Serubbabel
V. 6. „Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“
Nicht durch Menschengeist und Klugheit. Nicht durch Erinnerungen an eine frühere Geistestaufe, wobei man die Wirkungen des Geistes verleugnet. Nicht durch theologische Ausbildung oder staatliche Priesteranstellung, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr.
V. 7. „Wer bist du, du großer Berg, der du dich vor Serubbabel erhebst?“ (norw. Übers.)
Wenn Erweckungen das Volk ergreifen, wenn der Geist des Herrn wirkt, dann erhebt sich ein großer Berg vor Serubbabel. Wer bist du, du großer Berg?
Es ist das Fleisch im Menschen, das gegen den Geist streitet. Zuallererst besteht der Berg aus fleischlichen Priestern, die es als ihre Aufgabe betrachten, den Tod zu schützen und zu umhegen, damit in diesem Jahr alles so bleibt wie im letzten Jahr. Die lebensspendende Macht des Geistes Christi unter den Menschen muss in ihrem eigenen Pfarrbezirk niederschlagen werden. Dann haben sie ihre Pflicht getan und können ruhig schlafen. Außerdem gibt es fleischliche Prediger, die dafür eifern, dass ihnen ihr Verdienst nicht genommen wird. Denn sie lieben ihre eigene Totenversammlung, von der sie leben – mehr als den lebensspendenden Geist des Herrn, der Tote lebendig macht. Dazu kommen fürsorgliche weltliche Größen, die sich aufgrund ihrer Stellung berechtigt fühlen, mit ihrer eingebildeten Weisheit regulierend einzugreifen. Danach kommen Eltern, Geschwister und andere Verwandte, die mit ihren gutgemeinten, vernünftigen Worten sowohl schmeichelnd als auch drohend von der gesegneten Arbeit des Geistes Gottes abbringen wollen.
Hier haben wir den großen Berg, der sich gegen Serubbabel (Werkzeuge des Geistes Gottes) erhebt. Aber was sagt der Herr zu diesem Berg?
V. 7. „Werde zur Ebene!“ (norw. Übers.)
Nie habe ich in der Bibel gelesen, dass Satan Heiligungserweckungen abhält und dass er Sünder aus der Finsternis zu Gottes wunderbarem Licht führt. Eben dies will man in unseren Tagen mit Nachdruck in Wort und Schrift behaupten.
Dieser große Berg erhob sich das erste Mal vor Abel, als Kain seinen Bruder aus Neid erschlug. Dann erhob er sich in den Tagen der Patriarchen, während der Herrschaft der Richter und in den Tagen Davids. Der Berg wurde ja überaus groß in den Tagen Jesu Christi. Die kräftige Wirksamkeit Luthers führte dazu, dass sich die gesamte katholische Welt erhob. Doch seine Nachfolger auf den Kanzeln saßen wiederum auf dem Berg fest und gingen gegen Hans Nielsen Hauge vor. Pfarrer und Prediger, die ihren Lebensunterhalt daraus beziehen und die ihre Lebensstellung und ihre Parteiung verteidigen wollen, müssen notwendigerweise dem Berg angehören, der sich gegen die Wirkungen des Geistes Gottes erhebt.
Innerhalb der Bewegung von 1907 haben seit Langem Abfallen und Tod geherrscht. Man hat Parteiungen gebildet und hat sich damit sein Auskommen gesichert. Nun gehören viele der leitenden Personen dem Berg an und ziehen am selben Joch mit den Ungläubigen. Sie können sich zwar an eine Ausgießung des Geistes vor vielen Jahren erinnern, doch nun schreiben sie Bücher und predigen – gegen die Arbeit und die Wirkungen des Geistes. Sie gehören dem Berg an, der sich erhebt, und arbeiten bei der Verfolgung mit den Gottlosen zusammen. Das sage ich euch zur Schande. Ihr solltet es besser wissen, aber nun irrt ihr in Finsternis umher.
All dies wird durch den Geist des Herrn niedergeschlagen werden, denn Gott sagt: „Werde zur Ebene!“
Die Arbeit am Tempel wird durch die Hände Serubbabels gelingen, und er wird das Werk vollenden, sodass schließlich der Schlussstein unter lautem Zuruf hervorgebracht werden wird: Gnade, Gnade mit ihm!
Was wird dann aus dem großen Berg, der so fürchterlich lärmte und drohte? Er wird zur Ebene!
Sei darum guten Mutes, Serubbabel, und setze die Arbeit fort; denn die Hände Serubbabels haben dieses Haus gegründet, seine Hände sollen es auch vollenden. V. 9.
