Der Wille Gottes – mein Wille

Bekehrung zu Gott kommt dem gleich, dass ich mich von meinem eigenen Willen abwende hin zum Willen Gottes. Jesus betete: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Du sagst vielleicht, dass Gott etwas ganz Unmenschliches von dir verlangt, etwas, was du völlig außerstande bist zu tun. Nein, das tut er nicht. Er hat seine Gebote gegeben, dass wir sie genau halten sollen, und wie der Tag ist, wird die Kraft sein. Er gibt immer Gnade zu rechtzeitiger Hilfe, und Gnade ist Kraft, um seinen Willen zu tun.

Als Jesus in die Welt kam, sprach er: „Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.“ Hebr. 10, 7. Jesus hatte die Kraft des Geistes Gottes über sich, um diesen Willen zu tun; denn er opferte sich selbst durch den ewigen Geist. Er hatte einen Eigenwillen zu opfern, um zum Willen seines Vaters zu gelangen. Das Opfer lag in ihm selbst, und er war gehorsam. Daher konnte er uns lehren, dieses Gebet zu beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.“ Der Wille Gottes soll also von uns Menschen hier auf der Erde getan werden, und dazu haben wir Kraft bekommen, indem der Heilige Geist über uns gekommen ist, derselbe Geist, der über Jesus in den Tagen seines Fleisches war. Ein verständiger Mensch hier auf der Erde wird nicht mehr von seinen Kindern verlangen als das, was sie imstande sind zu tun. Wie viel mehr wird dann unser himmlischer Vater seinen göttlichen Willen auf unser Leben anpassen – entsprechend dem Verhältnis, in dem wir leben. Etwas anderes zu glauben, ist nur Unglaube. Man macht sich als Mensch Gedanken darüber, wie unangemessen die großen Forderungen sind, die Gott an uns stellt; aber diese Gedanken sind sündig und haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Der Wille Gottes ist unsere Heiligung, und dieser kann getan werden und muss getan werden, wenn wir geheiligt werden wollen. Denn es steht geschrieben: Christus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. Er wirkt in uns das Wollen und das Vollbringen. Und er verpflichtet sich, nicht mehr in uns zu wirken, als wir auszuführen imstande sind.

„Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht.“ Hebr. 10, 8. Alle diese Opfer lagen außerhalb des Leibes und konnten nie denselben Wert erreichen wie das Opfer im Leib, zu dessen Darbringung unser Herr Jesus Christus gekommen war. Auch wir sind dazu berufen, an diesem Opferdienst teilzubekommen. Und wie Abraham und Gott sich einig waren, Isaak zu opfern, so müssen auch Gott und wir darin einig werden, unseren Isaak zu opfern. Erst dann geschieht der Wille Gottes auf Erden so, wie er im Himmel geschieht.