Das neue Lied

„Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm Hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn.“ Offb. 14, 1.

Der Berg Zion ist die Stadt des lebendigen Gottes – ein geistlicher Berg und eine geistliche Stadt. Sie liegt innerhalb des Vorhangs, und der Weg dorthin ist schmal und die Pforte eng. In dieser Stadt wohnen die vielen tausend Engel, Gott, der Richter über alle, der Mittler eines neuen Bundes, Jesus Christus, und die Geister der vollendeten Gerechten.

Auf diesem Berg Zion sah Johannes das Lamm und die Hundertvierundvierzigtausend, die Seinen Namen und den Namen Seines Vaters auf ihrer Stirn hatten. Das heißt, dass sie in den Tagen ihres irdischen Lebens die Gebote Jesu gehalten hatten, sodass der Vater und der Sohn in ihnen Wohnung genommen hatten. Daher hatten sie das Siegel des Vaters und des Sohnes auf ihre Stirn bekommen, und dieses Ehrensiegel werden sie durch alle Ewigkeit behalten dürfen.

„Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen.

Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.“ V. 2-3.

Dies ist das Lied des Lammes und der Brautschar zur Huldigung für Gott auf seinem Thron, für die vier Gestalten und die Ältesten. Das Lied klang wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners. Dies beweist, dass die Schar, die hier sang, dem ausgesetzt gewesen war, wovon in Offb. 4, 5 geschrieben steht: „Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.“ – Dies war der Zorn Gottes über die Sünde, und die Hundertvierundvierzigtausend hatten sich in diesem Blitz und Donner selbst gerichtet, und sie waren von den sieben Feuerfackeln erleuchtet worden, die die sieben Geister Gottes sind. Daher konnten sie nun nach beendeter Feuerprobe und nachdem sie von den sieben Geistern Gottes unterwiesen waren, mit dem Lamm an ihrer Seite vor Gottes Thron stehen und das allerherrlichste Lied singen, das je gesungen wurde.

„Diese sind’s, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm.“ V. 4.

Sie waren wie Jungfrauen für ihren Bräutigam. Sie hatten sich immer vom Heiligen Geist leiten lassen. Sie folgen dem Lamm nach, wohin es geht, durch allerlei Leiden und Trübsale in die Herrlichkeit hinein. Wenn der Gottlose singt, dann singt er zu seiner eigenen Ehre, und das hört sich für ein geistliches Ohr erbärmlich an. Aber diese Hundertvierundvierzigtausend hatten gelernt, das Lied des Lammes zu singen. Ihre Gesangsorgane und ihr Herz waren in den Leiden und dem Sterben Christi gereinigt, sodass sie zur Ehre und zum Preis Gottes singen konnten.

Dieses wunderbarste Lied wird von den Erstlingen der Erlösten gesungen, die aus den Menschen erkauft sind. Sie sind neue Kreaturen und das Lied, das sie singen, erfreut Gottes Herz, die vier Gestalten und die Ältesten. Niemand kann dieses Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, in deren Mund kein Falsch gefunden wurde, denn sie sind untadelig.

Was haben nun wir hieraus zu lernen? Bereits hier in unserem irdischen Leben müssen wir dem Lamm folgen, wohin es geht. Jesus sagt: „Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg.“ Der Weg geht durch die Feuertaufe und die Geistestaufe, er geht durch Gehorsam in die Heiligung, er geht durch Tod und Auferstehung, durch Erniedrigung zur Herrlichkeit. Wenn wir dies alles aushalten, werden wir mit Ihm verherrlicht werden und werden mit Ihm regieren dürfen. Kein wildes Tier kommt auf diesen neuen und lebendigen Weg hinter den Vorhang, der auch ein Schalldämpfer ist, sodass alle, die außerhalb des Vorhangs sind, das herrliche Lied drinnen nicht hören können.

Lasst uns unseren Kurs auf die Begegnung mit dem Lamm und den Hundertvierundvierzigtausend auf dem Berg Zion richten, sodass auch wir Gott und das Lamm mit dem neuen Lied der Erstlinge preisen können.