Wenige sind‘s, die ihn finden
„Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!“ (Mt. 7,13–14)
Jesus hat uns einen neuen und lebendigen Weg gebahnt. Das Neue war, dass er den Tod über das Fleisch brachte, und diesen Weg hat er nun für uns eingeweiht, damit wir ihm nachfolgen können. Auch wir sollen das Fleisch in den Tod bringen. Erst dann können wir durch den Geist lebendig gemacht werden und geistlichen Inhalt bekommen. (1. Petr. 3,18). Wer die Taten des Leibes durch den Geist tötet, wird leben. Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt, stirbt und seine Gestalt verliert, bringt es viel Frucht. Wer stirbt, geht zur Ruhe ein. Wir können das Gebot nicht ganz erfüllen, ohne alles aufzugeben und zu sterben. Nehmen wir das Gebot der Liebe als Beispiel: Wollen wir nicht alle unsere Forderungen aufgeben und absterben, wird es ein mühsames Ringen im alten Wesen des Buchstabens, das Gebot zu erfüllen. Haben wir jedoch alles aufgegeben und lassen das Eigenleben sterben, dann finden wir Ruhe und können lieben, ohne etwas zu verlangen – und so immer in der Liebe bleiben. Bitterkeit ist keine Lösung für die Herausforderungen des Lebens; in der Liebe zu bleiben dagegen bringt Hoffnung und Lösungen.
Das gilt auch für andere Bereiche: Das Gebot der Genügsamkeit lässt sich nicht nach dem neuen Wesen des Geistes erfüllen, ohne dass wir der Habgier absterben. Doch tun wir es, kommen wir auch zur Ruhe. Andernfalls sind wir ständig unruhig und erwägen, wie viel wir uns erlauben können, ohne von den anderen schräg angesehen zu werden.
Hier gilt es aufmerksam zu sein und dem zu gehorchen, der vom Himmel redet (Hebr. 12,25). Wenn unser Sinn allein auf dieses Reden von oben ausgerichtet ist, dann wandeln wir auf dem schmalen Weg des Lebens. Das ist das Verlangen der Braut, mehr vom Leben Christi und seinen Tugenden zu bekommen: „Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen.“ (Hld. 1,4). „Beug mich, bild mich, hilf mir zu halten dein Wort. Beug mich, bild mich, mach mich dir ähnlich, o Gott.“