen Heil, zu dem ich berufen bin. Sie lehrt mich, mich selbst zu erniedrigen, zu erkennen, dass ich ein Fleisch habe, in dem nichts Gutes wohnt. Nur durch Gottesfurcht kann ich mich ihm nahen, sodass er sich mir naht und mich vom Hochmut befreit. Lebe ich ihm nahe, dann finde ich den Hochmut, und es entsteht ein dringender Hilferuf nach Heiligung.

In Jesaja 57,15 heißt es: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“ In solchen Menschen kann er sein Heiligungswerk vollbringen. Auch im Dienst in der Gemeinde soll ich diese Dienergesinnung bewahren, unter den Geschwistern, wo Jesus mich hingestellt hat, um zu dienen – nicht, um zu herrschen.

Im darauffolgenden Kapitel 58 steht vom rechten Fasten. Hier zeigt sich, wie leicht es ist, die Dienergesinnung zu verlassen, wie leicht man beginnt, anderen Lasten aufzubürden und sie in Gedanken festzubinden (Jes. 58,6–7). Nur der wahre Gottesdienst ermöglicht es mir, den anderen zu dienen und dort zu helfen, wo Not ist. „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest.“ (Jes. 58,8–9)

Einem solchen Diener des Herrn gelten die Verheißungen in den Versen 10–12: „... dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.“ In dieser Dienergesinnung kann ich zur Erbauung der Gemeinde beitragen und so dienen, wie es in Vers 12 steht: „... und du sollst heißen: ‚Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen könne‘.“ Dann können sich die Menschen um mich herum sicher und gesegnet fühlen.