Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1937-12 - Salz und Feuer

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Salz und Feuer

„Denn jeder muss mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.“ Mk. 9, 49.

Johannes der Täufer sagt: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Mt. 3, 11.

In unserer Zeit ist es eine sehr bekannte Sache, mit dem Heiligen Geist getauft zu werden. Aber wer redet davon, mit Feuer getauft zu werden? Die Sache ist die, dass sich der Geist Gottes von jeder Seele zurückzieht, die nicht in der Kraft des Geistes das Feuer erträgt. Der Geist und das Feuer können nicht voneinander getrennt werden.

„Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte! Aber ich muss mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollbracht ist!“ Lk. 12, 49-50.

Hieraus geht deutlich hervor, dass es die Feuertaufe war, vor der Jesus bange war.

Die Jünger wollten gerne einen herausragenden Platz im Himmel haben. Jesus fragte sie daraufhin: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?“ Die Taufe, von der Jesus hier redet, ist die Feuertaufe. Die Jünger antworteten: „Ja, das können wir.“ Jesus sagte daraufhin: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde. Mk. 10, 37-40.

Hieraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, dass auch wir mit Feuer getauft werden müssen und dass wir den Kelch (des Leidens), den er trank, trinken müssen, wenn wir mit ihm verherrlicht werden wollen.

Der Geist Gottes gibt Kraft, das Feuer zu ertragen. Es ist das brennende Feuer, das allen Stolz, alles Parteiisch-Sein, alles Ansehen der Person, allen Geiz, allen Hass usw. wegbrennt. Wir haben ja massenweise Beispiele dafür, dass Menschen, die einmal mit dem Geist getauft worden sind, dennoch nicht die leiseste Ahnung vom Feuer haben. Wenn sie die hätten, dann wäre die Bosheit verbrannt. Doch sie kommt in aller Hässlichkeit in Wort und Schrift hervor. Hieraus schließen wir, dass das Feuer bei weitem nicht sein gesegnetes Werk hat tun dürfen, nämlich das wegzubrennen, was dem Geist Gottes widerstrebt.

Vor einigen Jahren wurde darüber geschrieben, dass das Feuer bald hier und bald dort gefallen sei. Ich bin später an diesen Orten gewesen, an denen das Feuer gefallen sein soll; doch ich habe die alten Ruinen dort vorgefunden. Nichts ist niedergebrannt und nichts Neues ist aufgebaut worden. Man lebt weiterhin in Zwietracht und Uneinigkeit. Es muss also unzutreffend gewesen sein, als man schrieb, dass das Feuer gefallen sei. Man muss die Erweckung gemeint haben, die schließlich verebbte.

Ja, so ist es. Wenn einem Gottes Licht und Erkenntnis fehlen, dann benützt man haufenweise fehlerhafte Ausdrücke, und das kann man ja so gut tun, weil die Finsternis draußen bei der religiösen und nichtreligiösen Menge groß genug ist, um nahezu alle geistlichen Dummheiten hinzunehmen.

Doch das Wort Gottes steht fest und unerschütterlich, während Verfälschungen und Torheiten, die einem lieb und wert sind, dem Spießrutenlauf unter dem scharfen, zweischneidigen Schwert ausgesetzt sind. Deshalb soll man sorgfältig sein mit dem, was man schreibt und redet, denn niemand kann sagen: „Wir alleine haben die Weisheit gepachtet!“ und auch nicht: „Mit uns stirbt die Weisheit aus!“ Gott ergründet alle Dinge, und wer vor seinem Angesicht für gut befunden wird, den bezieht er ein, wenn Esau durchsucht und der Brandschaden aufgenommen werden soll. Wenn dieser doch richtig groß wäre, sodass auch die Hoffnung auf Herrlichkeit groß werden könnte!

„Jeder muss mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.“

Wer Gott in Geist und Wahrheit dienen will, wird ein Opfer des Feuers und des Salzes. Man salzt keine lebenden Fische und keine lebenden Tiere. Zuerst muss geschlachtet werden. „Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen.“ Röm. 8, 10. An diesem Leib tun das Feuer und das Salz ihre Wirkung. Das ist die Leidensgemeinschaft Christi, und zwar dann, wenn wir nach den Wirkungen des Geistes leben. Dann wird der Leib als ein Opfer hingegeben, das Gott wohlgefällig ist. Röm. 12, 1. Ohne dies können wir unmöglich geistliche Menschen werden. Die Anforderungen sind hoch, aber dafür ist auch die Herrlichkeit, die erreicht wird, groß.

Haben wir eine Gabe für die Sache Gottes gegeben, dann soll dieses Opfer mit Salz gesalzen sein. Und schmerzt das Opfer, dann sind wir selbst mit Feuer gesalzen. Und das ist das Vollkommene. Legen wir eine Sünde ab, dann schmerzt es, das Feuer zehrt, doch wir sollen das Opfer da liegen lassen, lasst uns sagen, im Fass, mit Salz bedeckt. Dann ist es ein Ganzopfer, und wir werden gründlich von der Sünde erlöst – und so kommt Sünde für Sünde dran. Denke nur an Tabak, Redseligkeit, Klatschsucht, Eitelkeit, Lust nach eitler Ehre usw. Das sind alles zusammen Dinge, bei denen es vorteilhaft ist, sie ins Salzfass zu tun.

Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab! Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf’s von dir! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände, zwei Beine und zwei Augen hast und fährst in die Hölle, in das Feuer, das nie verlöscht, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht. Mk. 9, 43-50. Du selbst sollst dies tun.

Um das Feuer kommen wir nicht herum, entweder lassen wir es hier wirken oder im Jenseits.

Aber gibt es denn so viel Bosheit in einem Menschen, dass man so viel Feuer und Salz braucht?

Ja, lies die Tageszeitungen, und du wirst sehen, dass sie voll von Mord, Totschlag und Diebstahl sind. Sogar religiöse Leiter sind voller Bosheit, wenn sie ihre Stellung bedroht sehen, daher ist eine Menge Feuer und Salz nötig, um all das Unkraut wegzubrennen, das sich von der Welt in die Versammlungen Gottes hineinschleicht. Man braucht nicht nur eine herrliche Geistestaufe, sondern man braucht eine herrliche und kräftige Feuertaufe, um mit der Bosheit fertig zu werden.

„Das Salz ist gut; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit wird man’s würzen?“ Solange das Salz das Fleisch durchdringen kann, ist Kraft in ihm. Dann schmerzt es und dann schreit man, sofern nicht alles geopfert ist. Daher sollte jeder von uns Salz in sich haben und mit anderen Frieden halten. Das ist das Vollkommene: Feuer und Salz in sich selbst haben und sein Haupt salben, als ob nichts Besonderes vor sich ginge.