Hirte und Prophet

- Ansehen der Person

Hirte und Prophet

Ansehen der Person

„Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herr­lichkeit, frei von allem Ansehen der Person.” Jak. 2, 1. Diesen Vers müssen wir in allen Verhältnissen, wo wir mit Menschen zu tun haben, vor Augen haben, und das gilt selbstverständlich auch im Verhältnis zu unseren eigenen Kindern. Dies schließt ein, dass wir als Eltern demütig und offen dafür sein müssen, dass es nicht sicher ist, dass alle unsere Kinder die Berufung haben, Jesu Braut zu werden. Selbstverständlich arbeiten wir mit der Einstellung, dass alle eine so herrliche Berufung haben, aber gleichzeitig müssen wir Re­spekt vor den persönlichen Entscheidungen unserer Jugendlichen haben, wenn sie groß genug dazu sind.

Niedrigkeit und Demut sind im Zusammenhang mit unseren Kindern sehr gut und passend. Wir arbeiten mit Hoffnung und Glauben, aber unsere Arbeit darf nie einen Geschmack von menschlichem Erfolg und menschlicher Größe hinterlassen. Nur durch Gottes Gnade bleibt unser Werk bestehen. Es gibt viele tüchtige Psychologen, die trotz all ihrer Erkenntnis ihre Kinder im Elend enden sehen. Demut ist auf jeden Fall ein wichtiges Lösungswort in all diesen Verhältnissen, damit wir als Eltern als Gefäße der Barmherzigkeit bewahrt bleiben können. Nicht zuletzt in der Arbeit mit den Kindern in der Familie sollten wir die Ermahnung von Paulus zu Herzen nehmen: „Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle.” 1. Kor. 10, 12.

Dort, wo durch Generationen hindurch Gottesfurcht geherrscht hat, kann zum Beispiel eine Mutter für Kinder und Enkel wie ein Nachschlagewerk für Gottes Weisheit wirken. „Herr, du bist unsere Zuflucht von Geschlecht zu Geschlecht.” Ps. 90, 1 (Schlachter Übers.). Auf diese Weise werden viele Pro­bleme innerhalb der Familie gelöst, und den Dienern in der Gemeinde bleibt dadurch eine Menge Arbeit erspart. Man bekommt eine Vorratskammer, aus der man zum Segen für die weiteren Generationen schöpfen kann. Überlege nur, was es für das aufwachsende Geschlecht bedeutet, zum Beispiel eine Großmutter zu haben, die sie lieb haben, die sowohl nach vorne als auch zu­rückblicken kann und die sieht und weiß, dass Gott das gottesfürchtige Ge­schlecht segnet! Solche Menschen können Eben-Eser-Steine aufrichten – in Dankbarkeit für das, was Gott getan hat und im Glauben daran, was er weiterhin für sie selbst und ihre Nachkommen tun wird. „Da nahm Samuel einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und Schen und nannte ihn „Eben-Eser” und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen.” 1. Sam. 7, 12.