Sehen wir Jesus?
„Den aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes gekrönt mit Herrlichkeit und Ehre, auf dass er durch Gottes Gnade für alle den Tod schmeckte. Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der viele Kinder zur Herrlichkeit geführt hat, dass er den Anfänger ihrer Rettung durch Leiden vollendete. Denn weil sie alle von einem kommen, beide, der da heiligt und die da geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder und Schwestern zu nennen.“ (Heb. 2,9–11)
Wen sehen wir, wenn uns die Belastungen und Herausforderungen des Lebens begegnen? Sehen wir Jesus? Er, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel, wurde mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, weil er den Tod erlitt und in jeder Lage sein Leben hingab. Die Angst vor dem Sterben, die Angst, sein eigenes Leben zu verlieren, hatte keine Macht über ihn. Er hatte das Ziel, viele Kinder zur Herrlichkeit zu führen, als klare Vision vor Augen – er wusste, was ihn erwartete. Was für einen wunderbaren Vorläufer haben wir, der niemals, auch nicht einmal, den Leiden auswich, sondern jedes Mal gehorsam war, in jeder Situation. Er schmeckte den Tod für alle. Das ist der Tod des fleischlichen Eigenwillens. Welch ein Vorbild haben wir, er ging den Weg der Heiligung bis ans Ende. Jetzt sind wir an der Reihe, diesen Weg der Heiligung zu gehen. Wir haben einen großen Hohepriester, der sich nicht schämt, uns Brüder zu nennen. Wir folgen ihm auf dem Weg, den er gegangen ist, indem wir unseren sturen Eigenwillen im Familienleben, im Gemeindeleben und auch am Arbeitsplatz finden.
„Denn er spricht: ‚Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen. Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!‘“ (2. Kor. 6,2). Oft erkenne ich meinen fleischlichen Willen, wenn das Leben seinen Lauf nimmt und ich in die Ecke gedrängt werde. Genau das ist die Gelegenheit, meinen Willen zu beugen. Es wird deutlich, dass jetzt der und richtige Zeitpunkt ist, um mit Furcht und Zittern an meiner Seligkeit zu arbeiten.
„Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!“ (Ps. 34,5–9)
Diese Gesinnung, die den Herrn sucht, bringt großen Lohn. Er will mich von meiner Angst befreien – der Angst vor dem Sterben – mit anderen Worten, der Angst, meinen „Dickkopf“ aufzugeben. Aber wenn ich Jesus sehe, schäme ich mich nicht, denn ich sehe den Weg aus der Erbärmlichkeit heraus, die entsteht, wenn ich nur für mich selbst lebe. Ich weiß, dass mein Herr diesen Weg gegangen ist. Er weiß, wie er mich aus all meinen Schwierigkeiten retten kann – aus meinem unglaublich starken menschlichen Willen, der gebeugt werden muss, damit ich den Willen des Vaters tun kann. Wenn ich Jesus sehe und beginne, diesen Weg der Heiligung zu gehen, sieht Jesus auch mich, und er schlägt sein Lager um mich herum auf, um mich zu heiligen. Er zeigt mir den Weg, der mich von all diesen starken Kräften in meinem Fleisch befreit. Schritt für Schritt, während mein Wille gebeugt wird, schmecke und sehe ich, dass der Herr gut ist. Das Alte wird weggenommen und macht Platz für etwas Neues – etwas Sanftes, Warmes, Freundliches und Geduldiges –, das alles ersetzt, was hart, kalt, steif und mürrisch war, alles, was einst ganz normal war! Was für eine Weisheit ist es doch, mein Vertrauen auf meinen geliebten Erlöser zu setzen, der den Plan hat, mich vollständig zu verwandeln, sodass ich nicht wiederzuerkennen bin. Das ist wirklich eine neue Schöpfung!