Zucht

Hebr. 12, 1-20. Die Sünde will uns umstricken, es ist nicht so leicht, sie loszuwerden, doch durch Glauben können wir sie überwinden. Wenn wir echte Kinder sind, haben wir Anteil an Erziehung. Man würde keine Leiden ertragen, wenn es nicht um der Züchtigung willen wäre, denn die Züchtigung wird sonst viel größer als das Leiden. Zucht ist eine gesegnete Sache. Wer am meisten Zucht erfahren hat, kommt am weitesten voran.

Vor jemandem, der keine Erziehung erfahren hat, hat man keinerlei Respekt. Wird die Zucht, der Heilige Geist, von einer Gemeinde weggenommen, dann ist es mit der ganzen Gemeinde vorbei.

Die Menschen sind so, dass sie frei sein wollen. Es dauert nicht lange, bis sie um das goldene Kalb tanzen, wenn die Zucht ausbleibt. Mose hatte keine Zeit, an sich und das Seine zu denken. Er musste sich von morgens bis abends die Probleme der anderen anhören, und er bekam enorm viel Zucht, wenn man an die 40 langen Jahre in der Wüste denkt.

A chte nicht gering die Erziehung des Herrn. Es gibt keinen Trost, wenn der Herr einen züchtigt. Ich bin gezüchtigt worden, musste aber darin still sein. Es ist so gewesen, dass mir schwarz vor Augen wurde. Ich habe nach Trost gesucht, aber nicht gefunden. Das muss unsere tägliche Speise sein. Unser Fleisch ist es, das die Zucht spürt; die Sünde hängt uns so fest an. Gott muss uns in seine Schule nehmen und uns in Bedrängnis bringen, uns immer wieder ins Wasser tauchen, bis ins Unendliche, bis er uns gereinigt hat. Achte die Erziehung nicht gering, sieh es als eine Ehre an. Wir haben alle zusammen Anteil an der Erziehung, der Erziehung des Herrn, weil wir alle gesündigt haben. Esau begehrte einen leichteren Weg, nur um sein Fleisch zufriedenzustellen. Das Erstgeburtsrecht verliert man jedes Mal, wenn man sich Gottes Zucht entzieht. Eine Seele kann eine ganze Versammlung durch den Heiligen Geist der Zucht binden, weil sie sich dort züchtigen lassen hat, wo die anderen der Versammlung dies nicht getan haben.

Der Geist der Zucht war eingedrungen und war Davids Leben geworden. Es steht geschrieben, dass er sich nachts auf seinem Lager züchtigen ließ. Warum wollte Gott zulassen, dass Jesus Widerspruch erfuhr? Jesus litt geduldig, das ist der Unterschied zwischen ihm und uns. Es ist leicht, geduldig zu sein, wenn einem dem Fleisch nach aufgewartet wird, aber nicht, wenn man leidet.

Der Gottlose ist auch freundlich, wenn alles nach Plan geht; aber geduldig zu sein, wenn Sünder einem widersprechen – dann ist man gefordert. Wenn wir keinen Anteil an der Zucht haben, sind wir unecht.

Es gibt viel falschen Trost, aber man darf nie trösten, wenn der Herr züchtigt. Sag nur: „Halte aus“, lass es so sein bis zum Schluss, befreie die Seele nie aus der Zucht. Wir sind nicht zu Dingen gekommen, die man mit den Händen greifen kann, sondern zum Himmelreich, das unsichtbar ist. Für dieses werden wir erzogen.

Stärkt die müden Hände, macht sichere Schritte. Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde, das ist der wahre Trost und Segen. Dieses Blut ist das Blut eines ewigen Bundes. Achte die Zucht sehr hoch, denn sie bringt Weisheit. Wenn man die Zucht wegnimmt, dann wird man sehen, was hervorkommt. Darum müssen wir Gott für die Zucht danken und preisen.