Lied

204

O, wie gut ist es, gering zu werden

1.
O, wie gut ist es, gering zu werden,
wie ein kleines Kind auf Mutters Schoß,
von dem Selbstbewusstsein und den Kämpfen
der Erwachsenen um Ehre los.
Reinen Herzens und so voll Vertrauen,
unberührt von Ruhm und Weltgewinn
und mit Himmelsglanz in seinen Augen
ist es weit entfernt vom ird'schen Sinn.
Chorus:
Wie geborgen, ohne Sorgen,
fern vom „Ich“, das alles kann und weiß.
Wenn Erwachsene in Torheit zweifeln,
schmeckt das Kind des Glaubens Seligkeit.
2.
Jesus stand einst in der Jüngerrunde,
stellte vor sie hin ein kleines Kind.
Jesus wusste, was sie hielt gebunden:
In des Unglaubs Netz verstrickt sie sind.
War‘n so voll erwachsener Gedanken,
standen steif und stolz, so würdig da.
Fest verschanzt in des Verstandes Schranken
sahen sie aus ihrer Höh‘ herab.
Chorus:
Nie und nimmer, nie und nimmer,
kommen solche in das Himmelreich.
Viele wollten’s, doch misslingt es immer,
eh der Sinn dem kleinen Kind wird gleich.
3.
Die Erwachs‘nen schaffen sich viel' Plagen,
wenn des Eigenwillens Weg sie gehn.
Und ihr Schicksal sie so sehr beklagen,
das ist oftmals hart und gar nicht schön.
Die Probleme sich so schwer gestalten,
wenn man pocht auf Recht und eigne Ehr.
Jeder will das letzte Wort behalten,
doch wo kommt wohl solche Weisheit her?
Chorus:
Nie und nimmer, nie und nimmer,
kommen solche in das Himmelreich.
Viele wollten’s, doch misslingt es immer,
eh der Sinn dem kleinen Kind wird gleich.
4.
Ach, wie traurig, wenn sich Brüder streiten,
von dem stolzen, dummen „Ich“ verführt.
Sehr gescheit sie hoch zu Rosse reiten,
weit vom Weg der Demut abgeirrt.
Ach und weh, wo werden solche enden?
Gott geb Gnade, dass ein jeder seh‘:
Hiervon muss man gründlich sich abwenden,
sonst in Ewigkeit man draußen steht.
Chorus:
Nie und nimmer, nie und nimmer,
kommen solche in das Himmelreich.
Viele wollten’s, doch misslingt es immer,
eh der Sinn dem kleinen Kind wird gleich.
5.
Einst war ich auch klein und unerfahren,
nichts vom bösen „Ich“ war mir bewusst.
Doch dann ward ich größer mit den Jahren,
lernte, dass ich mich behaupten muss.
Und so öffnete ich sacht mein Herze,
ließ die Weisheit dieser Welt hinein.
Drum versank ich auch in Not und Schmerzen.
Half es da wohl viel erwachsen sein?
Chorus:
Nie und nimmer, nie und nimmer,
kommen solche in das Himmelreich.
Viele wollten’s, doch misslingt es immer,
eh der Sinn dem kleinen Kind wird gleich.
6.
Lob und Dank, dass wir so klar es hören:
Jeder kann dem Kinde werden gleich.
Jesus will ja durch sein Wort uns lehren,
und uns ziehen in das Himmelreich.
Höre auf mit dem „erwachs'nen“ Denken
und verlass die Höhen nun geschwind!
Fried und Freude sich ins Herz dann senken,
wenn du wieder gleichst dem kleinen Kind.
Chorus:
Wie geborgen, ohne Sorgen,
fern vom „Ich“, das alles kann und weiß.
Wenn Erwachsene in Torheit zweifeln,
schmeckt das Kind des Glaubens Seligkeit.
Verfasst 1967 von Elihu PedersenText © Stiftelsen Skjulte Skatters ForlagBb