Das Leben erhalten – das Leben verlieren

„Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.“ Lk. 9, 24.

Dieses Wort der Schrift sollte sich jeder Jugendliche schon am Anfang seines Glaubenslebens genau zu Herzen nehmen. Wenn wir das Sichtbare vor Augen haben und hoffen, gute Stellungen, Ehre und Lohn in dieser Welt zu erreichen, dann trachten wir danach, unser Leben zu erhalten, und das tun ja die meisten Menschen hier in der Welt. Selbst wenn man mit dieser Einstellung achtzig Jahre alt wird und dann Gott um Vergebung bittet für sein verkorkstes und sündenvolles Leben und man wirklich auch Vergebung bekommt, so wird man trotzdem dieses ganze Leben verlieren, das man in Finsternis lebte unter der Macht Satans und nach dem, was man von Natur aus versteht wie die unvernünftigen Tiere. Die Vergebung der Sünden wird den Achtzigjährigen nicht davon befreien, sein Leben zu verlieren. Alle diese Jahre sind verlorengegangen, und er kann sie auf ewige Zeit nie mehr zurückbekommen. Er hat danach getrachtet, das Leben zu erhalten, und er wird es verlieren.

Ein Mann fängt in seiner Jugend an, Gott zu dienen. Er ist darauf eingestellt, nach dem Willen Gottes zu leben und verliert dadurch seinen Eigenwillen. Das ist ein Kampf zwischen Fleisch und Geist, und er erwählt immer, dem Geist zu gehorchen und seine eigenen Neigungen und Lüste zu verleugnen. Gute Stellungen und viel Verdienst sind für ihn nicht das Wichtigste; denn er trachtet nicht nach dem, was auf Erden ist, sondern nach dem, was im Himmel ist. Schlag auf Schlag verliert er sein Leben in dieser Welt, das Leben, das er hasst. Er wandelt auf dem neuen und lebendigen Weg nach den heiligen Gesetzen und Geboten Gottes. Er wird mehr und mehr lebendig gemacht vom zweiten Adam, der zu einem Geist geworden ist, der lebendig macht.

Lasst uns nun sagen, dass auch dieser Mann achtzig Jahre alt wird. Er hat jeden Tag sein Kreuz auf sich genommen und ist Christus nachgefolgt. Er wurde immerdar in Christi Tod hingegeben, damit auch das Leben Jesu in seinem sterblichen Fleisch offenbar werden sollte. An jedem einzelnen Tag hat er sein Leben verloren und an jedem einzelnen Tag hat er sein Leben in Christus gefunden. Er steht an seinem achtzigsten Geburtstag voller Gnade und Wahrheit da, er hat im Fleisch gelitten und ist fertig mit der Sünde.

Wer von diesen beiden Alten, glaubst du, hat es am besten gemacht?