Urim und Tummim

(Licht und Vollkommenheit)

Im Alten Bund antwortete der Herr gewöhnlich durch Propheten, durch Urim und Tummim oder durch Träume. 1. Sam. 28, 6. Nun im Neuen Bund haben wir die Salbung von dem Heiligen bekommen und wissen alles. Die Propheten, das Urim und Tummim sowie die Träume gehen in der Salbung auf, die uns alles lehrt.

„Und Aaron soll die Namen der Söhne Israels an dem Brustschild des Rechtsspruchs auf seinem Herzen tragen, wenn er in das Heiligtum hineingeht, zum beständigen Gedenken vor dem Herrn. Und du sollst in das Brustschild des Rechtsspruchs die Urim und Tummim legen, damit sie auf dem Herzen Aarons sind, wenn er hineingeht vor dem Herrn; und so soll Aaron den Rechtsspruch der Kinder Israels beständig auf seinem Herzen tragen vor dem Herrn.“ 2. Mos. 28, 29-30.

Im Alten Bund war das Gesetz Mose das Licht, und der Wandel in diesem Licht war Vollkommenheit. Wir können sagen, dass die gottesfürchtigen Propheten Urim und Tummim in sich selbst hatten, daher konnte man durch sie den Herrn fragen. Der Hohepriester sollte die Namen der Kinder Israel im Brustschild des Rechtsspruchs auf seinem Herzen tragen, zum beständigen Gedenken vor dem Herrn. Durch Urim und Tummim, die in dem Brustschild des Rechtsspruchs liegen sollten, kamen die unvollkommenen Werke Israels als Rechtsspruch vor das Angesicht des Herrn.

Urim und Tummim im Neuen Bund entsprechen dem Zeugnis Jesu: dem Geist, dem Wasser und dem Blut. Unser himmlischer Hohepriester, Jesus Christus, trägt den Rechtsspruch über sein Volk vor das Angesicht Gottes hinein. Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes. Das Zeugnis Jesu Christi ist das vollkommene Urim und Tummim im Neuen Bund, wobei der Unterschied zwischen seinem Zeugnis und unserem Zeugnis in Christus der Rechtsspruch ist, der vor das Angesicht Gottes gebracht wird.

„Und von Levi sprach er: Deine Tummim und deine Urim sind für deinen Frommen, den du versucht hast zu Massa, mit dem du hadertest bei dem Wasser von Meriba.“ 5. Mos. 33, 8 (ELB). Die Leviten hatten im Alten Bund das Priestertum inne. Ihnen war es anvertraut, durch den Hohepriester Urim und Tummim zu benützen; doch hier erinnerte Gott sie daran, dass sie selbst nicht in Licht und Vollkommenheit wandelten. Das sollte bleiben bei ihrem Frommen (Jesus Christus), mit dem sie bei dem Wasser von Meriba haderten.

Saul bekam vom Herrn den Auftrag, hinzuziehen und Amalek zu schlagen und den Bann an ihm und an allem, was es hatte, zu vollstrecken und weder Mann noch Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel zu verschonen. Doch Saul fürchtete das Volk und gehorchte dessen Stimme, sodass er Agag und das Beste und Zweitbeste vom Kleinvieh und vom Großvieh und von den Lämmern – alles, was von Wert war – verschonte und den Bann daran nicht vollstrecken wollte. Die Werke Sauls konnten vor dem Rechtsspruch von Urim und Tummim nicht bestehen, denn Gottes Befehle sind Licht und Vollkommenheit. Das Königreich wurde aus Sauls Hand gerissen und einem Mann gegeben, der besser war als er.

Nach diesem schickte der Herr die Philister gegen Saul, und als er das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr. Wandel in Licht und Vollkommenheit macht, dass man sich nicht fürchtet, doch Widerspenstigkeit gegenüber dem Wort des Herrn bringt Furcht und Pein. Jetzt ging Saul zum Herrn, um ihn um Rat und Hilfe zu bitten; aber der Herr antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch Urim noch durch Propheten.

Ebenso ist es im Neuen Bund. Wenn wir dem Willen Gottes nicht gehorchen, dann fallen wir aus der Salbung und kommen in Finsternis. Wir sind nicht mehr gesalbte Könige und Priester für unseren Gott. Der Herr gibt sich nicht mehr durch Offenbarungen oder durch Propheten zu erkennen. Die Urim und Tumim Gottes verschwinden.