Freigemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes
Überall, wo von Gesetz die Rede ist, ist auch von Übertretung die Rede. Ohne Gesetz gibt es keine Sünde. Jeder, der in Christus ist, ist sich selbst ein Gesetz. Darum heißt es, wer seinen Bruder verleumdet, der verleumdet das Gesetz.
Die Sünde sitzt fest im Fleisch, aber sie kann nichts ausrichten, wenn ich nicht mit meinem Willen und meiner Gesinnung zulasse, dass sie hervorkommt. Die Sünde ist dasselbe wie die böse Lust. Wenn die Lust oder die Begierde empfangen hat, dann gebiert sie die Sünde. Um empfangen zu können, muss es zwei geben – in diesem Fall die Lust und meinen Willen. Wenn ich Kraft genug hätte und mein Wille stark genug wäre, um zur Lust Nein zu sagen, dann würde ich wirklich über sie siegen. Aber nun ist der Wille schwach und nachgiebig gegenüber dem Fleisch, und so kommt es zur Empfängnis und zur Sünde. Die Verbindung zwischen dem Willen und der Lust im Fleisch, die oben erwähnt wurde, wird das Gesetz der Sünde genannt. Siehe Röm. 8, 2.
Im Gegensatz zum Gesetz der Sünde, das durch den Fall entstand, kam Jesus Christus mit dem „Gesetz des Geistes, der lebendig macht“. In diesem Gesetz bekommen wir Kraft, um über das Gesetz der Sünde zu siegen. Wir bekommen Kraft, um zu den Lüsten Nein zu sagen. Dadurch bin ich freigemacht vom Gesetz der Sünde, und wenn ich vom Gesetz der Sünde freigemacht bin, bin ich dadurch auch vom Gesetz des Todes freigemacht. Denn als die Sünde vollendet war, gebar sie den Tod – das Gesetz des Todes. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass, wenn ich für meine Sünde gezüchtigt werde und mich nicht demütige, der Tod geboren wird. „Denn wenn ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“ Röm. 8, 13 (ELB).
Wenn Christus in uns ist, dann ist der Leib tot um der Sünde willen. Alles, was von diesem Leib hervorkommt, muss getötet werden. Ihr seid gestorben, so tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind. Kol. 3, 3-5.
Wenn wir unser Leben nach den Gesetzen des Geistes, der lebendig macht, führen, dann leben wir ein siegreiches und glückliches Leben. Die Leiden, die wir dann spüren, sind keine Leiden im Gewissen, sondern im Fleisch. Der Sünder dagegen leidet im Gewissen. Das tut der, der in Christus Jesus ist, nicht. Darum gibt es keine Verdammnis für ihn. Ganz im Gegenteil hat er Frieden und Freude im Heiligen Geist.
