Einheit und Frieden
Jesus bittet in seinem hohepriesterlichen Gebet darum, dass die, die durch die Worte der Jünger an ihn glauben werden, alle eins seien, so wie der Vater und der Sohn eins sind. Wir sehen, dass diese Einheit durch die Herrlichkeit, die Jesus uns gegeben hat, möglich ist. Die Einheit ist mit dem Vater und dem Sohn und mit denen, die er auserwählt hat: „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ ()
Es ist nicht schwer zu glauben, dass der Vater und der Sohn vollkommen eins sind. Aber glaube ich wirklich, dass es möglich ist, in ihnen eins zu werden, und lebe ich so, dass dies Wirklichkeit in meinem Leben wird? Jesus sah dies als die eigentliche Grundlage dafür, dass die Welt glauben sollte, er sei vom Vater gesandt.
Im Ausgangspunkt sind wir weit davon entfernt, so wie geschrieben steht: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie, Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Zerstörung und Elend, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.“ ()
Wir verstehen, dass eine solche Einheit nicht durch Kompromisse zwischen Menschen entstehen kann, die nach dem Willen des Fleisches und der Gedanken handeln. Unser fleischlicher Eigenwille muss durch das Kreuz den Weg des Todes gehen, damit der Wille Gottes als die höchste Instanz in unserem Leben eingesetzt wird. Sein Wille widerspricht sich nie. Er wirkt immer so in den Gliedern, dass Frieden und Harmonie innerhalb des Leibes entstehen. Er hat die beiden versöhnt mit Gott in einem Leib durch das Kreuz. In diesem Leib gilt nur ein Wille, und dieser Wille wird vom Haupt, Christus, gewirkt. Unser Eigenwille ist voller Feindschaft gegen den Willen Gottes und kennt den Weg des Friedens nicht. Wenn der Wille Gottes durchgesetzt werden soll, muss das Kreuz wirksam sein. Durch das Kreuz wird die Feindschaft getötet, sodass Frieden entsteht, auch dort, wo es ursprünglich große Unterschiede und Gegensätze gab. Jesus betete: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ und „Siehe, hier komme ich, um deinen Willen, Gott, zu tun.“ Durch diesen Willen sind wir geheiligt worden. Wir wurden ausgesondert und in diesen einen Leib eingepflanzt. Paulus lebte nicht mehr selbst, sondern Christus lebte in ihm. Die Voraussetzung für alle Einheit ist, dass wir aufhören, nach unserem Eigenwillen zu leben. Dann lebt Christus in uns und wir in ihm.
Jesus bat darum, dass alle, die durch das Wort der Jünger an ihn glauben, eins seien. Johannes war einer von denen, die uns solche Worte übermittelten. Er schreibt in so: „Und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ In schreibt er weiter: „So wir aber im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ Er macht klar, dass die Gemeinschaft der Apostel mit dem Vater und dem Sohn war, und dass sie, wenn sie Gemeinschaft mit ihnen haben wollten, im Licht wandeln mussten, so wie er im Licht ist. Es war zwecklos, etwas von seinem Eigenen bewahren zu wollen oder ein bisschen im Verborgenen zu sündigen. Alles musste im Licht sein.
Es ging auch nicht darum, Gemeinschaft um irgendwelche Lehrsätze zu haben. Es ging um das Leben, das er ihnen verkündete und das sie selbst bekommen mussten, wenn sie Gemeinschaft haben wollten. Er erinnerte außerdem daran, dass wir uns selbst betrügen, wenn wir sagen, wir hätten keine Sünde. Ein Wandel im Licht bedeutet zunehmende Erkenntnis und tiefere Reinigung im Blut Jesu. Dann wird auch das Leben immer wirksamer in uns.
Wir können in Jesaja 53 lesen, dass des Herrn Plan durch Jesus gelingen würde, wenn er sein Leben zum Schuldopfer gäbe. Es gefiel dem Herrn, ihn zu zerschlagen, damit er das Schuldopfer finden sollte. So ist es auch in unserem Leben. Wir brauchen die Lebensverhältnisse und die Zucht Gottes in unserem Leben, um seinen Plan besser zu verstehen und zu tieferer Gemeinschaft und größerer Einheit zu kommen. Wenn es um uns herum Unruhe gibt, waren wir in den Lebenssituationen nicht an unserem Platz. Das gilt es anzuerkennen, damit der Plan des Herrn weiterhin gelingen kann.