Das Wort Gottes
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.“ Joh. 1, 1-5.
Das Wort ist Christus. Er war im Anfang bei Gott und war Gott. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Daher konnte Jesus sagen: „Ehe Abraham war, bin ich.“ Von den Tagen Adams und Evas an durch die Zeiten hindurch bis zu Johannes dem Täufer war das Wort das Licht der Menschen. Das war ein Licht, das von außen her zu den Menschen kam. Die Menschen waren in der Finsternis und nahmen das Wort nicht an, sodass es in Herz und Sinn hätte eindringen und Wurzeln schlagen können. Die gottesfürchtigsten Männer und Frauen richteten ihr Leben nach dem Licht ein, mit dem Christus sie beleuchtete, denn er war ja das Licht der Menschen. Zu diesen gottesfürchtigen Menschen gehörten Noah, Henoch, Abraham, Isaak und Jakob, die Propheten und Johannes der Täufer. Dann war die Zeit erfüllt, dass das Wort Fleisch wurde und Wohnung unter uns nahm. Johannes sagt von ihm: „Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Das Wort ist die schöpferische Kraft. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. Und als alles erschaffen war, konnte Gott sagen, dass alles sehr gut war. Doch dann kam Satan durch den Fall sowohl in den Menschen als auch in Gottes übriges Schöpfungswerk hinein, sodass Gott sagen musste: „Verflucht sei der Acker um deinetwillen!“ Dieser Fluch muss nun durch dasselbe Wort, durch das Evangelium Jesu Christi, wieder aufgehoben werden. Daher sagt der Apostel, dass er das Wort des Glaubens verkündigte. Wenn das Wort durch Glauben in unsere Herzen hineinkommt, erweist es sich darin als wirksam und verwandelt uns in neue Kreaturen in Christus Jesus. Es geschieht eine Trennung in uns, indem das, was bei uns verflucht ist, am Fluchholz gekreuzigt wird, und unser Geist durch dasselbe Wort vom zweiten Adam lebendig gemacht wird.
In der Auferstehung wird die Schöpfung, die durch den Fall des Menschen unter den Fluch gekommen war, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes befreit werden. Röm. 8, 21. Wenn sich nun die überwältigende Macht Gottes deutlich in seinem Schöpfungswerk erweist, ist es dann nicht nur reiner Unglaube, zu denken, dass Gott es nicht vermag, seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen zu senden, um die Sünde im Fleisch zu verdammen, um den Menschen dem Geist nach frei zu machen? Jesus kam nicht in sündigem Fleisch, denn er hat nie gesündigt, sondern er hatte das Menschengeschlecht in sein Fleisch aufgenommen, da er von der Jungfrau Maria geboren war. Und durch sein Leben und seine Gottesfurcht führte er den ganzen Fall der Menschheit ans Kreuz, an dem er die Feindschaft tötete. Denn es war der Same des Weibes, der den Kopf der Schlange zertrat.
Alle Menschen haben gesündigt und mangeln der Ehre Gottes, und wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, dann machen wir ihn zum Lügner. Also haben alle Menschen sündiges Fleisch, aber das hatte Christus nicht. Er hatte die Gestalt des sündigen Fleisches. Die Sünde hätte nie in sündigem Fleisch verdammt werden können, aber in der Gestalt des sündigen Fleisches wurde sie verdammt. Und wurde die Sünde in dieser „Gestalt“ verdammt, dann musste ja selbstverständlich die Sünde dort sein. Man kann sagen, dass die feurigen Schlangen „sündiges Fleisch“ hatten, denn sie bissen die Menschen, dass diese durch ihr Gift starben. Aber die eherne Schlange biss niemanden, denn sie war die Gestalt der feurigen Schlange. Wenn die Kinder Israel von den Schlangen (sündigem Fleisch) gebissen wurden, dann konnten sie auf die eherne Schlange (die Gestalt des sündigen Fleisches) sehen und am Leben bleiben, denn das Sündengift war in dieser Schlange verdammt.
Durch Glauben verstehen wir dies alles. Aber das Wort nützte ihnen nichts, weil es bei denen, die es hörten, nicht mit dem Glauben verbunden war. Und diejenigen, die durch Glauben die eherne Schlange ansehen, werden von diesen giftigen Schlangen verfolgt und die giftigen Schlangen beißen nach ihnen, um ihnen, wenn möglich, das Leben zu nehmen. Doch Gott sei gedankt, der Gerechte wird aus Glauben leben.
