Hirte und Prophet

- Wenn andere Unrecht leiden

Hirte und Prophet

Wenn andere Unrecht leiden

Ich habe mich nie aus Feigheit oder Furcht anderen Menschen unterworfen. Dagegen war ich immer von Menschen fasziniert, die einen festen Standpunkt einnahmen und willig waren, in den Riss zu treten. So kam es, dass ich selbst viele interessante Erlebnisse hatte, wo ich verspürte, dass Gott mit mir war.

Als 17-Jähriger war ich einmal auf einer Abschlussfeier in der Firma, bei der ich arbeitete. Auf dem Heimweg kam ich an einem Taxistand vorbei, an dem viele Fahrgäste Schlange standen. Dort sah ich zwei Jugendliche, die eine ältere Frau schubsten, die in der Schlange stand.

„Ihr dürft euch ganz hinten anstellen.”, sagte sie. Doch die beiden waren un­gehobelt und bahnten sich einen Weg nach vorne. Die anderen, die in der Schlange standen, bekamen es mit der Angst zu tun.

Als ich sah, dass einer der Jugendlichen einer Dame eine Ohrfeige gab, wur­de ich wütend. Ich ging hin, stellte mich vor die ganze Schlange und fragte sie: „Schlagt ihr die Damen?”

„Ich schlage sogar meine Großmutter!”, antwortete der eine dreist.

Das hätte er nicht sagen sollen. An jenem Abend erhielt er eine gehörige Tracht Prügel. Später kamen zwei Polizisten und bedankten sich bei mir: „Wir haben die beiden schon länger beobachtet. Sie plagen andere und führen sich überall widerlich auf. Herzlichen Dank!”