Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1937-10 - Der Hebräerbrief, Kap. 3

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Der Hebräerbrief

3. Kapitel

V. 7-11. „Darum, wie der Heilige Geist spricht: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wüste usw.“

Gottes Stimme führt uns in das Land hinein, in dem Milch und Honig fließen. Heute, wenn wir seine Stimme hören, können wir durch Glauben hineingehen. Nun gehen wir nicht in ein irdisches Kanaan, sondern in ein himmlisches. Das irdische Kanaan war voller Feinde. Die Kundschafter kamen zurück und konnten berichten, dass die Amalekiter im Südland wohnen, die Hetiter und Jebusiter und Amoriter auf dem Gebirge wohnen und die Kanaaniter am Meer und am Jordan wohnen. 4. Mos. 13, 29.

Gegen alle diese feindlichen Völker hatte der Herr gesagt: „So sollst du nun heute wissen, dass der Herr, dein Gott, vor dir hergeht, ein verzehrendes Feuer. Er wird sie vertilgen und wird sie demütigen vor dir, und du wirst sie vertreiben und bald vernichten, wie dir der Herr zugesagt hat.“ 5. Mos. 9, 1-4. 3. Mos. 18, 25.

Aber das Volk murrte und wollte Josua und Kaleb steinigen. Denn die Männer, die auch das Land erkundet hatten, brachten das Land unter den Kindern Israel in Verruf und sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark. Alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen dort auch Riesen, Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unsern Augen klein wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen.

Diese Feinde waren alle zusammen verflucht, sodass Israel sie leicht hätte schlagen können, aber die Israeliten waren ungläubig und glaubten dem Herrn nicht, obwohl sie auf dem ganzen Weg von Ägypten an seine großen Taten gesehen hatten.

Jetzt sind wir an der Reihe. Heute, so ihr seine Stimme hört! Unser Land ist auch voller Feinde: „Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.“ Gal. 5, 19-21.

Alle diese Feinde sind verflucht und der Herr sagt: „Zieh hinauf gegen sie und schlage jeden einzelnen von ihnen nieder vor dem Angesicht des Herrn.“ Auch in unseren Tagen weinen die Leute und sagen: „Wir können nicht, die Feinde sind zu stark.“ Und dann steinigen sie, geistlich gesprochen, alle, die im Glauben hineingehen wollen. Doch der Eid des Herrn gilt weiterhin: „Sie sollen nicht eingehen in meine Ruhe.“ Hebr. 3, 11.

V. 12-13. „Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es «heute» heißt, da ss nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde.“

Ja, das passt ausgezeichnet: ein böses, ungläubiges Herz. Wenn Spaltungen, Parteiungen, Neid und Habsucht in der Tiefe des Herzens Wurzeln geschlagen haben und man dies nicht aufgeben will, dann hat man ein böses und ungläubiges Herz. Die Wegleitung von Gottes Geist geht direkt gegen diese Feinde. Wenn man dann noch weint darüber, dass man diese abscheulichen Dinge verlieren soll, dann wird das wahr: Die Betrübnis der Welt gebiert den Tod. Selig jeder, der die Stimme Gottes hört und sich nicht verstockt. Er wird durch Glauben eingehen in die Ruhe.

V. 14. „Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die erste Gewissheit bis zum Ende festhalten.“

Christus kam ins Fleisch und nahm den Kampf gegen den Eigenwillen auf, der im Fleisch war. Er siegte in der Kraft eines ewigen Geistes – des Geistes, den er von Geburt an von seinem himmlischen Vater bekommen hatte. Nun haben wir denselben Geist wie Christus bekommen und wenn wir überwinden, wie er überwunden hat, dann bekommen wir mit ihm sowohl an den Leiden als auch an der Herrlichkeit Anteil. Doch die Bedingung ist, dass wir die volle Gewissheit des Glaubens bis zum Ende festhalten.

V. 17-19. „Über wen war er aber 40 Jahre lang zornig? Waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste fielen? Welchen schwor er aber, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die sich weigerten zu glauben?

Und wir sehen, dass sie nicht eingehen konnten wegen des Unglaubens.“

All dies ist uns zum Vorbild geschrieben. Durch Glauben gehen wir ein in die Ruhe. Aber Gott hat geschworen, dass niemand, der ungläubig ist, in Seine Ruhe eingehen wird.

Israel war von Ägypten und dem Pharao errettet. Das entspricht unserer Errettung aus der Macht Satans und der Welt. Aber dennoch hatte Gott kein Gefallen an den meisten von ihnen aufgrund von Unglauben. Die Christen heute gehen in der Regel auch in der Wüste umher, ohne in die Ruhe des Glaubens zu kommen. Gott ist über solchen Unglauben zornig. Wenn der Weg durch den Vorhang, sein Fleisch, gebahnt ist, dann ist es traurig, dass so wenige auf diesem gesegneten Weg gehen. Das entfacht Gottes Grimm, was recht und billig ist. Er gebietet uns, in das Land hineinzugehen und Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, Habsucht, Neid, Hurerei, Parteiungen usw. zu überwinden. Und dann gibt man den meisten dieser Werke des Fleisches nach. Das bringt keine Ruhe, sondern führt im Gegenteil zu einem schlechten Gewissen und allerlei Unruhe. Töte diese Feinde, dann bekommst du Frieden vor ihnen. Zerschmettere ihre jungen Kinder am „Felsen“, dann bekommst du Ruhe.