Als Meister auftreten
„Und auch ich kam zu euch Brüdern nicht als Meister in Rede oder Weisheit, euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.
Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.“ 1. Kor. 2, 1 ff. (norw. Übers.)
Jesus sagt: Wer mir nachfolgt, den werde ich zum Menschenfischer machen. Alle Arbeit im Reich Gottes hat zum Ziel, Menschen zu fischen. Aus dem Grund kam Paulus zu den Korinthern und verkündigte ihnen das Zeugnis Gottes mit viel Furcht und Zittern; denn er wollte, dass ihr Glaube an Gott auf der Kraft Gottes und nicht auf Menschenweisheit beruhen sollte. Indem er das Wort Gottes auf diese Weise verkündigte, konnte er einer von denen werden, die Kinder in Christus zeugten.
Daher konnte Paulus sagen: „Denn wenn ihr auch zehntausend Lehrmeister hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch in Christus Jesus gezeugt durch das Evangelium.“ 1. Kor. 4, 15. Die Lehrmeister verkündigen das Wort Gottes als „Meister“; Schwachheit und viel Furcht und Zittern sind weg. Ihre Tüchtigkeit tritt in den Vordergrund, und dadurch verschwindet in ihrem Dienst die Kraft Gottes, geistliche Kinder zu zeugen. Die Zuhörer bekommen den Eindruck, dass man in erster Linie danach trachten sollte, meisterhaft reden und lehren zu können. Die Lehrmeister waren einmal selbst Zuhörer und nahmen das Wort Gottes an, das ihnen mit viel Furcht und Zittern verkündigt wurde. Nun aber sind sie herangewachsen, sie kennen die Form der Lehre in- und auswendig. Viele von ihnen haben einen starken Menschengeist und einen starken menschlichen Willen. Sie haben Macht über die Versammlung und gebrauchen Vollmacht, nur dass Furcht und Zittern und Schwachheit fehlen, und so kommt das Meisterliche hervor. Wenn es auch zehntausend Lehrmeister gibt, so ist doch keiner von ihnen unter den Vätern.
Die Frucht der Arbeit der Lehrmeister in Korinth war, dass die Korinther aufgeblasen wurden. Sie waren klug in Christus geworden, stark und geehrt, während die Apostel Narren um Christi willen waren – schwach und verachtet.
Allein das Wort „Meister“ gibt schon die Stagnation im Geist zu erkennen. Man fängt an, sich selbst als jemanden zu betrachten, der einen Kopf größer ist als die anderen in der Gemeinde. Man hat so viel zu reden und zu lehren, was die anderen noch nicht verstehen. Man meint, etwas zu wissen, obwohl man noch nichts so erkannt hat, wie man erkennen soll. Man behandelt die geistlichen Kleinkinder hart und ohne Furcht und Zittern. Die Väter dagegen können nie Meister werden, denn sie haben eine tiefe Erkenntnis davon, dass Jesus Christus ihr Meister ist und dass sie in ihrem Dienst für ihn in Furcht und Zittern wandeln müssen. Dies belohnt Gott dann reichlich dadurch, dass sie geistliche Kinder zeugen. In dieser edlen Gesinnung können sie die geistlichen Kinder darin unterweisen, ihnen nachzufolgen, wie sie Christus nachfolgen.
Was können wir nun daraus lernen? Genau dieses, dass diese zehntausend Lehrmeister in dem einen oder anderen Stadium ihres christlichen Lebens innerlich abgefallen sind, was später im Leben schwerlich geheilt werden kann.
Sei daher gleich von der ersten Zeit an, wenn du das Heil Gottes empfängst und anfängst, auf der Rennbahn zu laufen, demütig und hellwach, sodass du ihm nachfolgst, der in Wahrheit sagen kann: „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Er ist der einzige große Meister, der in Wahrheit das alleinige Recht auf den Namen Meister hat.
