(Empfänger nicht bekannt)
Gottes guten Frieden wünsche ich euch allen!
Herzlichen Dank für das Telegramm und das Geschenk zu meinem Geburtstag.
Heute war ich bei der Passbehörde, um die Reisegenehmigung für die Konferenz in Stavanger zu beantragen; aber mein Antrag wurde sofort abgelehnt. Dann müssen wir es nun so machen, wie Brorson in einem Lied schreibt: „Wie es will, so lass es gehn, ewig wird das Wort bestehn.“ Bereits seit Langem habe ich eure Liebe im Geist gespürt, und es wäre mir eine Freude gewesen, euch zu besuchen. Doch zurzeit will Gott es anders, und dann müssen wir alle darin ruhen.
Die Gemeinde in Stavanger ist ja verhältnismäßig jung; aber trotzdem hat sie einen guten Ruf für ihren Eifer und ihre Gottesfurcht bekommen. Ebeno, wie Christus nicht ohne die Wegleitung des Vaters auskommen konnte, kann auch die Gemeinde (Christi Leib) nicht ohne die Wegleitung des Geistes auskommen und bestehen. Ohne Offenbarungen des Geistes Gottes kommt es zu Spaltung, Zank und Zerschneidung. Es entstehen Sekten und Parteiungen, und die Gemeinschaft des Geistes hört auf. Der menschliche Verstand übernimmt die Leitung, und dann kommen Ansehen der Person und dass man das Seine sucht von selbst. Die Gemeinde sinkt, und was übrigbleibt, sind Versammlungen von Toten.
So darf es mit euch in Stavanger nicht gehen. Ihr seid mit einem Geist getauft, um ein Leib zu sein, und dieser eine Leib ist der Leib Christi. Dieser eine Leib steht dem Geist zur Verfügung, und das Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden ist gekreuzigt. Der Geist Gottes soll herrschen und das Fleisch hat nichts zu melden. Hier haben die Ältesten in der Gemeinde eine ernste Aufgabe, sowohl auf sich selbst als auch auf die ganze Gemeinde achtzuhaben, damit keine fleischlichen Elemente aufstehen und die Leitung übernehmen. Denkt an die Engel der Gemeinden in Kleinasien, wie schwach und nachgiebig sie meistens gegenüber starken Geistern mit ihren Sonderansichten waren, die von Christi Geist und Lehre abwichen. Mein Gebet und mein Herzenswunsch für euch in Stavanger ist daher, dass ihr allezeit Männer unter euch habt, die Ohren haben zu hören, sodass sie darüber wachen können, was der Geist der Gemeinde zu sagen hat. Dies wird die Einheit des Geistes fördern und bewahren, und das Gedeihen und Wachsen der Gemeinde wird bei Gott und den Menschen offenbar werden.
Der Grund der Gemeinde wurde außerhalb des Lagers gelegt. Sorgt immer dafür, dass er dort bleibt, denn dort wandelt er, der das Haupt der Gemeinde ist, ihr Bischof und Heiland. Dort draußen bekommen wir die Schmach von allem Fleisch zu spüren, doch wir gedeihen dort sehr gut, indem wir uns darauf verlassen, dass dem, der da glaubt, die Ehre gehört. Und dieser Glaube kommt von Gott und seinem geliebten Sohn Jesus Christus. Was macht es dann aus, wenn alles Fleisch sich Mühe macht, diesen herrlichen und kostbaren Leib Christi mit der Decke der Schmach zu verhüllen? Ist nicht die Schmach Christi für uns ein großer Reichtum, so wie sie es für Mose war? Wir bekommen Gelegenheit dazu, einsam außerhalb des Lagers zu sein bei Ihm, der in den Tagen seines Fleisches dort draußen wandelte und auch heute noch seinen Leib dort draußen hat.
Ich will daher, wie der Apostel Paulus zur Gemeinde in Ephesus sagt, für euch beten, dass ihr den Geist der Weisheit und der Offenbarung bekommen möget, Ihn zu erkennen. Diesen bekommt man durch Glauben, Aufmerken und Gehorsam. Das können Dinge sein, in denen man sich üben muss.
Abschließend will ich euch allen große Fortschritte in unserm Herrn Jesus Christus wünschen sowie eine gesegnete Konferenz am Buß- und Bettag.
Liebe Grüße an euch alle von eurem in Ehre und Schmach sehr zufriedenen Bruder und Mitarbeiter
J. O. Smith