Eine Warnung
Die wahre Bruderschaft ist viele Jahre hindurch unter der Decke der Schmach bewahrt geblieben. Sie entstand durch das aufrichtige Verlangen einfältiger Brüder nach Gottesfurcht, und sie dienten einander in Liebe, Respekt und Dankbarkeit. In unserer Zeit ist die Gemeinde stark gewachsen und groß geworden. Auf vielerlei Weise ist sie wie die Stadt auf dem Berg geworden, die nicht verborgen bleiben kann.
Es sind selbstverständlich auch Gefahren damit verbunden, dass die Gemeinde so groß und sichtbar geworden ist. Die Gemeinde kann dadurch auch für begabte Personen anziehend sein, die sich die Lehre durch ihr Wissen und ihre Tüchtigkeit leicht aneignen. Vielleicht haben sie die Rede der Weisheit und Erkenntnis als Gnadengabe, aber ihnen fehlt die Liebe. Wenn solche Personen Macht bekommen und durch ihre Gnadengaben und irdischen Positionen Leiter in der Gemeinde werden, wird die Gemeinde zerstört werden. So ist es unter uns nie gewesen und wir müssen auch darüber wachen, dass es nicht so wird. Wenn aus uns Menschen mit großen Gnadengaben und Redegaben hervorgehen, sie aber nicht das Leben leben, von dem sie reden, muss es Brüder und Schwestern geben, die den Betrug aufdecken können, damit solche Menschen nicht aufgrund ihrer Begabung Macht und Vertrauen in der Gemeinde bekommen. Wenn dies geschähe, wäre es besser, die Gemeinde ginge ganz zu Grunde, als dass sie für die Menschen, die aus der Sünde herauswollen, ein großer Betrug wäre. So hatte es auch Bruder Sigurd Bratlie in seinem Herzen, als er im Zusammenhang mit Bruder Elias Aslaksens Heimgang darüber zur Gemeinde sprach. „Aber”, fügte er hinzu, „ich habe keinen Glauben daran, dass es sich so entwickeln wird – ich glaube, die Gemeinde wird bestehen bleiben, bis Jesus uns heimholt.” Genauso habe ich es auch in meinem Herzen.
Wenn die Gemeinde nun so groß und bekannt geworden ist, kann leicht bei vielen der Wunsch entstehen, dass wir einen neuen Typ von Leitern unter uns benötigen – Menschen, die Ausbildung, Führungserfahrung und ein soziales Profil haben, das zu einer Führungsfunktion und der Welt um uns herum passt. Solche Kriterien haben in der Gemeinde nie gegolten. Es ist immer so gewesen, dass Gott Menschen in der Gemeinde eingesetzt hat, die ein gottesfürchtiges Leben gelebt haben. Solche, die durch ihre Gottesfurcht und durch das Leben, das sie leben, in den Herzen der Geschwister Vertrauen gewonnen haben. Gott sieht ja das Verborgene und erwählt gemäß der Berufung, die er dem einzelnen gegeben hat und gemäß der Gottesfurcht und Treue, die der einzelne bewiesen hat. Er lässt sich nicht vom äußeren Glanz täuschen – wie dies viele Menschen oft tun. Hier können wir eine ewige Lehre aus dem ziehen, was wir von Samuel lesen, der David zum König salben sollte. Er ließ sich zu einem gewissen Grad von Äußerlichkeiten täuschen und dachte falsch, d.h. abweichend davon, wie Gott die Dinge sah.
„Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht vor dem Herrn sein Gesalbter. Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.” 1. Sam. 16, 6-7.
Durch den Überfluss und den Wohlstand in der Gesellschaft gibt es auch ein größeres Maß an Freiheit als früher. Wie immer müssen wir auch jetzt uns selbst fragen, was Gottesfurcht ist, damit die Freiheit nicht als Freiheit für das Fleisch genutzt wird. „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein sehet zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Gal. 5, 13.
Die Gemeinde ist eine Bewegung in Bewegung. Bezüglich der äußeren Dinge haben wir von den frühesten Anfängen an gesehen, dass sich die Welt in Veränderung befindet. Auch wir verändern uns in diesen Dingen. Trotzdem müssen wir wachsam sein und aufhalten, so dass wir in einer neuen Entwicklung in dieser Welt nicht die ersten sind. In diesem Zusammenhang meine ich selbstverständlich nicht Dinge, die mit der Entwicklung der Sünde zu tun haben, sondern die natürliche materielle und technologische Entwicklung, sowie den Lebensstandard, der für das Land, in dem man wohnt, natürlich ist.
