Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1938-09 - Wandel im Licht

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Wandel im Licht

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ 1. Joh. 1, 7.

Diese Schriftstelle gilt nur für Jünger Jesu Christi, die im Licht wandeln, und doch wird sie auf gottlose und träge Christen angewandt, die in der Finsternis wandeln und es nötig haben, sich selbst für ihre Sünde zu richten und Vergebung für diese zu bekommen. Wer im Licht wandelt, sündigt nicht bewusst. Wenn ein Mensch sündigt, tut er dies in der Finsternis.

Im Licht kommt das zum Vorschein, was vorher unbewusst war, nämlich Werke des Leibes. Diese sollen durch den Geist getötet werden, dann werden wir leben. Röm. 8, 13. In diesem Vers werden zwei Arten von Werken aufgezeigt: Wenn ihr nach dem Fleisch lebt (bewusst sündigt), dann werdet ihr sterben. Aber wenn ihr durch den Geist die Werke des Leibes (die unbewussten, die durch den Wandel im Licht offenbar werden) tötet, dann werdet ihr leben.

Niemand kann im Licht wandeln, ohne das Fleisch gekreuzigt zu haben. Daher heißt es: „Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Gal. 5, 24.

Neulich las ich in einem Referat von einer christlichen Konferenz, dass sie vom Kreuz und der darin liegenden Kraft weggekommen waren. Jetzt war es ihnen ein Anliegen, wieder zum Kreuz von Golgatha zurückzukehren.

Demnach haben diese lieben Brüder Urlaub im Fleisch gemacht und sich vom Kreuz entfernt, nachdem sie nun einig geworden sind, dass es das Beste wäre, wieder zum Kreuz zurückzukehren. Sie sind also nicht mit Christus gekreuzigt, sondern unterwegs nach Babel. Das Wort vom Kreuz und dessen Kraft sind verschwunden, und der Geist der Erweckung ist verschwunden. Aber es gibt Dinge, die nicht verschwunden sind, und das sind Parteiungen, Uneinigkeit, Überheblichkeit, Reserviertheit usw. Ich glaube, dass der Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, und Sündenvergebung besser passen würden als die Erneuerung des Geistes, wie man es nennt. Der Geist soll nicht erneuert werden; er ist, wie er sein soll, und erneuert selbst alle Dinge. Sondern der Geist und Sinn des Menschen soll erneuert werden, denn man hat eine fleischliche Gesinnung angenommen. Man hat im Geist angefangen und ist nun dabei, im Fleisch zu vollenden.

Paulus sagt zu den Ephesern: „Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, dass ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens.“ Eph. 4, 17-18.

Ob dies nicht ausgezeichnet zutrifft auf alle, die das Kreuz verlassen haben, wenn sie überhaupt jemals dort gewesen sind? Sie sind hinausgekommen in die Nichtigkeit ihres Sinnes und gelangen weder zu Erweckung noch zu Gottes Kraft.

Was braucht man also? Man braucht eine Veränderung des Sinnes! Traurig ist nur, dass man nicht selber darauf kommt.

„Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an.“ Eph. 4, 23.

Die Hure, die die ganze Erde mit ihrer Hurerei verdorben hat, drängt sich hinein unter das Volk Gottes. Offb. 19, 2. Was hat sie in ihrem Becher? Sie hat darin weltliche Größe und weltliche Bildung, Ansehen der Person, Wissenschaft, weltliche und religiöse. Die Schmach Christi findet man nicht in ihrem Becher. Aber in ihr (der Hure) wurde das Blut der Propheten und der Heiligen gefunden und aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind. Offb. 18, 24.

Du, der du, ohne am Kreuz zu sein, in der Nichtigkeit deines Sinnes nach Babel unterwegs bist, solltest untersuchen, ob du nicht von der Hure und von dem Zorneswein ihrer Hurerei betört bist, von dem alle Völker getrunken haben. Offb. 18, 3.