Gottes Weisheit
„Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?” Hebr. 12, 7.
„Es dient zu eurem Wachstum, dass ihr Leiden erduldet”, so heißt es auf Schwedisch. Gott möchte uns ausbilden - uns also eine Erziehung geben, damit wir in die Gesellschaft hineinpassen können, in der wir in alle Ewigkeit sein sollen. Wenn wir seine Zucht spüren, zeigt dies, dass Gott uns als echte Söhne achtet. Ohne durch Leiden zu gehen, kann niemand von uns zu Weisheit und wahrem göttlichem Leben kommen. Jesus selbst lernte Gehorsam durch das, was er litt, und eben durch die Leiden werden wir seinem Bilde gleich gestaltet, ihm, der auch „Gottes Weisheit” genannt wird.
„Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; hernach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.” Hebr. 12, 11 (Schlachter Übers.). Es geht darum, durch die Züchtigung geübt zu werden, damit wir zu wahren und echten friedsamen Früchten der Gerechtigkeit kommen. Hier haben wir Jesus als unser Vorbild, und wir haben es nötig, auf ihn zu achten: „Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.” Hebr. 12, 3. Dass man zu Mutlosigkeit versucht wird, bedeutet ja, dass man noch nicht fertig ausgebildet ist. Mögen wir uns darüber freuen, dass wir in der Ausbildung sind, um an den Früchten der Weisheit teil zu bekommen. Deshalb lautet die Ermahnung: „Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern viel mehr gesund werde.” Hebr. 12, 12-13.
Die friedsame Frucht der Gerechtigkeit ist das gleiche wie die Weisheit, die durch mein Leben sichtbar wird - so wie Jakobus schreibt: „Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.” Jak. 3, 13. Sanftmut ist also Weisheit. Alle wahre Weisheit kommt vom Höchsten und entsteht durch Gottes Wort. Die Summe der Tugenden, die in meinem Leben entstehen, ergibt die Weisheit, die ich in Ewigkeit habe - nicht mehr und nicht weniger.
„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.” Matth. 5, 5 und 7. Es ist also reine und klare Weisheit, sanftmütig und barmherzig zu sein. Genauso ist es laut Jesu eigenen Worten eine große Torheit, anderen nicht vergeben zu wollen. „Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.” Matth. 6, 15. Gottes Wort ermahnt auch dazu, Vater und Mutter zu ehren. Eph. 6, 2-3. Dann werden wir lange leben auf Erden, und wir haben es wirklich nötig, lange zu leben, wenn wir zu solch einem großen Heil kommen wollen.
Wenn wir Jesu Worte halten, dann wird er uns auf die reinen Wege erheben, auf denen die Weisheit zu finden ist. „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.” 1. Petr. 5, 7. Wie weise es ist, alles auf den Herrn zu werfen! Der Glaube an ein solches Wort kann einen Menschen davor retten, durch Sorge und Verzweiflung zu Grunde zu gehen.
„Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.” Spr. 9, 10.
Die Gottesfurcht ist also der Anfang der Weisheit, durch sie bewahrt man die Weisheit und durch sie vollendet man die Weisheit. „Wovon wir aber reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.” 1. Kor. 2, 6-8. Die Weisheit, die Gott seinen Jüngern zugedacht hat, ist ein großes Geheimnis, das für die meisten auf der Erde verborgen ist. Sie war auch den Herren der Welt zu Jesu Zeit verborgen, sonst hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.
Wir können gut sagen, dass Gott seine Weisheit in all den Ermahnungen verborgen hat, die uns sein Wort gibt. Wenn wir Jesu Gebote lieben, dann lieben wir die Weisheit. „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden. Und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.” Joh. 14, 21 und 23.
Die Liebe zu Jesus bewirkt, dass wir sein Wort halten. Dann wird auch der Vater zu uns kommen und Wohnung bei uns nehmen. Das ist der Geist der Weisheit, der zu solchen Menschen kommt. Durch diesen Geist werden sie von menschlichen Gedanken und Werken zu göttlichen Gedanken und Werken emporgehoben. Sie erleben die Reinheit, die zu Gottes Wesen gehört. Nur sie können Gott sehen und Gottes Gedanken und Gesinnung verstehen.
„Die Weisheit hat ihr Haus gebaut und ihre sieben Säulen behauen. Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt und ihren Tisch bereitet und sandte ihre Mägde aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt: Wer noch unverständig ist, der kehre hier ein! und zum Toren spricht sie: Kommt, esset von meinem Brot und trinkt von meinem Wein den ich gemischt habe! Verlasset die Torheit, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit.” Spr. 9, 1-6.
