Der Hebräerbrief
3. Kapitel
V. 1-2. „Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus, der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause.“
Schaut auf Jesus als Apostel. Die Aufgabe eines Apostels ist, Licht für diejenigen zu verkündigen, die in Finsternis sitzen. Der Messias sollte leiden und er sollte als der Erste, der von den Toten auferstand, dem Volk und den Heiden Licht verkündigen. Apg. 26, 23. Nachdem Jesus von Satan versucht worden war und nachdem er gehört hatte, dass Johannes gefangengesetzt worden war, ließ er sich in Kapernaum nieder, das am Galiläischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali.
Von nun an beginnt Jesus seinen Aposteldienst. Er war von Satan versucht worden und war treu geblieben. Johannes war gefangengesetzt, sodass er sich nicht auf ihn stützen konnte. Nun stand er da mit seiner himmlischen Berufung, mit Kraft und Licht vom Himmel in seinem Innern gegen eine ganze Welt voller Bosheit und Finsternis – ohne einen einzigen Stützpunkt in dieser Welt. Schau auf Jesus in dieser Situation – in Wahrheit die Stellung eines Apostels. Jesaja prophezeit: „Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“ Mt. 4, 13-16.
Sieh auf Jesus als Hohepriester. Er wurde von Gott genannt ein Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks. Jesu hohepriesterlicher Dienst beginnt erst, nachdem ein Tod von den Übertretungen unter dem ersten Bund stattgefunden hat. Hebr. 9, 15. Er ist der Mittler eines neuen Bundes – des Bundes, der in Herz und Sinn geschrieben ist. Wenn du so gut wie nie vom Rednerpult aus von Jesus als Hohepriester hörst, dann hat das den Grund, dass sie ihn nicht als Hohepriester kennen. Man kennt ihn nur als Sündopfer. Jesu hohepriesterlicher Dienst besteht darin, dass er uns zu Sündopfern in Christi irdischem Leib macht. Kol. 1, 22. Die Erkenntnis über „Sünde und Gnade“ reicht innerhalb des Leibes Christi nicht aus. Sie muss so vertieft werden, dass sie die Erkenntnis über den Tod Christi in uns umfasst. Dann kommt der Mittlerdienst zu seinem Recht. „Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.“ 2. Kor. 4, 11.
Dies ist an Menschen geschrieben, die an einer himmlischen Berufung teilbekommen haben. Ohne diese Berufung ist es unmöglich, Jesus als Apostel und Hohepriester zu bekennen und zu verstehen.
Jesus war treu dem, der ihn gemacht hat. Durch Treue bekommen auch wir Licht über Jesus als Hohepriester und darüber, dass er dazu in den Tagen seines Fleisches durch die Treue, die er in allen möglichen Dingen gegenüber seinem himmlischen Vater erwies, gemacht wurde. Diese Treue wendet der Hohepriester auf uns an, die wir der himmlischen Berufung folgen. Wir werden bis ins allerkleinste Detail in Recht und Unrecht, in Wahrheit und Lüge unterwiesen. Wir stehen in jedem Augenblick vor der Wahl. Hier müssen wir göttliche Treue erweisen, wenn wir zu denen gehören wollen, die dem Lamm folgen, wo es hingeht. Offb. 14, 4. Dem Lamm zu folgen bedeutet, dass wir ständig geschlachtet werden wie das Lamm. Der Eigenwille muss immer aufgegeben werden. Gott hat immer recht, und wir unrecht. Dies müssen wir fortwährend einräumen. Dann schauen wir auf Jesus als Hohepriester und darauf, wie er zum Hohepriester gemacht wurde.
V. 3-6. „Er ist aber größerer Herrlichkeit wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses größere Ehre hat als das Haus.“
Mose war treu in Gottes ganzem Haus. Durch das Gesetz wurde das Haus sichtbar. Gott wurde mit dem Namen Herr bekannt. Der Leib nahm Gestalt an. Alle Sünde, die ein Mensch tun kann, ist außerhalb des Leibes. Das Gesetz kam um der Übertretungen willen, und alle Opferungen des Gesetzes reinigten zur Reinheit des Fleisches. Hierdurch wurde der Leib sichtbar. Gott, den man früher als einen großen und allmächtigen Gott kannte, lernte man jetzt unter dem Namen Herr kennen. Der Felsen, der ihnen folgte, war Christus. Mose gebührte große Ehre dafür, dass er in all seinem Dienst für das Haus treu war. Doch Christus hat das Haus erbaut und derjenige, der das Haus erbaut hat, hat größere Ehre als das Haus selbst. Dies ist der Unterschied zwischen Moses Ehre und Christi Ehre.
„Denn jedes Haus wird von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, das ist Gott.“
Christus machte das Haus offenbar, das von Gott gemacht war, bevor Mose zur Welt kam. Dieses Haus war aufgrund von Übertretungen und Sünde unsichtbar gemacht worden. Doch durch das Gesetz und die Opferungen wurde das Haus, das der Leib ist, sichtbar. Treue in diesem Dienst war die Ehre Moses.
„Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir den Freimut und den Ruhm der Hoffnung festhalten.“
Alle Dinge sind durch Christus und zu Christus geschaffen. Das Haus wurde lange vor Mose geschaffen. Doch nun kam der Sündenfall und das Haus wurde unsichtbar. Durch den Dienst Moses wurde das Haus wieder sichtbar. Der Dienst Moses reinigte das Haus jedoch nicht inwendig, sondern nur auswendig durch Opferungen jeglicher Art. Als jedoch Christus kam, der das Haus erbaut hatte, ging er in das Haus hinein und verdammte die Sünde im Fleisch. Röm. 8, 3. Er reinigte das Haus inwendig und tat das, was dem Gesetz unmöglich war. Er nahm Fleisch und Blut an wie die Kinder und kam auf diese Weise in das Haus hinein. Und als er dann hineingekommen war, band er den Starken (Satan) und warf ihn hinaus mit all seinen Werkzeugen. Satans Wille wurde zermalmt, weil Jesus in Fleisch und Blut nur den Willen seines Vaters tat und nicht den Willen, der in Fleisch und Blut lag. Dies ist durch den Glauben ganz einfach zu verstehen. Sein Haus sind nun wir. Er wohnt durch den Glauben in unseren Herzen und wir haben ihn dort drinnen als Herrn geheiligt. Satan und das Fleisch sind nicht mehr Herr. Vielmehr haben wir das Fleisch mit den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Auf diese Weise wird Satan unter unseren Füßen zertreten und sein Wille wird zunichtegemacht. Christus ist unser Haupt und er wirkt in uns das Wollen und das Vollbringen – direkt gegen den Willen des Fleisches und gegen den Willen Satans. Auf diese Weise sind wir Christi Haus und wir haben einen größeren Dienst als Mose, der nur äußere Reinheit verkündigte. Wir können in Christi Kraft durch den Heiligen Geist innere und äußere Reinheit verkündigen. Wir können das Lied des Mose und das Lied des Lammes singen. Mose hatte das Zeugnis des Wassers, doch wir haben das Zeugnis des Geistes, des Wassers und des Blutes, sofern wir treu sind gegenüber dem, der vom Himmel redet.
