Hirte und Prophet

- Lebenskraft

Hirte und Prophet

Lebenskraft

Die Gemeinde wuchs in einer Zeit heran, in der es für richtig angesehen wurde, ein oder zwei Kinder zu bekommen. Heute ist es wohl nicht schwer zu sehen, dass sich diese Lebensanschauung als etwas von dem erwiesen hat, das langfristig betrachtet die Wirtschaft des Landes am stärksten ruiniert. Der Glaube unserer Mütter an das Leben und den Segen, wenn Mutter und Kinder im Heim beieinander wohnen, wurde dermaßen negativ gedeutet, dass sie vielerorts - in Krankenhäusern und wo sie hinkamen - schlecht behandelt wurden. Das ganze ist ein Hohn gegenüber anders denkenden Menschen. Diese Mütter, die an das Leben und an den Gott des Lebens geglaubt haben, gehören in Wahrheit zu den Glaubenshelden unserer Zeit. Die Kinder, die sie großge­zogen haben, wurden in den allermeisten Fällen gute Bürger unserer Gesell­schaft, die wirklich zum Aufbau des Landes beigetragen haben. Nicht zuletzt während des Zweiten Weltkriegs waren viele unserer Geschwister, so wie im Haus meines Großvaters, Widerstandskämpfer an vorderster Front. Auch in den kommenden Generationen werden sie im Glauben an unser christliches Kulturerbe das Land weiter bauen und für die Freiheit kämpfen, die uns die Möglichkeit gibt, das Evangelium zu verkündigen und zu leben.

Wie haben ein ganzes Heer von Kindern und Jugendlichen, die wenn nötig mit Freude aufstehen und von ihren guten Kinder- und Jugendjahren erzählen würden, in denen sie in ein vollwertiges Leben als gute Menschen hinein ge­führt wurden. Dazu haben sie ein starkes Netzwerk von guten Menschen um sich herum – in weiten Teilen der Welt. Viele machen daher ihre Ausbildung in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten und haben gleichzeitig dort, wo sie studieren, Glaubensgemeinschaft mit Geschwistern.

Wenn Christentum das wäre, was in den meisten Kirchen und Versammlungs­häusern verkündigt wird - nämlich Glaube an Sündenvergebung ohne ein neues Leben, so dass man nur als ein erlöster Sünder weiter lebt – dann hätte auch ich kein Interesse daran. Dann würde ich lieber die Möglichkeiten dieser Welt nutzen und um einen Streifen lichten Himmels bitten, bevor ich sterbe. Dies ist ja ein halbes Evangelium, und ein halbes Evangelium ist eine Lüge. „Wie dürft ihr denn sagen: „Wir sind weise, und das Gesetz des Herrn ist bei uns!“ Wahrlich ja, zur Lüge gemacht hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten! Zu Schanden geworden sind die Weisen; sie sind erschrocken und haben sich selbst gefangen; denn siehe, sie haben das Wort des Herrn verworfen, - was für eine Weisheit bleibt ihnen da noch übrig?” Jer. 8, 8-9 (Schlachter Übers.).