Damit der Geist göttliche Weisheit wirken kann, ist Ruhe nötig. Die Offenbarung des Geistes dient zum Nutzen aller. Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich nach diesem Leben sehnen. Die Weisheit tut alle Dinge auf die rechte Weise. Warum macht man immer wieder Fehler? Ja, es fehlt einem an Weisheit. Dann ist Gott so gut, dass man um Weisheit bitten kann - und sie wird dem gegeben, der bittet. „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.” Jak. 1, 5.
Es geschieht vieles, das bewirken sollte, dass man auf sich selbst und auf die Lehre achtet, und es ist gut, sich selbst zu fragen, ob das, was man in einer Situation gesagt und getan hat, in aller geistlichen Weisheit und Einsicht getan wurde. Dann kommt man in Not. Suche Rat und halte dich nicht selbst für klug. Rede mit anderen Brüdern oder Schwestern über das, was dir am Herzen liegt und worüber du in Not bist. Gott hat den Segen dort verheißen, wo Brüder einträchtig beieinander wohnen – wo sie miteinander sprechen, zusammen sind und es gut miteinander haben. Denk nicht, dass dieser oder jener keine Weisheit hat. Sei demütig. Es liegen viele Ressourcen in Christi Leib. Die Herzen sollen zusammengefügt werden zu allem Reichtum an Gewissheit und Erkenntnis.
Lernst du etwas durch das, was du erlebst oder sitzt du nur in deinen eigenen Gedanken fest? Die Weisheit ruht nicht im Herzen des Toren. Wird man ärgerlich und zornig, hat man keine Weisheit. Willst du zu Weisheit kommen, muss das, was sich in deinem Fleisch erhebt, sterben. Weisheit ist etwas Wunderbares. Selbstklugheit bewirkt, dass die Weisheit sich fern hält. Suchst du Weisheit, so nimm dir unter anderem das erste, achte, neunte, zwölfte und vierzehnte Kapitel der Sprüche Salomos zu Herzen. Die Weisheit ist besonnen und geht immer mitten auf dem Weg. Einige leben ihr ganzes Leben lang ein „Grabenleben” und glauben, dass sie durch ihre extremen Einfälle und Verhaltensweisen ein gewaltiges Werk für Gott tun. Aber die Herzen freuen sich nur dann, wenn sich die Weisheit offenbart. Die Menschen werden froh, denn die Weisheit wird immer einen Weg finden.
„Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.” Spr. 27, 22. Auch selbstkluge Menschen weichen nicht von ihrer Torheit. „Lasst sie”, sagte Jesus. Gott kümmert sich nicht um die, die sich weise dünken. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Arbeit an Menschen zu verschwenden, die nicht wollen. Diese Arbeit wird niemals gelingen und bedeutet vergeudete Zeit.
Suche Gemeinschaft mit solchen, die Gott aus einem reinen Herzen anrufen. Hüte dich vor „vornehmem Fleisch” - begabten Menschen in guten Positionen, schönen und freigebigen Menschen. Vielleicht wirkt Gott in einem Menschen, dass er bei einer Sache eingreifen sollte, aber dann nimmt er Rücksicht auf „vornehmes” Fleisch. Wir müssen von solchen Dingen erlöst werden, damit die Weisheit zum Zuge kommt. Gott sieht nicht die Person an. Alle Menschen gehören zu seinem Schöpfungswerk. Diejenigen, die den Geringen verachten, verhöhnen dessen Schöpfer. Auf diesem Weg kommt man selbstverständlich nicht zu Weisheit. Weisheit findet man nur bei den Rechtschaffenen. Sie sind ehrlich und aufrichtig und warten auf Gott auf dem Wege seiner Gerichte. Der Geist der Wahrheit führt uns zum Richter. Lasse ich mich vom Geist der Wahrheit leiten, komme ich zu Weisheit. Unsere Berufung ist, dass alles, was wir sagen und tun, reine, lautere Weisheit ist. Dorthin soll uns der Geist der Weisheit führen. Sei beschnitten von deiner eigenen Ehre. Sei aufrichtig und wahrhaftig. Wage es, für das gerade zu stehen, was du als richtig empfindest, und beuge der Zucht deinen Rücken. Hab keine Angst davor, den Kopf ein bisschen „hervorzustecken”, denn es geht durch Zucht zur Weisheit.
