Die Bedeutung des Elternhauses
Kinder, die in einer Familie aufwachsen dürfen, in der sie wahres und echtes Christentum erleben, bekommen einen Schatz, der sie für den Rest ihres Lebens begleiten wird. Es ist kaum möglich für solche Kinder, vom Glauben an Gott abzukommen, selbst wenn vielleicht nicht alle Kinder die Berufung haben, ein Jünger zu werden oder zu Jesu Braut zu gehören. Sie werden sich dennoch bevorzugt fühlen, weil sie für den Rest ihres Lebens eine feste und gute Grundlage haben - eine Grundlage, die wenigen Menschen hier auf der Erde vergönnt ist. Das Reich der Kindheit wird dann ein kleines Stück Himmelreich sein, in dem sich die Kinder von der Liebe Gottes umgeben wussten. Wenn solche später im Leben an ihre Mutter oder ihren Vater denken, wird in ihrem Inneren ein Bild von Gottes unendlicher Fürsorge, Güte und Liebe sein, so wie sie es bei ihren Eltern erfahren haben.
Es steht von den alten Heiligen, dass sie friedlich in ihren Heimen lebten. Jesus gab auch seinen Jüngern Frieden: „Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.” Dass die Kinder jederzeit diesen Frieden spüren können, gibt ihnen eine Geborgenheit und eine Zuversicht, die dazu beitragen werden, ihren künftigen Charakter zu prägen. Sie haben ja etwas vom Reich Gottes erlebt. Das Leben, das sie erfahren haben, wird ihr Licht sein und ihnen ein Grundverständnis von dem geben, was für Gott wichtig und was weniger wichtig ist. Sie lernen Gottes Herz kennen. 1. Joh. 2, 12-14. Ein solches Erbe ist tausendmal mehr wert als alles Gold und aller Reichtum dieser Erde.
Wir möchten, dass unsere Kinder in einer Welt der Wirklichkeit aufwachsen. Darum gehen sie in gewöhnliche Schulen, und wir streben kein Leben an, das mit einem geistlichen Treibhaus verglichen werden kann. Jesu Gebet war: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.” Joh. 17, 15.
Wenn Kinder in Familien mit lebendigem Christentum aufwachsen dürfen, werden sie in der Regel, wenn die Zeit reif ist, selbst dieses Leben wählen.
Es ist ein großer Unterschied, ob man in einer Familie mit Geboten und Regeln aufwächst und Eltern hat, die von irdischen Sorgen niedergedrückt sind, oder in einer Familie, in der man dadurch lebendiges Christentum erlebt, dass das Wort als eine Quelle des Lebens offenbar wird, die in den Eltern hervorsprudelt. Ich selbst bin in so einer Familie aufgewachsen und habe auch andere Geschwister gesehen, bei denen es genauso war. Für uns war das Reich der Kindheit ein Himmelreich. In guten Familien herrscht eine große Freiheit, und jeglicher Druck ist weg. Man kann frei über alles sprechen, was in der Gesellschaft geschieht, und sich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen. Das Leben wird offenbar und das Wort ist nicht gebunden. Es gibt keine Gesprächsthemen, die verboten oder tabu sind.
„Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.” Eph. 6, 4. Die Eltern müssen ihre Kinder entsprechend den Voraussetzungen, die ihre Kinder haben, annehmen und respektieren. Es ist sehr verletzend und reizt das Kind sehr, wenn Mutter oder Vater nicht mit ihrem Kind, so wie es ist, zufrieden sind. Im Unverstand kann man dem Kind Ziele setzen, die nahezu unerreichbar sind. Unsere Aufgabe ist viel mehr, ihnen darin die Wege zu ebnen und mit ihnen in dem zusammenzuarbeiten, was ihnen auf eine natürliche Weise liegt; das gilt sowohl für die Berufswahl als auch für andere Entscheidungen. Die Kinder sind verschieden. Freue dich über alle deine Kinder – so wie sie sind, und unterstütze ihre Entwicklung. Man kann auch dadurch ein guter Wegleiter für sie sein, dass man ihnen ohne zu herrschen und zu dominieren gute Literatur an die Hand gibt. Wir sollen einander nicht in der Freiheit richten, die jeder Einzelne seinen Kindern gibt. Dies ist ja die Verantwortung der Eltern, in die sich niemand anderes einmischen soll.