Was Gottes Wort betrifft – das Wort des Lebens – so ist dies das ewige Wort, an dem wir bis ans Ende festhalten sollen. Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die sehr mit einer äußeren Form beschäftigt waren und glaubten, dass dies das Wichtige am Evangelium sei. Paulus schreibt von ihnen, dass sie die Seuche der Fragen und Wortgefechte haben und der Wahrheit beraubt sind. 1. Tim. 6, 4-5. Darum ermahnt uns Paulus auch so kräftig, nicht in solchen äußeren Dingen auf Abwege zu geraten.
„So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus. Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.” Kol. 2, 16-19.
Etwas ganz anderes ist es, wenn von den heiligen Geboten die Rede ist! Da benutzt Paulus kräftige Ausdrücke, um die Gemeinde auf dem rechten Weg zu bewahren, damit sie sich nicht von falschen Verheißungen von Freiheit täuschen lässt, die außerhalb der Freiheit liegt, die man am Kreuz gewinnt. Höre nur, was er zu Timotheus schreibt: „Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, dass du das Gebot unbefleckt, untadelig haltest bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus.” 1. Tim. 6, 13-14.
Jeder, der das Verlangen spürt, ein gottesfürchtiges Leben zu leben, sollte sich auch die Ermahnungen der Schrift im Zusammenhang mit Sünden der Unzucht ernsthaft zu Herzen nehmen. Niemand sollte sich auf diesem Gebiet stark und siegessicher wähnen. Ganz im Gegenteil - man sollte in Furcht wandeln und sich seiner Schwachheit bewusst sein. Damit werden viele Fallstricke durchschnitten. Es ist bemerkenswert, dass Menschen, die mit Christus auferstanden sind, in Kol. 3, 5-6 so kräftig ermahnt werden: „So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.” Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Sünden den Zorn Gottes erregen. Sie gehören zu den offenbaren Werken des Fleisches. Gal. 5, 19. Unsere Berufung ist es, aus aller Macht der Finsternis ganz befreit zu werden, so dass wir für alle Zukunft in das Reich seines lieben Sohnes versetzt sind. Kol. 1, 13. Diese niedrigen Sünden sollen uns nicht beherrschen, damit der Zorn Gottes nicht über uns kommt. „Wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.” 1. Thess. 3, 9-10.
„Mitten in der Freiheit sind Gebote. Mitten im Evangelium steht das Kreuz. Es liegt ein Sehnen in der Ruhe und selbst im erlangten Segen liegt ein Streben: Unaufhaltsam vorwärts, vorwärts, vorwärts.” So schreibt Johan O. Smith in einem seiner Briefe und so lebt Christi Braut auch heute.
„Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe.” 1. Kor. 6, 12-13. Genauso natürlich, wie Speise und Bauch zusammen gehören, gehören der Herr und der Leib zusammen. Unser Leib ist nicht für Hurerei und Unzucht geschaffen. Er ist berufen, ein Tempel des Heiligen Geistes zu sein, und durch unsere Leiber soll der Wille Gottes ausgeführt werden. Lass dich nicht verführen und verirre dich nicht in deinen Gedanken! Gottes Wort wird in Ewigkeit festen Bestand haben.
„Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.” V. 9-10. Weil diese Sünden in der Welt so normal geworden sind, müssen wir uns besonders in Acht nehmen, damit wir nicht von dem Geist angesteckt werden, der unter den Kindern des Unglaubens wirksam ist. Die, die sich ganz Gott übergeben haben und mit ihm einen Bund geschlossen haben beim Opfer, sind sich dessen bewusst, dass ihr Leib des Herrn ist. Darum ist auch der Herr für ihren Leib, genau wie Paulus es erlebte, als er an Timotheus schrieb: „Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Botschaft ausgebreitet würde und alle Heiden sie hörten, so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen.” 2. Tim. 4, 16-17.
Gottes Kraft kommt über jeden, der in seinem Jüngerbund fest bleibt. Lass dich deshalb von der Hoffnung und den Ermahnungen, die Gottes Wort gibt, erfüllen. Durch den Gehorsam des Glaubens wirst du eine herrliche Zukunft bekommen, zusammen mit heiligen Brüdern und Schwestern in alle Ewigkeit!
„Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.” 1. Kor. 6, 18-20.
„Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.” 1. Thess. 5, 23.
